Das Ernährungsprotokoll "Mein TEP" im Einsatz
"Ich habe heute kaum was gegessen! ... und trotzdem nehme ich nicht ab." Diese Aussage hat fast jeder schon mal getroffen. Meist beruht der scheinbare Widerspruch auf vergessenen Naschereien, Unwissenheit über die Nährwerte verschiedener Snacks oder einer sehr isolierten und überbewerteten Betrachtung eines einzelnen Zeitfensters, in dem tatsächlich wenig gegessen wurde.
Gesund abnehmen kann über eine kurzfristige Nahrungsmittelverknappung, wie mit Diäten also kurzen Zeiträume, in denen wenig gegessen wird, nicht funktionieren. Diese Unregelmäßigkeit weiß der Körper gut auszugleichen, sodass langfristig das Gewicht gehalten wird oder durch den Jojo-effekt sogar noch mehr wird. Langfristig beruht das Wohlstands-Übergewicht auf einer Gleichung, bei der regelmäßig konstant mehr Energie zugeführt wird als im Alltag benötigt wird. Die einleitend angeführte subjektive Wahrnehmung ist leider gar nicht hilfreich bei der Beurteilung, was zu viel ist.
Die einzig wirksame Lösung ist hier das
Ernährungsprotokoll, wie es auch bei jeder Ernährungsberatung als Grundlage einer Beratung und aller weiteren Maßnahmen notwendig ist.
Ein Ernährungsprotokoll dient nämlich bei weitem nicht nur Auswertung der Nährwerte der verzehrten Nahrung. Je nach Vorlage lassen sich neben den Nährwerten ebenso Informationen über bestehende Ernährungsgewohnheiten auswerten. Dazu gehören Menge, Häufigkeit sowie Anlässe und die Verträglichkeit. Aufbauend auf den abgeleiteten Erkenntnissen können Empfehlungen ausgesprochen werden, die eben nicht nur das "
WAS und WIE VIEL verzehrt wird" betreffen, sondern auch das "
WIE?", "
WARUM?" und
"Wie reagiert mein Körper?".
Es ist sehr wichtig, auch diese Faktoren zu berücksichtigen! Denn: Wenn zwei das Gleiche essen, ist es noch lange nicht dasselbe.
Ein weiterer positiver Effekt beim Führen eines Ernährungsprotokolls ist die Wirkung als Appetitzügler: Ein gutes Ernährungsprotokoll, das nicht nur der neutralen Auflistung der Lebensmittel dient, sondern auch Ernährungsgewohnheiten dokumentiert und das Ernährungsbewusstsein fördert, führt zu einem auf natürliche Weise disziplinierterem Ernährungsverhalten. Man hat einfach weniger Appetit, weil verschiedene Bedürfnisse und Gelüste hinterfragt und nicht mehr automatisch als Appetit auf Essen interpretiert werden. In der Folge wird dann weniger und dafür bewusster gegessen, was sich langfristig nicht nur auf der Waage bemerkbar macht, sondern tatsächlich den Genuss nicht vermindert sondern steigert.
Peggy Hüpenbecker, August 2010