Geschichte des Portweins
Portwein zählt mit Fug und Recht zur Geschichte Portugals. Im Gebiet rund um Porto finden sich zahlreiche archäologische Überreste aus der Römerzeit, die mit der Weinherstellung zu tun haben. Religiöse Orden trugen später viel dazu bei, den Weinbau im gesamten Dourotal zu verbreiten.
Im 17. Jahrhundert fand „Wein aus Porto" eine erste kommerzielle Verbreitung durch steigende Importe Englands – als Folge einer hohen Besteuerung der Bordeauxweine durch französische Politiker. Kaufleute aus England auf der Suche nach neuen Weinlieferanten entdeckten die Vorzüge der Douro-Weine. In der Folge wurden Handelsagenturen eingerichtet, 1703 wurde schließlich ein englisch-portugiesisches Handelsabkommen unterzeichnet.
Von diesem Zeitpunkt an begann man mit dem Aufstärken der Douro-Weine, ein Verfahren, dass den Charakter und die Seele des Portweins bestimmen sollte.
Zunächst hatten die Weine vom Douro nichts mit dem heute bekannten Portwein gemeinsam. Die Weine waren trocken und kräftig, aber auch aromatisch und mit einem hohen natürlichen Alkoholgehalt. Um den Wein für die lange Fahrt über das Meer nach England haltbarer zu machen, begann man, den Wein mit Branntwein zu verstärken.
In der Folge konnte man feststellen, dass der Wein durch die Unterbrechung der natürlichen Gärung etwas von seiner Säure verlor, einen Teil der Süße des Mostes bewahrte, eleganter wurde und sich die Aromen vervielfältigten – die Geburtsstunde des Portweins. Der einfache Wein vom Douro verwandelte sich in „Vinho do Porto".
Der berühmte Marquis de Pompal, der als Minister nach dem verheerenden Erdbeben von Lissabon 1755 die portugiesische Wirtschaft neu organisierte, traf schließlich eine revolutionäre Entscheidung:
1757 ordnete er an, die Rebflächen im Dourotal einzugrenzen und die Lage der besten Weinberge mit Granitblöcken zu kennzeichnen. Mit dem Ziel, höchste Qualität bei den exportierten Weinen zu erreichen, stellte er exakte Vorschriften für den Anbau der Reben, die Weinpreise, den Transport sowie obligatorische Weinproben auf, mit deren Hilfe er die Qualität überwachen und die Produktionsmenge der Exportnachfrage anpassen konnte. Fast zwei Jahrhunderte bevor man in Frankreichs berühmten Weingebieten damit begann, hatte Portugal damit schon die erste kontrollierte Herkunftsbezeichnung eingerichtet.
Die 1765 durch ein königliches Dekret gegründete „Companiha Geral da Agricultura dos Vinhos do Alto Douro" überwachte strikt die Einhaltung der Auflagen. Nirgendwo auf der Welt verfügte ein Weingebiet über eine derart strenge Kontrollinstanz.
Heute übernimmt diese Aufgabe das „Instituto dos Vinhos do Douro e Porto".
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