Weltspartag
Die meisten kennen den Weltspartag noch aus Kindertagen: Jedes Jahr im Oktober schnappte man sich das Sparschwein, brachte es zur Bank und wartete gespannt, welche Summe die Pfennigmünzen wohl diesmal ergeben würden. Genau das ist auch Sinn des Weltspartags - den Menschen die Tugend zu
Sparen wieder nahe zu bringen.
Eingeführt wurde der
"International Saving Day", wie er auf Englisch heißt, zu einer Zeit, in der das Sparen nötiger war denn je, nämlich nur wenige Jahre nach dem ersten Weltkrieg - genauer gesagt am 31. Oktober 1924. Hier fanden sich in Mailand 29 Ländern zum internationalen Sparkassenkongress ein. Viele Menschen hatten im Krieg ihre gesamten Ersparnisse verloren, das Vertrauen in die Wirtschaft und Geldanlagen war stark beschädigt, die Einführung der Rentenmark und die Währungsreform taten ihr Übriges. Also beschloss der italienische Professor Ravizza auf dem Sparkassenkongress mit der Etablierung des Weltspartages die Menschen wieder zum Sparen und Anlegen einer eigenen Vorsorge zu animieren. Der erste Weltspartag wurde dann am 31. Oktober 1925 offiziell zelebriert. Es dauerte jedoch noch bis 1989, bis dieses Datum von den Vereinten Nationen zum offiziellen Tag des Sparens ausgerufen wurde.
In Deutschland erfreut sich der Weltspartag unter Kindern großer Beliebtheit - wahrscheinlich deswegen, weil es für das Durchhaltevermögen von der Bank jedes Mal ein kleines Geschenk in Form von Kuscheltieren oder Sparschweinen gab.
Da der 31. Oktober in manchen Bundesländern Reformationstag ist, wird der Weltspartag in Deutschland oft bereits am letzten Arbeitstag vor diesem Datum begangen. Dieses Jahr findet der
Weltspartag 2011 am 28.10.2011 statt, da der 30. ein Sonntag ist .
In Zeiten von Onlinebanking hat der Weltspartag in den letzten Jahren an Bedeutung verloren, viele Banken begehen ihn nicht mehr. Schade, denn in einer Zeit, wo scheinbar endlose Kreditmöglichkeiten locken und die Finanzierung auf Pump eine vermeintliche Lösung für viele Konsumwünsche darstellt, ist das Sparen wieder zur wichtigen Tugend geworden. Einige Banken, wie z.B. Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken, haben diese Tradition jedoch beibehalten - sehr zur Freude des Sparernachwuchses.
Autor: Tom Schmitz
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