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Geld für Millionen, nicht für Milliardäre

Autor: Angel | Erstellt am: 18.02.2010 | Gelesen: 1055
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: rateArateArateArateArateB
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(Online-Artikel.de) - Wäre das nicht schön? Geld das im Wirtschaftskreislauf schön umläuft und immer mal wieder bei jedem von uns durch die Börse fließt?

Geld für alle!
Geld für alle!
Wäre das nicht schön? Geld das im Wirtschaftskreislauf schön umläuft und immer mal wieder bei jedem von uns durch die Börse fließt? Niemand muss Angst haben, dass nichts mehr bei ihm ankommt und niemand muss versuchen, das Geld, das bei ihm ankommt, krampfhaft festzuhalten. Das wäre die totale Entspannung im Geldbeutel. Wertvoller als alle „Entspannungspolitik" der vergangenen Jahrzehnte zusammengenommen. Und vor allen Dingen weitaus erfolgversprechender!

Denn wenn es so wäre, würde Umsatz gemacht werden. Und wenn Umsatz gemacht wird, dann gibt es Arbeit, die bezahlt wird. Je mehr Umsatz gemacht wird, umso mehr Einkommen für diejenigen, die für den Umsatz sorgen. Selbst der Staat und die Wohlfahrt kämen nicht zu kurz. Denn je mehr Einkommen, umso leichter werden Steuern und Abgaben erbracht. Und vor allen Dingen wäre dann ja auch nicht mehr soviel Staat und Wohlfahrt nötig.

Was könnten wir nicht alles anstellen, wenn im Geldbeutel Entspannung angesagt wäre? Wir könnten alle ziemlich leicht und locker durchs Leben gehen. Wir würden uns Dinge kaufen, die uns gefallen und die gut gemacht sind, wir könnten uns Großzügigkeit und Spendenbereitschaft leisten und wir könnten einander problemlos aushelfen, ohne angestrengt die Risiken abwägen zu müssen. Unsere Arbeit würde uns nicht mehr kaputtmachen, sondern Freude bereiten und wir hätten nicht schon morgens Magenschmerzen, weil wir fürchten, aus der Knechterei am Ende doch noch entlassen zu werden. Wir würden aufhören uns zu wünschen, lieber noch eine Weile ausgebeutet zu werden, anstatt zu den Entlassenen und Ausrangierten zu gehören.

Kurz, unser aller Leben käme wieder ins Lot und wir hätten es wieder mit ganz normalen Dingen wie Eifersucht, Liebeskummer, Neid, verlorenen Fußballspielen, entgangenen Liebesabenteuern, engstirnigen Paukern, frechen Gören, ausgewachsenen Katern, peinlichen Erinnerungen und mit den diversen Folgen von Leichtsinn zu tun. Das Leben wäre entspannt und trotzdem spannend wie nie. Es wäre atemberaubend schön und wir hätten alle genug Luft zum Atmen. Für unsere Sicherheit wären nicht die Allianz und das Militär zuständig, sondern wir selbst mit unserer Arbeitskraft, unserer Kreativität und unserem Erfindungsgeist.

Doch wir haben kein Geld für Millionen, sondern ein Geld für Milliardäre. Und daher ist alles anders. Erschreckend anders und fürchterlich schrecklich. Geld, das immer nur zu den Milliardären wandert, Geld das Millionen verzweifelt festzuhalten versuchen und es trotzdem nicht schaffen, hat seinen Sinn, seinen Wert und vor allen Dingen seinen Nutzen verloren. Es funktioniert nicht mehr als Tauschvermittler und so leiden die Tauschgeschäfte und werden immer weniger. Darunter beginnt die Produktion zu leiden und es wird weniger produziert. Denn wozu sollte mehr und besser produziert werden, wenn sich auf dem Markt weltweit immer weniger tauschen lässt, weil die bisherigen Käufer immer weniger Tauschmittel in der Tasche haben. Und so wird mehr entlassen und mehr gehungert, selbst in Gegenden, die weit entfernt von Afrika liegen.

