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Gentest spaltet Nördliche Glattwale in zwei Arten

Autor: karlowski | Erstellt am: 20.10.2008 | Gelesen: 2009
Kategorie: Energie - Klima & Umwelt | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Die im Nordpazifik beheimateten Nördlichen Glattwale (Eubalaena glacialis) sind eine eigenständige Art.

Wale
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Die im Nordpazifik beheimateten Nördlichen Glattwale (Eubalaena glacialis) sind eine eigenständige Art. Ein Forscherteam von der Wildlife Conservation Society (WCS) aus New York unter der Leitung von Dr. Howard Rosenbaum kam ihr vor sieben Jahren durch Genanalysen auf die Spur. Bis dahin war man davon ausgegangen, dass sich die Population der auch Nordkaper genannten Art in zwei voneinander isolierte Gruppen im Pazifik und Nord-Atlantik aufteilt.

Rosenbaum und Kollegen entwickelten eine raffinierte Technik, die es ihnen ermöglichte, Erbmaterial aus den Barten von Walen zu isolieren, die vor mehr als hundert Jahren getötet wurden. Zusätzlich analysierten sie Hautproben von lebenden Glattwalen und konnten so das Erbmaterial von 380 Individuen der seltenen Meeressäuger miteinander vergleichen und ihre Verwandtschaftsverhältnisse neu definieren. Neben dem somit nur im Atlantik vorkommenden Nördlichen Glattwal und dem noch häufigeren Südlichen Glattwal (Eubalaena australis), ist eine dritte Art hinzugekommen: der Nordpazifische Glattwal. Genetisch ist die neue Art sogar enger mit den Südlichen Glattwalen als mit ihren Namensvettern aus dem Norden verwandt.

„Es gibt nur sehr wenige aktuelle Informationen über Nordpazifische Glattwale, neben vereinzelten Sichtungen weiß man eigentlich nur, dass sie stark vom kommerziellen Walfang dezimiert wurden", sagt Howard Rosenbaum. „Wir vermuten, dass es noch einige Hundert Individuen von ihnen gibt, für die schnell geeignete Schutzbestimmungen auf den Weg gebracht werden sollten".

Rosenbaums Genanalysen lassen aber auch die Hoffnung für das Überleben der plötzlich ihrer pazifischen Artgenossen beraubten Atlantischen Nordkaper sinken. Von ihnen existieren damit definitiv weniger als 300 Exemplare. Wissenschaftler hatten errechnet, dass sie bei einer derart geringen Individuenzahl innerhalb der nächsten 191 Jahre aussterben werden. Als Ursachen werden die geringe Größe der Population, die langsame Vermehrungsrate sowie Verluste durch Kollisionen mit Schiffen und Ertrinken in Fischereinetzen genannt. Meeresforscher vermuten zudem, dass das El Niño-, La Niña-Wetterphänomen die Tiefenströmungen der Ozeane durcheinandergebracht habe und so den Walen zusätzlich die Nahrungs- und vor allem die Partnersuche erschwert sei.

Die bis zu 17 Meter großen Glattwale sind im englischen Sprachraum als „Right Whales" bekannt, weil sie zu Zeiten des kommerziellen Walfangs einfach die „richtige" Beute waren. Sie schwimmen sehr langsam, treiben nach der Harpunierung lange an der Oberfläche und lieferten gute Ausbeute an Tran und Fischbein (Barten).

Glattwale sind die ersten Wale, die vom Menschen gejagt wurden. Vermutlich begann man im 10. Jahrhundert vor der Küste Japans und Mitte des 11. Jahrhunderts im Golf von Biskaya. Mit Beginn der industriellen Jagd wurden die Bestände stark dezimiert, allein im 19. Jahrhundert sollen es über 100 000 getötete Tiere gewesen sein. Seit 1935 sind sie weltweit vollständig geschützt – zumindest vor den Harpunen der Walfänger, was zumindest den beiden Arten der Nördlichen Glattwale nicht mehr viel nutzt.

Ulrich Karlowski
www.naturenews.de
 
 
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