Glücksspielgesetz
Diese Zahl lässt aufmerksam werden. Die Zahl der Spielhallen oder „Daddelhallen" der Betriebe mit elektronischen Automaten, ist zwischen 2007 und 2009 in Hessens Hauptstadt 38 Prozent angestiegen. Diese Zahl wird von der Therapeutin für Glücksspielsucht, Kesternich angeführt.
Sie begann vor drei Jahren ihre Arbeit als Fachfrau für Glücksspielsucht in der Fachambulanz für Suchtkranke des Caritasverbandes Wiesbaden- Rheingau-Taunus. Diese sei inzwischen eine Erkrankung wie Alkohol- und Medikamentensucht geworden, so die Leiterin der Fachambulanz Jox-Doppler. Im Jahresbericht des vergangenen Jahres der Fachambulanz erkennt man laut der Leiterin einen eindeutigen Trend.
Die Alkoholkranken belegen bei den Beratungsfällen mit 80 Prozent immer noch den ersten Platz, doch der Bereich der Spielsucht zeige eine steigende Tendenz. Für dreiviertel aller Menschen, die in die Beratung kämen, lautet die Diagnose "Glücksspielprobleme". Hinzu kämen noch 21 Prozent der Angehörigen, die auch in die Beratung und Therapie mit eingebunden werden müssen.
Die Glücksspielsucht betrifft alle soziale Schichten vom Professor bis zum Arbeiter und mehr Männer als Frauen. Die Spielbank zählt nicht zu den üblichen Aufenthaltsorten der Spielsüchtigen. Dieser sei eher in den Spielhallen als in den Spielbanken anzutreffen. Es ist auffällig, dass es Spielsüchtigen oft besser als Alkoholkranken gelänge, den Schein zu wahren.
Den Beraterinnen der Caritas seien schon Spielsüchtige untergekommen, die nicht nur durch zwanghaftes Spielen, sondern durch die Ausübung zweier Jobs versucht hätte, ihre Verluste am Automaten zu kompensieren und weiter ihrer Sucht zu frönen. Die Hoffnung auf den Gewinn und der Zwang, Verluste durch neues Spielen zu kompensieren mache die Sucht aus.
Diese Krankheit ist mittlerweile ein besonderer Schwerpunkt in der Fachambulanz. Sie zählt zu den 15 Fachberatungsstellen für Prävention von Glücksspiel im Bundesland, die nach dem Hessischen Glücksspielgesetz Förderung erhalten. Hinzu kommen außerdem noch die bekannten Phänomene von Alkohol- und Medikamentensucht. 60 Patienten wurden vergangenes Jahr in stationäre Reha- Maßnahmen vermitteln.
Die Nachfrage nach Rehabilitation in ambulanter Form wächst weiter, so wurde eine vierte Therapiegruppe mit einmal 100 Minuten in der Woche ins Leben gerufen. Zudem gibt es noch im Bereich betreutes Wohnen 30 Plätze für Plätze für alkohol- und medikamentenabhängige Suchtkranke.
Lena Koch