Gemälde mit Aquarell-Effekt
Gemälde brauchen Betrachter, damit sie nicht für sich alleine stehen. Bilder laden dazu ein, einmal inne zu halten und das Rätsel eines Bildes zu entschlüsseln. Ein Bild spiegelt nicht die Wirklichkeit wieder, sondern erzählt eine Geschichte, so wie sie der Künstler sieht. Im Zeitalter der Computer, Fernseher, Zeitschriften und Plakate tut es gut, dem Geheimnis eines Werkes auf die Spur zu kommen.
Viele Epochen und Stile haben die Malerei geprägt. Die ersten künstlerischen Zeugnisse fand man bereits in vor über 10000 Jahren entstandenen Höhlenmalereien. Formvollendet waren die künstlerischen Produkte der Künstler der Antike, die als wichtige Vorbilder für spätere Maler dienten. Es folgten byzantinische Kunst, Kunst der Romanik und Gotik und der Renaissance. Dem Zeitalter des Barock und des Rokokos folgte im 18. Jahrhundert die Zeit der
Gemälde der Aufklärung. Danach entstanden Kunstwerke des Klassizismus, der romantischen Kunst, des Biedermeier und des Realismus. Eine in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Frankreich entstandene Richtung in der Malerei ist der Impressionismus. Nach Historismus und Jugendstil brachte Anfang des 20. Jahrhunderts die expressionistische Kunst eine Stilrichtung hervor, die sich nicht mehr an der Wirklichkeit, sondern an den Gefühlen der Maler orientierte. Andere Variationen und Stilrichtung entwickelten sich. Kubismus, Abstraktion, Surrealismus und Pop-Art wurden geboren.
Die meisten Maler fertigen zuerst eine Skizze des Bildes an, bevor sie mit der eigentlichen Arbeit beginnen. Verschiedene Techniken wie Ölmalerei, Aquarell, Acrylfarben bzw. Temperafarben stehen heute als industriell gefertigte Farben zur Verfügung. Früher mussten die Farben in langwierigen Prozessen aus verschiedenen Materialien und Pigmenten aufwendig hergestellt werden.
Körper und Raum, Perspektive, Komposition, Licht und Schatten sind die wichtigen Elemente, auf die ein Maler bei seinem Werk achten muss. Ein Gemälde besticht, wenn Harmonie und Spannung von ihm ausgehen ohne in die Gewöhnlichkeit abzudriften.
Im Mittelalter zum Beispiel bedeutete die Malerei zu allererst die Beherrschung des Handwerks. Die Auftraggeber waren die Herrschenden und vor allem die Kirchen. Im Gegensatz dazu ist heute der freie Künstler jemand, der sein Kunstwerk ohne einen Auftraggeber nach eigenen Vorstellungen verwirklichen kann.
Die Maler sind und waren zu allen Zeiten herausragende Geister, die eine besondere schöpferische Arbeit leisten. Die Maler der heutigen Zeit müssen ihre Bilder durch gezielte Werbung auf dem freien Kunstmarkt platzieren, um überleben zu können.
Waren zu früheren Zeiten Kunstwerke nur besonderen Menschen vorbehalten, ist heute die Malerei aus verschiedenen Epochen in vielen Museen zu besichtigen und somit zum allgemeinen Bildungsgut geworden. Außerdem gibt es sehr viele Sammler und Kunstinteressierte, die Bild erwerben. Denn: Ein Gemälde ist etwas besonderes, etwas Einzigartiges.
Frank Heimann