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Gesundheit - Armes Deutschland

Autor: t567 | Erstellt am: 08.03.2010 | Gelesen: 615
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Der Ärztemangel in Deutschland ist evident.

Es dauert in Deutschland ca. 15 Jahre, bis ein Facharzt / eine Fachärztin sich mit eigener Praxis niederlassen kann. Studium, Staatsexamen, Assistentenzeit, Facharztprüfung, eine geeignete Praxis mit den richtigen Mitarbeitern usw. bedeuten eine sehr große Anstrengung und Belastung für einen Mediziner, der gewillt ist, in Deutschland seinen Job zu tun. Die gesellschaftlich bedingten und gesundheitspolitisch gewollten Änderungen lassen nichts Gutes für die Zukunft ahnen.

ich schreibe diesen Artikel spontan, da ich eben folgende Email bekommen habe:

Sehr geehrter Herr Berkner,
seit mehr als drei Monaten habe ich nun die Suche nach einem geeigneten Facharzt für Sie betrieben. Das Ergebnis lautet: Null! Absolut nichts ist als Reaktion hereingekommen. Keine Bewerbung, keine Anfrage, gar nichts.
Ganz gegen meine Gewohnheit werde ich die Suche nunmehr als fruchtlos einstellen, ausgenommen natürlich, Sie möchten unbedingt das ich weiter suche. Ich bedanke mich vorerst für das entgegengebrachte Vertrauen und würde mich freuen, wenn Sie bei Bedarf wieder auf mich zurück kommen würden.
Im Bereich Arzthelferin, Bürokraft etc. stehen die Chancen deutlich besser.

Mit freundlichen Grüßen

JOBNETZ XXXXXXXX
Ralf Fxxxxx

Wir suchen seit geraumer Zeit einen geeigneten, deutschsprachigen Facharzt / eine Fachärztin für der Augenheilkunde für den norddeutschen Raum für die Mitarbeit in einer konservativ arbeitenden jungen Praxis (das bedeutet ohne OP). Es gibt seit über einem Jahr praktisch keine geeigneten Bewerber. Von Kollegen hört man Ähnliches. Immer mehr kassenärztliche Sitze sind vakant oder werden von Kliniken mit Strohmännern besetzt und als Satelliten-Praxen benutzt. Der Patient wird dann nach kurzer Diagnose weiter zur jeweiligen Klinik geschickt und dort nicht selten ohne dass es wirklich erforderlich wäre operiert. Wie will der Patient beurteilen, ob die Behandlung adäquat und die OP erforderlich war? Bezahlen muss er die Rechnung oder seine Krankenkasse; und da beginnt sich die Katze in den Schwanz zu beißen. Die Krankenkassen müssen teure OPs der Kliniken und MVZ (medizinische Versorgungszentren) finanzieren, für die niedergelassenen Fachärzte steht weniger Geld zur Verfügung. Unter anderem Deshalb wird es für Mediziner immer unattraktiver, sich niederzulassen; es entsteht ein Fachärztemangel, Praxen werden geschlossen, bzw. kassenärztliche Sitze bleiben unbesetzt. Diese werden billig aufgekauft und als Satelliten betrieben...

Nun erwartet der geneigte Leser wahrscheinlich an dieser Stelle eine Lösung für das Problem. Die muss ich leider schuldig bleiben. Ich habe keine. Ich kann nur Ansätze anführen:

  • das Gesundheitssystem ist dringend zu reformieren (große Neuigkeit, ich weiß)
  • die Macht der Krankenkassen ist zu brechen
  • die Vergütung für unsere Mediziner muss angemessen sein
  • eine Dezentralisierte Versorgung (Stichwort DDR-Polykliniken) ist patientenunfreundlich und zu vermeiden
  • dem Abwandern qualifizierter Mediziner ins Ausland sowie in die Wirtschaft muss adäquat begegnet werden
Vielleicht wissen Sie ja eine Lösung für das Deutsche Gesundheitssystem oder besser noch kennen einen Augenarzt/ eine Augenärztin, die nahe dem schönen Flensburg in einer jungen Praxis in einem tollen Team arbeiten möchte. Schreiben Sie mir [ hberkner@gmx.net ] und im ersten Falle gerne auch Hr. Rösler...
 
 
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