Geburtsanzeigen
Was kann es schöneres geben. Nach 9 Monaten hält man eines der schönsten Geschenke, das das Leben zu bieten hat in seinen Armen. Das Baby ist gesund und wohl erhalten auf die Welt gekommen. Nun soll das natürlich auch jeder wissen, denn schließlich sollen möglichst viele Menschen dieses private Glück mit teilen. Eine der beliebtesten Möglichkeiten dafür ist und bleibt die Geburtsanzeige. Dabei sind die Varianten für solch eine Anzeige schier unendlich. So muss man sich heutzutage nicht mehr nur auf den Klassiker der Geburtsanzeige, nämlich der Karte beschränken. Durch die immer größer werdenden Möglichkeiten der Print- und Digitalmedien sind der Kreativität der Eltern kaum noch Grenzen gesetzt. Neben der Karte gibt es unter anderem noch die Möglichkeit die gewünschte Geburtsanzeige direkt in eine Zeitung setzen zu lassen. Aber auch modernere Varianten wie das Bedrucken eines Filmplakates mit der individuellen Geburtsanzeige erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Wer bei der Geburtsanzeige zwar auf die eigene Kreativität setzt, aber dennoch eine professionelles und qualitativ hochwertiges Endresultat wünscht, sollte auf eine Druckanfertigung vom Profi nicht verzichten. Ein solches Unternehmen ist zum Beispiel das Atelier Frese Edeldesign aus Düsseldorf, welches als Premium-Anbieter von Privatdrucksachen wie
Geburtsanzeigen gilt.
Die freudige Mitteilung über die Geburt eines neues Erdenbürgers enthält im Regelfall Informationen über Name, Geschlecht, sowie Größe und Gewicht des Kindes. Natürlich wird in den meisten Fällen durch ein schönes Foto das Kind bereits in den ersten Wochen zum Star. Nicht zu vergessen ist natürlich auch die Nennung der frisch gebackenen und stolzen Eltern. Wichtig ist aber auch der Zeitpunkt dieses freudigen und einzigartigen Ereignisses, möglichst auf die Minute oder Sekunde genau, damit Familie, Freunde und Verwandte noch im Nachhinein ordentlich mit fiebern können. In den meisten
Geburtsanzeigen findet man zudem noch individuelle Sprüche, Geschichten und Gedichte, die die Freude der Eltern über den Nachwuchs ausdrücken sollen. Gleichzeitig werden damit aber auch die besten Wünsche und Vorstellungen für die Zukunft vermittelt. Soziologisch gesehen werden Geburtsanzeigen aber nicht nur veröffentlicht um den Stolz der Eltern auszudrücken, sondern soll vor allem dazu dienen das man durch diese Art der Informationsweitergabe sicherstellen kann, das auch jeder der Freunde, Familie sowie andere Verwandte auch garantiert informiert werden und sich nicht benachteiligt fühlen, weil sie eventuell nichts darüber wussten. Dies soll den Eltern auch jede Menge Zeit und Arbeitsaufwand ersparen, da so das Informieren jedes Einzelnen wegfällt. Die Eltern können so in der ersten Zeit ihr neu gewonnenes Glück vollends genießen und sich von den anstrengenden Strapazen der Geburt ausruhen.
Allgemein gesehen lässt sich die Geburtsanzeige zu den Textsorten der Familienanzeigen zuordnen. Zu dieser Kategorie zählt man neben der Geburtsanzeige zum Beispiel auch Heirats- und Bekanntschaftsgesuche, aber auch Todesanzeigen. Die Familienanzeigen sind fast immer durch soziale Hintergründe begründet.Die Geburtsanzeige ist jedoch kein Phänomen der jüngeren Geschichte sondern geht schon sehr weit zurück. In früheren Zeiten, als nur wenige Menschen das Privileg hatten Lesen und Schreiben zu können, war es Aufgabe der Kirche die Geburt eines neuen Kindes zu verkünden. Dabei rief der zuständige Küster der jeweiligen Gemeinde über eine Kanzel aus, wer geboren wurde. Aber das war nicht der einzige Weg zur Verbreitung dieser Information. Was in der heutigen Zeit Funk und Fernsehen, sowie die Printmedien übernehmen, wurde in anderen Zeiten hauptsächlich durch Mund-zu-Mund Propaganda verbreitet. Nur wirklich nahe Verwandte und Freunde wurden durch Boten darüber informiert. Doch durch die immer mehr wachsende Bevölkerung und der daraus resultierenden Urbanisierung, also die Ausbreitung städtischer Lebensformen in ländlichen Gebieten, wurde die Verbreitung der Informationen über Geburten zunehmend schwieriger. Auch die Tatsache das sich die Lesekompetenz der Bevölkerung immer mehr verbreitete trug enorm dazu bei. So war es fast unmöglich alle Verwandten und Freunde zu informieren oder mit einem erheblichen finanziellen Aufwand verbunden, den sich nur sehr wenig Leute leisten konnte.
