Das Vertrauen der Verbraucher ist erschüttert: Seit mehreren Jahren sind immer wieder negative Schlagzeilen über Spielzeug zu lesen. Betroffen ist meistens - aber durchaus nicht immer - Billigware aus China. Die Diagnose ist in manchen Fällen dramatisch: Giftige Substanzen gefährden die Gesundheit unserer Kinder. Aber wie kann sich der Verbraucher schützen?
Die Schlüssel zu einem wirkungsvollen Selbstschutz sind Information und Aufmerksamkeit. Um sich zu infomieren, kann der potenzielle Spielzeugkäufer kritische Zeitschriften wie beispielsweise "Ökotest" lesen oder Spielzeugstests online recherchieren. Hier werden immer wieder Fehlentwicklungen dargestellt und besonders drastische Fälle veröffentlicht.
Darüber hinaus sollte der aufmerksame Verbraucher ein Kinderspielzeug vor dem Kauf genau in Augenschein nehmen. Etliche Mängel lassen sich auch für ungeschulte Sinne entlarven. Zuweilen kann man schon mit bloßem Auge erkennen, dass ein Spielzeug schlampig verarbeitet ist. Es drohen hier zum Beispiel scharfe Ecken und Kanten, die Kinderaugen verletzen können. Auch lose Kleinteile lassen sich oft selbst erkennen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Kleinkinder auch scheinbar fest montierte Teile lösen könnten.
Besonders schwierig ist die Lage bei "unsichtbaren" giftigen Substanzen. Hier hilft manchmal die kritische Nasenprobe: Was schon im Spielzeugregal im wahrsten Sinne zum Himmel stinkt, birgt möglicherweise ein Gefahrenpotenzial. Vor allem die chemischen Weichmacher im Plastik, aber auch etliche Farbstoffe, haben schwer kalkulierbare Risiken.
Letzten Endes ist ein Restrisiko unvermeidbar. Auch der kritischste und aufmerksamste Verbraucher kann Gefahr laufen, ein minderwertiges Spielzeug zu kaufen. Selbst der Verkaufspreis eines Kinderspielzeugs ist kein ausreichendes Warnsignal, da sogar anerkanntes Markenspielzeug in Giftskandale verwickelt war.
Dennoch: Wer mit Verstand Spielzeug kauft, kann seine Kinder vor einigen Bedrohungen schützen. Außerdem sollte man bedenken, dass die Wahrscheinlichkeit einer gesundheitlichen Schädigung unter dem Strich gering bleibt. Es müssen schon mehrere ungünstige Faktoren zusammenkommen, um erhebliche Verletzungen oder Vergiftungen zu erzeugen. Die Europäische Union und die Bundesrepublik Deutschland haben viele Grenzwerte erlassen, die im Allgemeinen dazu geeignet sind, insbesondere Kleinkinder zu schützen.
Jürgen Reschke