Diese Spirale dreht sich unaufhaltsam nach unten weiter, während sich die Vermögensspirale ebenso ungehindert nach oben dreht. Immer weniger noch reichere Milliardäre und immer mehr tauschmittellose Habenichtse bevölkern die Erde. Der Milliardär bemerkt allerdings erst zuletzt, dass ihm seine Milliarden, sein Gold und seine Aktien nichts nützen, weil seiner angehäuften „Potenz" auf dem Markt nicht mehr genügend und vor allen Dingen nichts Anständiges an Waren mehr gegenübersteht und damit sein gesamtes Vermögen wertlos ist. Und so verliert auch der Superreiche am Ende bei einem Geld, das nicht für Millionen gemacht ist, sondern nur für Milliardäre.

Wie müsste ein Geld nun aussehen, das wie geschmiert als Tauschmittel funktioniert und in dieser Funktion nicht mehr gestört werden kann? Weder von Geiz, noch von Gier oder von anderen kriminellen Impulsen? Nun, es müsste so gestaltet sein, dass sich die Zurückhaltung des Geldscheines vom Markt offensichtlich nicht lohnt, weil der Geldschein nominell an Wert verliert, solange er nicht in der realen Wirtschaft eingesetzt wird. Wenn alles herausgegebene Geld sich unweigerlich auf dem Markt einfindet und immer an der Preisbildung teilnimmt, dann können die Preise stabil gehalten werden, weil die Geldmenge, die umläuft, von den Währungshütern jederzeit in einer festen Relation zur produzierten Warenmenge gehalten werden kann.

Erst dann könnte Geld nicht nur in den Kreislauf gegeben werden, wenn es erforderlich ist, sondern auch wieder entnommen, wenn der Preisindex, in dem sich Warenangebot, Geldmenge und Geldumlaufgeschwindigkeit abbilden, es gebietet. Das Geld, das immer nur zu den Milliardären wandert, kann in der Menge nicht wirklich gesteuert werden, denn die Währungshüter können immer nur „noch mehr davon" drucken, um die Versorgung der Wirtschaft mit genügend Tauschmittel zu gewährleisten. Das, was zuviel gedruckt wurde, verschwindet immer schneller und in immer größerer Menge in der „Kasse ohne Bedarf" und lässt sich beim „Bedarf ohne Kasse" kaum noch blicken. Bis eben der Moment kommt, an dem auch dem Milliardär klar wird, dass sein Vermögen nichts mehr wert ist.

Für ein manövrierfähiges und steuerbares Geld müssten wir uns nur von der Vorstellung verabschieden, dass unser Tauschmittel einen „inneren Wert" haben oder sich mit ihm „Wert speichern" lassen müsse. Wir müssten uns zufrieden geben mit einem Geld, das reines Tauschmittel ist, dafür aber die Gewähr für anhaltende Produktion, dauerhaften Erhalt der internationalen Arbeitsteilung und ungestörten Handel bietet. Das wäre die globale Entspannungspolitik! Wir würden unser Geld sozialisieren, weil sein privater Besitz uns doch nichts bringt. Doch die Produktionsmittel, die Häuser sowie alle gesammelten und erarbeiteten Dinge, würden wir jedem Einzelnen belassen.

Früher ging das Wort, dass nur der Bürgerfrieden den Weltfrieden garantieren könne – heute können wir sagen, dass nur die Entspannung im Geldbeutel des Einzelnen für eine sichere und geeinte Welt sorgen kann. Kein Gesetz, kein Vertrag und keine Waffe vermögen das, was ein ordentlich gemachtes Geld schaffen wird: „Friede im Geldbeutel" wird mordlustigste Warlords und brutale Tyrannen entmachten und für Frieden unter den Milliarden sorgen, die auf einer kleinen blauen Kugel durchs All sausen...

Angelika Garbaya
www.freiheitswerk.de
 
 
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