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Der Optionshandel ist normalerweise nichts für Laien, denn er setzt voraus, dass man sich mit der Materie gut auskennt. So hoch die Gewinnmöglichkeiten auch sind, das Risiko ist es auch. Im Prinzip funktioniert ein Optionsschein wie eine Art Wette. Man kauft mit einem Optionsschein das Recht ein Wertpapier in einer bestimmten Zeitspanne oder an einem festgelegten Tag zu einem vorher vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Im Prinzip bedeutet das, dass der Käufer oder Verkäufer eines Optionsscheines eine Wette auf den Kursverlauf eingeht. Die Chance, an dem vereinbarten Tag mit dem über den Optionsschein vereinbarten Preis über oder unter dem tatsächlichen Wert zu liegen, liegt im Prinzip bei 50 zu 50. Damit das Ganze nicht zum Glücksspiel wird, sollte man sich also mit den Entwicklungen an den Märkten auskennen. Gewinne mit Optionsscheinen machen Menschen, die die Entwicklung von Aktien, Edelmetallen, Rohstoffen, Währungen oder auch eines Indexes zum Beispiel des DAX mit relativ guter Wahrscheinlichkeit voraussagen können.
Die Hebelkraft
Für viele Finanzprodukte gibt es die so genannte Hebelwirkung, auch Leverage genannt. Ein Hebel bedeutet ganz einfach, dass Gewinn oder Verlust beim Verkauf oder Kauf eines Finanzproduktes vervielfacht werden. Kauft man zum Beispiel ein Optionsschein mit einem Hebel von zehn, fällt der mögliche Gewinn zehnmal so hoch aus wie ohne Hebelwirkung. Der Verlust wäre es natürlich auch. Dementsprechend steigt das Risiko durch den Einsatz eines Hebels enorm. Andererseits erzielen Anleger, die die Entwicklungen eines Wertpapiers voraussehen können, durch die Hebelwirkung extreme Gewinne.
Fazit: Optionsscheine sind etwas für Profis
Möglicherweise haben Sie jetzt den Eindruck, dass das Risiko bei einem Optionsschein ohne Hebel doch gar nicht so groß sei. Dabei wird jedoch ein wichtiger Aspekt außer Acht gelassen: der Optionsschein muss später einen neuen Käufer finden. Dies ist jedoch nicht automatisch gewährleistet. Haben Sie also Pech und Ihr Optionsschein ist in der vorher festgelegten Zeitspanne oder am Tag X sehr viel teurer als der tatsächliche Wert der Aktie oder des Wertpapiers, finden Sie für Ihren Optionsschein keinen Käufer. In diesem Fall geht Ihr gesamtes investiertes Vermögen verloren. Besonders in der heutigen Zeit lassen sich die Entwicklungen an den Märkten kaum voraussehen. Je länger die Laufzeit eines Optionsscheines, desto höher wird auch das Risiko. Wer weiß schon, wie die Entwicklung einer Währung in zwei Jahren aussehen wird? Daher werden heute Optionsscheine vor allem für kurzfristige Geldanlagestrategien verwendet. Ihren Reiz haben Optionsscheine jedoch trotz Finanzkrise nicht verloren, denn theoretisch besteht die Möglichkeit, durch einen Optionsschein mit Hebelwirkung innerhalb kurzer Zeit ein Vermögen zu verdienen. Bei einem Hebel von zehn zum Beispiel ist ein Gewinn von 100 % möglich. Trotzdem sind Optionsscheine für Laien keine empfehlenswerte Geldanlage, vor allem nicht, wenn dazu mühsam erspartes eingesetzt werden soll.
Eva Otter