Mit der immer geringer werdenden Verbreitung per Boten, wurden aber gleichzeitig die Anfänge der Geburtsanzeige begründet. In den Anfängen, also ca. in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden
Geburtsanzeigen fast ausschließlich in Form von Karten versendet und das auch meist nur von der Oberschicht. In dieser galt diese Geste als Zeichen der Höflichkeit. Erst ab dem 20. Jahrhundert wurde dieser Brauch auch den unteren Bevölkerungsschichten zugänglich. Gegen Ende des 20.Jahrhunderts bannte sich die Geburtsanzeige dann schließlich seinen Weg in die Zeitung. Durch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen und Vergleiche der damals in den Zeitungen gedruckten Geburtsanzeigen, wurde ein gewisses Schema der Anzeigen heraus gefiltert. Was dabei besonders auffällt ist die Tatsache das die Geburtsanzeige vor allem mit der ''Verbittung jeglicher Gratulation'' aufgegeben wurde. Zudem wiesen die ersten
Geburtsanzeigen keine besonderen Gestaltung auf und waren nicht einmal vom normales Zeitungsinhalt getrennt. Dies lag vor allem an der Tatsache das zur damaligen Zeit die Technik zur grafischen Gestaltung noch sehr wenig Möglichkeiten bereit hielten. Vom redaktionellen Teil der Zeitung wurden sie dann erstmals ab 1800 getrennt und wiesen dabei auch erste kleinere Gestaltungsfortschritte, in Form eines kleinen Rahmens um der Anzeige, auf. Ansonsten wurden in den Geburtsanzeigen hauptsächlich der Inseratsverfasser (also meistens der Vater) und die Adressaten, für die diese Anzeige gedacht war, genannt.
Ab ca. 1850 wurden die einzigen zudem oft mit dem Zusatz ''statt besonderer Meldung'' versehen. Zur damaligen Zeit war ausschließlich der Mann für die Bekanntmachung des Nachwuchses verantwortlich. Gerade auch in diesem Punkt unterscheiden sich die
Geburtsanzeigen von damals, von denen der heutigen Zeit. Ein weitere Unterschied ist das alle Geburten angezeigt wurden auch wenn es Totgeburten waren, oder die Kinder bereits kurz nach der Geburt verstarben. In der heutigen Zeit ist dies kaum noch vorstellbar. Im Laufe der Zeit durchlebten die Geburtsanzeigen eine Vielzahl von Veränderungen und so wurden in der Zeit zwischen 1940 und 1973 schon bei über 60% aller Geburtsanzeigen beide Elternteile genannt und nicht mehr ausschließlich der Vater wie zu früheren Zeiten. Zudem war die Aufgabe des Inserates nicht mehr alleine die Aufgabe des Vaters, sondern wurde gemeinsam übernommen. Während in früheren Anzeigen fast nur die Verwendung der Formel ''glückliche Geburt'' verwendet wurde, nahm auch dies in dieser Zeit immer mehr ab. Durch die Wandlung des Familienbildes und die dadurch wachsende Bedeutung von Kindern wurden auch bereits vorhandene Kinder als Mitinteressenten namentlich erwähnt. Aber dieser Zeit inserierten auch erstmals andere Familienteile, wie Geschwister oder Großeltern, in der Zeitung für die Ankunft des neuen Erdenbürgers. Auch der Zusatz ''statt besonderer Meldung'' verschwindet immer mehr in der Versenkung. Kinder wurden nicht mehr alleine als Arbeitskräfte angesehen und so zeigte sich in den Inhalten der Anzeigen immer mehr die Nähe zum eigenen Kind. Ausdrücke aus dem Umfeld rund um Freude und Dankbarkeit setzten sich durch. Ab 1980 konnte man eine vermehrte Illustrierung der Anzeigen feststellen, d.h. Immer mehr
Geburtsanzeigen wurden mit Fotos oder ähnlichen Bildern verziert. Auch die Form das die Anzeige aus der Sicht des Neugeborenen abgedruckt wird, findet hier immer größere Beliebtheit. Stetig wachsend ist zudem auch die Angabe des genauen Geburtsdatums des Säuglings. Auch die Verwendung des Wortes ''stolz'' schleicht sich immer mehr in den Inhalt ein und gleichzeitig wird dieser immer emotionaler.
In der heutigen Zeit ist es fast auszuschließen, dass
Geburtsanzeigen nur noch aus dem Grund der Kosten- und Aufwandsersparnis aufgeben werden. Denn durch die stetig wachsende Technologie und den daraus resultierenden Möglichkeiten, stellt die Informationsweitergabe über die Geburt kein Problem mehr dar, da dies schnell und kostengünstig über das Internet, Mobiltelefon oder Festnetztelefon stattfinden kann. Hauptgrund für die Veröffentlichung dieser Anzeigen ist und wird es wohl immer bleiben den Stolz über die eigene gegründete Familie für jedermann ersichtlich zu machen. Und wer schlägt nicht gerne am Morgen die Zeitung auf und wird von meist strahlenden Neugeborenen Empfangen. Dabei spielt es oft nicht einmal eine Rolle ob man diese überhaupt kennt. Ein neu gewonnenes Leben strahlt wohl wie kaum etwas anderes auf der Welt solche eine Lebensfreude und Glück aus. Und so bleibt zu hoffen das sich die Tradition der
Geburtsanzeigen noch weit über die bestehenden Generationen durchsetzen kann und nicht im Laufe der Jahre durch neue Errungenschaften immer mehr in den Hintergrund treten.
Dirk Jakobs
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