Ein Gesicht für Menschenrechte im Iran, Gent, Belgien
Das Regime im Iran terrorisiert seine eigenen Bürger und zwingt sie unter eine engherzige Staatsideologie. Jeder Bürger, der sich dem Herrschaftsanspruch des Vealayt-e-faghi nicht willig beugt, wird verleumdet, bedroht, verhaftet, gefoltert oder mit der Todesstrafe bedroht. Das Internationale Komitee für die Rechte von Studenten und Derwischen im Iran führte am Samstag, 18. September 2010 die Aktion
"Ein Gesicht für Menschenrechte im Iran" sehr erfolgreich durch. Mit Postern und Plakaten von Opfern des Regimes im Iran informierte man Passanten über Hintergründe im Iran. Viele Künstler und Kunstinteressierte besuchten am Samstag den Kouterplatz, wo die Stadt Gent einen Kulturmarkt mit regionalen Kunstinstituten durchführte. Gleichzeitig fand in Gent das Festival van Vlaandern statt. Für die Aktion "Ein Gesicht für Menschenrechte im Iran" liessen sich zahlreiche Passanten gerne fotografieren und drückten deutlich ihre Solidarität mit der Bevölkerung im Iran aus.
In Gent kennt man das Leben in einem Terror-Staat. Mitte des 16. Jahrhunderts fiel die Stadt Gent in die Hände von König Philipp II. von Spanien, der den Freiheitskampf der protestantischen Genter brutal beantwortete. Es war die Zeit als die Inquisition in Europa gegen Häretiker jeglicher Couleur wütete. In der Islamischen Republik Iran finden sich orthodoxe Kräfte, die entschlossen sind ihre Gegner auf ähnliche Weise im 21. Jahrhundert aus dem Weg zu räumen. Ein Teil des Establishments im Iran, das von Ideologen wie Mesbah Yazdi inspiriert wird, sucht in der gnadenlosen Vernichtung von Reformwilligen seine Zuflucht. Hinter vielen der brutalen Ereignisse gegen Menschenrechtsaktivisten, Studenten oder Frauenrechtlerinnen steckt Mojtaba Khamenei, der Sohn des Obersten Führers. Ihm werden Ambitionen auf die Nachfolge seines Vaters nachgesagt und eine sehr enge Auslegung des iranischen Staatsprinzips von Velayt-e-faghi, wie sie Ayatollah Mesbah Yazdi vertritt.
Die Bürger Gents haben wohl verstanden, welche Politik der Doppelzüngigkeit im Iran die Bevölkerung quält und sich nach außen als Hüter einer göttlichen Ordnung aufspielt. Vertreter des Internationalen Komitees für die Rechte von Studenten und Derwischen im Iran waren aus ganz Europa angereist, um die Aktion zu unterstützen. Am 2. Oktober wird die nächste Aktion "Ein Gesicht für Menschenrechte im Iran" zusammen mit Amnesty International in Eindhoven und London stattfinden. Spätere Aktionen werden auch in Deutschland durchgeführt werden.
Helmut N. Gabel, mehriran.de