Immer wieder kommt es vor, dass Erben oder Erbengemeinschaften im Nachlass eines Verstorbenen Unterlagen über die Beteiligung des Erblassers an einem oder mehreren Geschlossenen Fonds finden. Nach der ersten Euphorie stellt sich oft schnell Ernüchterung ein.Meistens dann, wenn es Anzeichen gibt, dass der Wert der Beteiligung heute nicht dem entspricht, was der Anleger / Erblasser vor vielen Jahren investierte. Viele der Geschlossenen Fonds, die in den 1980iger Jahren gekauft, also gezeichnet wurden, waren „steueroptimiert". Der Anleger versuchte, im Jahr der Zeichnung einen hohen steuerlichen Verlustvortrag zu erreichen. So konnte es z.B. passieren, dass dem Anleger bei einer Zeichnungssumme von 100.000,-- DM im Anschaffungsjahr durch das Finanzamt eine Rückerstattung = Steuerminderung von 45.000,-- DM eingeräumt wurde. Diese Art der Gestaltung barg häufig das Risiko, dass diese Fonds in der Folgezeit wenig Rendite erbrachten. Das war durchaus so gewollt, auch von den Anlegern. Wichtig war es nur, Steuern zu sparen, die Renditeberechnungen erfolgten nicht selten unter Einbeziehung der Steuerminderungen. Das ist nicht falsch, wird aber gerne von den Anlegern nach 10 Jahren vergessen. Und die Erben sind sich dieser Kaufmotivation der Erblasser nicht bewusst.
Stichwort, Finanzmarktkrise:Es gibt noch viele andere Gründe, warum die Beteiligungen heute nicht mehr den Wert der Investition haben. Das zurzeit wichtigste Schlagwort ist sicher die Finanzmarktkrise. Die dadurch bedingt unsichere Vermietsituation hat zur Folge, dass Investoren beim Ein- und Ankauf von Beteiligungen vorsichtiger sind, sie bieten einen geringeren Kaufkurs. Das Überangebot von Geschlossenen Immobilienfonds bei der geringer gewordenen Anzahl von Käufern führt zu weiteren Preisrückgängen
Stichwort, Seriöse Markterhebung:Der aktuelle Wert eines Immobilienfonds kann allerdings durch eine seriöse Markterhebung festgestellt werden. Bewährt hat sich hier die Anfrage bei einem freien Makler, wie der Beneke Zweitmarkt AG. Diese Makler kennen den Markt sehr gut und sind mit allen Ankäufern gut vernetzt. Sie werden die Anteile in der Regel einem Investor direkt zum Kauf anbieten. Sofern im Direktverkauf kein Käufer zu finden ist, wird aus Internetplattformen diejenige ausgewählt, die für einen Verkauf am erfolgsversprechenden erscheint.
Stichwort, Finanzamt:Letztendlich kann auch eine Bescheinigung über den Marktwert hilfreich sein, wenn es um die Festlegung des steuerlichen Erbwertes geht. Wenn diese Bescheinigung von einem seriösen, zertifizierten Makler erstellt wird, ist das eine Hilfe für den Finanzbeamten oder den Steuerberater. Um den steuerlichen Aspekt abzudecken, ist ein Gespräch mit einem Steuerberater immer hilfreich und oft unumgänglich.
Stichwort, Geduld haben:Wer jedoch seinen geerbten Fonds momentan nicht verkaufen muss oder will, sollte abwarten und eine neue Verkaufsanfrage in 6 – 12 Monaten starten. Wer hier Geduld hat, fährt oft besser.