Der Sommer streckt seine hellen Arme aus, um die Welt zu umarmen, die Kühle der vorangegangenen Jahreszeit zu verbannen und die Herzen mit wohltuender Wärme zu füllen. Genau die richtige Zeit, sich der Dichtung hinzugeben und sommerlich leichte Gedichte auf das Pergament zu zaubern.Grundsätzlich handelt es sich dabei um eine Tätigkeit, der neuerdings, ach was sage ich, schon seit etlicher Zeit kaum mehr Beachtung geschenkt wird. Vielleicht ist auch das Bild der Dichter, oder das, was die breite Masse von der Dichtkunst hat, sofern sie sich überhaupt mit ihr auseinandersetzt, von etwas staubiger, wenn nicht gar rostiger Natur. Höchste Zeit also, sich dem reichen Fundus an großen Dichtungen zu bedienen und in althergebrachter Manier einige Freundschaftsgedichte zu entwerfen.
Es wäre ohnehin wünschenswert, wenn dieser in Vergessenheit geratenden Kunstform wieder weit mehr Beachtung geschenkt werden würde und nicht nur einer elitären Gesellschaftsschicht vorbehalten bliebe. Die wahre Bedeutung der Freundschaftsgedichte ist nämlich alles andere als elitär. Sie rührt in Wahrheit von bodenständigen Gefühlen her. Von Gefühlen, denen der lebensfrohe Mensch auch schlichtweg Ausdruck verleihen möchte. Und wie könnte er diesem Verlangen nach Manifestation besser nachgeben, als nach Feder und Tinte zu greifen und durch seine Kreation seiner Gefühlswelt eine Türe zu erschaffen.
Ob der angehende Dichter für sein Werk Ruhe benötigt oder sich viel lieber von den Geräuschen der Natur für seine Freundschafts-Gedichte inspirieren lässt, steht ihm selbstverständlich frei. Das Essentiellste ist und bleibt die Freude, die hoffentlich aufkommt, wenn man beginnt, seine Gedanken auf das Papier zu schreiben. Nur wer mit Leidenschaft zu Werke geht, wird auch schöne Freundschafts-Gedichte zu Tage fördern.
Schlussendlich bleibt zu hoffen, dass sich der Schreiber in der Lage sieht, den grausamen Aspekten des Lebens den Rücken zu kehren und sich der Liebe hinzugeben, sodass sein Gedicht auch wirklich mehr sagt, als es 1000 Blumen könnten.