"Reflexion" (D. Brunzlik / 2011) - zu sehen auf der BAGL SPRINGtime 2011 in Berlin
In einer frischen neuen Bildsprache spiegelt ihre Kunst neben ständiger Veränderung vor allem die zunehmende Vermischung von virtueller und realer Welt. Sechs neue Werke von Dominique Brunzlik sind ab 29. April bis 03. Mai auf der BAGL-SPRINGtime 2011 (Spandauer Straße 2, 10178 Berlin, tägl. 11.00 - 21.00 Uhr) zu sehen - einer Ausstellung, an der Künstler aus der ganzen Welt teilnehmen.
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Viele meiner Bilder entstehen trotz kognitivem Konzept überwiegend intuitiv. Wie im normalen Leben mischen sich Gefühl und Verstand, aber letztlich bilden Emotion und Inspiration die entscheidende Grundlage - Ratio ist nur die Spitze des Eisberges."
Künstlerisch geprägt und schon früh mit unruhigem Geist auf der Suche nach tiefen Einblicken in das Leben und menschliche Dasein - die Kindheit in einem unkonventionellen Elternhaus und "verschiedenen Welten" hat die Persönlichkeit und Kreativität der zeitgenössischen Künstlerin Dominique Brunzlik stark beeinflußt. Über viele Jahre beschäftigte sie sich mit den verschiedensten künstlerischen Ausdrucksformen, einschließlich Malerei und klassischer Fotografie. Gleichzeitig ist sie ein Kind der modernen Computer-Zeit, hat das Entstehen neuer virtueller Welten miterlebt und ist tief in sie eingetaucht.
Ende 2009 entstand die Idee zu einem neuen Kunstprojekt und mit der Realisierung von „Paradiso Figurale" im Jahr 2010 schloß sich der Kreis. Malerei, Fotografie, Computerkunst sowie Multimedia Art verbanden sich zu einer gemeinsamen Welt, um bisherige Grenzen zu überwinden und die permanente Veränderung des Lebens zu reflektieren.
Die Kunst von Dominique Brunzlik spiegelt dabei gleichzeitig die zunehmende Vermischung von virtueller und realer Welt in unserer Zeit, will diese - nicht immer positive - Entwicklung in einer konstruktiven, befreienden Kunst einsetzen. Dabei legt die Künstlerin großen Wert auf einer „freien" und „befreienden" Kunst, welche das Bewusstsein und die Wahrnehmung des Betrachters für sich selber und seine eigene Phantasie wieder öffnen und schärfen soll - in Wechselwirkung mit der ihn umgebenden Welt. Also genau im Gegensatz zur Immersion - dem Bewusstseinszustand, bei dem ein Mensch aufgrund einer fesselnden und anspruchsvollen virtuellen Realität die Verminderung der Wahrnehmung seiner eigenen Person erlebt – die nach Auffassung der Künstlerin letztlich zur Aufgabe der Selbstbestimmtheit, nachhaltiger Manipulation durch Andere und einer Art von „Versklavung" des Menschen führt. Entsprechend sind ihre Werke eher vieldeutig und lassen dem Betrachter Spielraum für individuelle Interpretation sowie persönliche Imagination:
„Das Schöne an unserer Vorstellungskraft ist unter anderem, daß sie durch kleinste und zunächst unauffällige Dinge spontan angeregt werden kann – wenn wir es nur zulassen. Indem wir einfach wie ein Kind wieder unvoreingenommen auf Entdeckungsreise gehen, kann schon ein Stein, ein Schatten, eine Struktur am Boden oder im Eiszapfen, ein Blick in den Mikrokosmos unserer alltäglichen Umgebung das Ticket für eine aufregende Fahrt in unser ganz persönliches Phantasie-Universum sein."
Der moderne Mensch entfernt sich bereits über einen längeren Zeitraum immer stärker von der realen Welt und lebt zunehmend in einer „gemischten" oder sogar überwiegend virtuellen Welt. Dominique Brunzlik will diese „gemischten Welten" in ihrer Kunst nutzen, um Fesseln im Kopf zu sprengen, eigene Vorstellungen und Ideen besser zu manifestieren und andere daran teilhaben zu lassen –den Betrachter ein Stück auf ihrem Weg mitnehmen und ihm Anstöße zu geben, sich selber auf eine Reise in seine Phantasie zu begeben.