Haartransplantation
Ein Drittel aller Männer über 30, und mehr als Hälfte aller Männer über 50 sind in Deutschland von erblich bedingtem
Haarausfall betroffen. Obwohl der Haarverlust von den meisten Männern akzeptiert zu werden scheint, gibt es eine wachsende Zahl von Männern, die sich damit nicht abfinden wollen. Da die genauen Vorgänge beim Haarausfall noch nicht bekannt sind, gibt es bis heute keine medikamentöse Behandlung, um den Haarausfall umzukehren. Eine
Haartransplantation ist bis heute die einzige Möglichkeit, um dem Prozess entgegenzuwirken.
Die Haartransplantation ist eine relativ junge Entwicklung in der plastisch-ästhetischen Chirurgie. In den 1930er Jahren entdeckten japanische Ärzte eine Methode der Haarverpflanzung, um die Augenbrauen von Kriegsversehrten wiederherzustellen. Sie entfernten kleine, runde Hautteile, „Punches", und verpflanzten sie mitsamt der Haare an kahle Stellen. Das war der Beginn der modernen Haartransplantation, die sich später in der ästhetischen Chirurgie weiterentwickelte. Durch Innovationen in Technik und Durchführung sind Haartransplantationen heute keine Notlösung mehr, sondern eine valide Möglichkeit, genetisch bedingtem Haarausfall beizukommen.
Die heutige
Technik der Haartransplantation wurde maßgeblich durch den amerikanischen Arzt Dr. Limmer beeinflusst, der die Haare aus dem entnommenen Hautstreifen unter dem Mikroskop in so genannte follikulare Einheiten einteilte. Anschließend wurden diese Einheiten dann einzelnen in die vorgesehenen Stellen verpflanzt (Follicular Unit Insertion). Das war eine wirkungsvolle Wirkung für das Problem des unnatürlichen Wuchses verpflanzter Haare, das durch die Transplantation zu vieler Haare entstanden war.
Anfang des neuen Jahrtausends gab es schließlich die nächste wichtige Entwicklung, als man die minimalinvasive Variante „Follicular Unit Extraction" entwickelte. Hier werden die follikularen Einheiten einzeln mit Hohlnadeln entnommen, wodurch nur kleine, kaum sichtbare Narben bei der Haartransplantation entstehen. Die Follicular Unit Insertion ist heute ein Standardverfahren, und auch die Verbreitung der Follicular Unit Extraction nimmt jährlich zu.
Erstaunlicherweise fallen der Durchbruch in der
Haartransplantation und die Verbreitung des Internet in ein- und dieselbe Zeitperiode, die 90er und 2000er Jahre. Für interessierte Personen ist es heute durch das Internet relativ einfach, Informationen über Haartransplantationen zu finden. War es vor 15 Jahren Fachpersonen vorbehalten, sich über relevante Themen zur Haartransplantation zu informieren, sind heute eine große Zahl von informativen Artikeln online verfügbar. Unabhängigen Portalen zur plastischen Chirurgie wie
MedClinicen.de bieten weiterführende Informationen zu Methoden, Risiken und Kosten einer Haartransplantation.