Die Bauchmuskulatur
In Zeiten mangelnder Bewegung zählen Erkrankungen wir Rückenschmerzen zu den Alltagsproblemen zahlreicher Menschen. Die häufige sitzende Tätigkeit gepaart mit Bewegungsmangel führen langfristig zu einem stetigen Abbau der rumpfstabilisierenden Muskulatur. Die Statik der Wirbelsäule basiert auf dem Zusammenspiel zwischen Bauchmuskulatur und Rückenmuskulatur. Ähnlich wie Armbeuger (Bizeps) und Armstrecker (Trizeps) zusammenspielen, fungieren auch die Bauchmuskulatur und Rückenmuskulatur als Agonist und Antagonist. Eine längerfristig sitzende Haltung sorgt für eine Verkürzung der Bauchmuskulatur und eine Dehnung der Rückenstrecker. Ein gezieltes Bauchmuskeltraining im Zusammenhang mit einem Rückentraining sorgt dafür, die Stabilität der Wirbelsäule wiederzuerlangen und Rückenschmerzen langfristig vorzubeugen. Ein Bauchmuskeltraining darf daher bei einem Rückenaufbautraining nicht fehlen.
Die Bauchmuskulatur kann in zwei Bereiche eingeteilt werden. Zum einen in die gerade bauchmuskualtur, die für Rumpfbeugebewegung zuständig ist, und die seitliche Bauchmuskulatur, die für Drehbewegungen und seitliche Neigung des Rumpfes verantwortlich ist. Beim Bauchmuskeltraining unterscheidet man zusätzlich noch zwischen dem Training der oberen geraden und unteren geraden Bauchmuskulatur.
Wie bereits erwähnt ist die Bauchmuskulatur mit der Rumpfbeugefunktion der Gegenspieler der tiefen, langen Rückenmuskulatur, welche für Streckbewegungen verantwortlich ist.Da im aufrechten Stand die Beugung des Rumpfes durch die Schwerkraft unterstützt wird, erfolgt das Training der geraden Bauchmuskulatur überwiegend im Liegen. Bei der klassischen Bauchmuskelübung „Crunch" liegt der Sportler flach auf dem Rücken, die Kniegelenke im rechten Winkel. Die Füße dürfen nicht fixiert werden, da ansonsten andere Muskelgruppen die Bewegung unterstützen. Die Hände befinden sich seitlich am Kopf. Der Oberkörper wird nun leicht vom Boden abgehoben, bis ein Winkel von 30- 40° erreicht ist, und die Spannung im Bauch spürbar wird. Da die Bauchmuskulatur langsam und kontinuierlich kontrahiert, sollte das Training ebenfalls langsam durchgeführt werden. Die Wiederholungszahl variiert je nach Leistungsstand und Bewegungsgeschwindigkeit. Um vermehrt den Bereich der unteren Bauchmuskulatur trainieren zu können, wird nicht der Oberkörper angehoben, sondern die Beine. Der Bereich der seitlichen Bauchmuskulatur wird wie bereits erwähnt, durch Rotation und seitliche Neigung des Oberkörpers erreicht. Um muskulären Dysbalancen langfristig vorzubeugen sollte das Bauchmuskeltraining immer im Trainingsplan zusammen mit dem Rückentraining durchgeführt werden.