Ulrike Wagner Trier
Trier. Die massenhaften chronischen Leiden unserer Zeit sind nicht als Krankheiten im klassischen Sinn zu verstehen, sondern vielmehr als krankmachende Symptome infolge ernährungsbedingter Verschiebungen unserer Körperchemie. Verschiebungen, die sich vor allem ergeben mit der tagtäglichen Flut an Einzelzutaten aus unseren Speisen und Getränken. Wir müssen endlich damit beginnen diesen Fakt zu akzeptieren, bevor wir uns immer heilloser verstricken in einem hyperkomplexen Konstrukt aus wirtschaftlichen Zwängen und Abhängigkeiten.
Bereits 2002 wurden laut Sachverständigenrat dreiviertel der deutschen Gesundheitskosten durch chronische Krankheiten verursacht. Im Zusammenhang mit dieser unheilvollen Entwicklung heißt es in einem Papier der kassenärztlichen Vereinigung Rheinland - Pfalz: „Durch die bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Gesundheit ließen sich viele Kosten sparen."
Doch wer hat - in einem freien von Rendite regelrecht getriebenen Wirtschaftssystem wie dem unseren - ein wahrhaftes Interesse an der Eindämmung von Kosten?!
Warum zum Beispiel findet noch immer
k e i n e Aufklärung darüber statt, dass bei chronischer Krankheit grundsätzlich zu unterscheiden ist zwischen:
- wahrer Krankheit, die auf irreparable angeborene Schäden, auf Verletzungen oder nachweisbare Infektionen zurückzuführen ist und in viel eher geringerem Umfang auftritt;
- dem heute massenhaften überlastungsbedingt chronischen Leiden, als Folge der ungeheuren Fülle an Einzelzutaten, aus der sich unsere modernen Speisen und Getränke inzwischen zusammensetzen; Nahrung, die zunehmend bereits im Kindesalter unsere Stoffwechselorgane überfordert, so dass eigentlich ausscheidungspflichtige Substanzen sich im Organismus anreichern, um schließlich den natürlichen Ablauf biochemischer Prozesse zu stören.
Ohne die Aufklärung der Betroffenen über diesen elementaren Unterschied enttarnt sich diese zunächst zwar konstruktiv anmutende Formulierung von der „bewussten Auseinandersetzung mit der eigenen Gesundheit", doch wieder nur als reine Leerformel.
Namhafte Experten sprechen heute von bis zu 7500 Präparaten und Zusätzen. Die machen es für den deutschen Verbraucher möglich, zwischen rund 170.000 Nahrungsmitteln wählen zu können - ganz zu schweigen von der ohnehin ganzjährigen Fülle natürlicher Erzeugnisse.
Dass sich mit einer derartigen tagtäglichen Mixtur aus Einzelkomponenten allmählich krankmachende Verschiebungen der Körperchemie ergeben, dürfte kaum verwundern. Es sind biochemische Verschiebungen, die längst nachweisbar den Aufbau unverzichtbarer Enzyme (wie Laktase) und Hormone (wie Insulin) behindern, und schließlich für immer mehr Menschen in einem unentrinnbaren Teufelskreis gipfeln. Dass hiervon auch der biologische Schutz des Ungeborenen nicht vollkommen unberührt bleiben kann, liegt auf der Hand.
- Treten nun unerwünschte Symptome auf, sind diese als jeweils veranlagungsbedingte (physisch wie psychische) Signale überlasteter Stoffwechselorgane zu verstehen. Hierzu zählen die sogenannte Neurodermitis wie auch Asthma, Allergien, Migräne, Rheuma, Diabetes, die Palette der Magen-Darm-Erkrankungen, Übergewicht, ADHS, Depression und noch vieles mehr.
Symptome, die erkennen lassen, dass der Organismus sich keineswegs selbst angreift (sogenannte Autoimmunkrankheiten), sondern dass er versucht, sich unverwertbarer Substanzen zu entledigen - so wie es seinem natürlichen Überlebenstrieb entspricht. Das tagtägliche Gebräu aus Unverwertbarem lässt den Organismus einfach nicht zur Ruhe kommen. Auf Phasen empfundener Besserung folgen immer wieder „Schübe", die deutlich machen, dass es wieder einmal an der Zeit ist, angereicherten Ballast abzubauen.
Und wer zur Eindämmung der Gesundheitskosten nun ernsthaft diese „bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Gesundheit" fordert, der kommt nicht umhin, sich diesen Fakten zu öffnen. Diese bewusste Auseinandersetzung beginnt mit den Speisen und Getränken, die wir tagtäglich zu uns nehmen
- Keineswegs so unproblematisch, wie immer wieder behauptet wird, ist beispielsweise ein Überschuss der heute vielseitig eingesetzten Ascorbinsäure (Vitamin C, E 300);
- ebenso wird Obst noch immer gehandelt als „der Heilsbringer schlechthin" (EU-Schulobstprogramm), obwohl die inzwischen übers ganze Jahr verfügbaren stets unreif geernteten Importfrüchte von immer mehr Menschen als unbekömmlich verschmäht werden;
- sogar im Butterkeks finden Fruchtsäuren Verarbeitung;
- unausrottbar ist die Mär von der dick- und krankmachenden Butter, obwohl dieses natürliche Grundnahrungsmittel - ähnlich dem Fett der Muttermilch - unser in Wahrheit bekömmlichstes Fett ist;
- wider alle Logik wird Fleisch immer wieder „schlechtgeredet", obwohl es von jeher wertvoller Bestandteil unserer Ernährung ist - in guter Qualität, verträglicher Zubereitung und in vernünftigen Mengen versteht sich;…….
Ulrike Wagner, Trier
unabhängige Autorin
www.uwagnerverlag.de