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Gaia nimmt eine Milliarde Sterne unter der Lupe

Autor: redshift | Erstellt am: 11.10.2010 | Gelesen: 852
Kategorie: Wissenschaft - Forschung & Technik | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Ein neues Weltraumteleskop soll bahnbrechende Erkenntnisse über das Universum liefern

Galaxien und Sterne
Galaxien und Sterne
Die Geplante Gaia-Mission soll revolutionäre Erkenntisse über die Entwicklung unserer Milchstraße und die darin enthaltenen Sterne liefern

Der Begriff Gaia steht für „Globales Astrometrisches Interferometer für die Astrophysik“. Es handelt sich dabei um einen 11 Meter großen Satelliten, der mit einem speziellen Spiegelteleskop ausgestattet ist. Im Jahr 2011 soll Gaia mit einer russischen Trägerrakete ins All geschossen werden. Um die Entwicklung unserer Milchstraße zu verstehen, müssen wir die Sterne in ihr näher untersuchen. Gaia hat deshalb das Ziel, folgende Fragen zu klären: In welchen Gebieten sind die Sterne entstanden? Wie genau verläuft dieser Entstehungsprozess? Wann entstehen besonders viele Sterne? Dazu wird Gaia das Licht von einem Prozent der 100 Milliarden Sterne in unserer Milchstraße einfangen und auswerten, mit bisher unerreichter Genauigkeit.

Den Weltraum im Visier

Die Entwickler hoffen auch darauf, noch unentdeckte, astronomische Objekte mit Gaia aufspüren zu können. Beispielweise Braune Zwerge, das sind Objekte, die eigentlich zu groß für einen Planeten, aber zu klein für einen Stern sind. Sie sind irgendetwas dazwischen, eine kosmologische Fehlentwicklung könnte man fast sagen. Ihre Masse hat nicht ausgereicht, um in ihrem Innern die Kernfusion zu zünden, die es bräuchte, um sich in ein Stern zu verwandeln. Weiter sollen mehrere zehntausend Planeten fremder Sonnensysteme entdeckt und untersucht werden. Ein Fülle an Information steckt auch in explodierenden Sternen, den sogenannten Supernovae. Zwanzigtausend dieser Ereignisse soll Gaia aufspüren und analysieren. Bisher nur schwer zu beobachten sind Weiße Zwerge. Das sind Überbleibsel von Sternen, die ihr Leben bereits hinter sich haben. Auch unsere Sonne wird eines Tages, genauer gesagt in etwa 6 Milliarden Jahren, als weißer Zwerg enden. Sein Profil: Eine Kugel, kaum größer als die Erde, leuchtschwach und im Vergleich zu einem aktiven Stern relativ kühl. Bevor diese weißen Zwerge jedoch komplett aufhören, ihr schwaches Licht auszusenden, wird ihnen Gaia noch ein paar Geheimnisse entlocken. Mit einer Astronomie-Software können die bereits bekannten Objekte unserer Milchstraße auch vom heimischen Computer aus bestaunt werden. Die Gaia-Mission soll 5 Jahre dauern und kostet Ihre Entwickler rund eine halb Milliarde Euro.

Wer war zuerst da: Die Galaxie oder das Schwarze Loch?

Bis heute ist der Entstehungsprozess von Galaxien nicht vollständig verstanden. Im Zentrum fast jeder großen Galaxie befindet sich ein Schwarzes Loch, auch in unserer Galaxie, der Milchstraße. Ein Rätsel aber ist die Frage, wer denn nun zuerst da war: Die Galaxie, oder das in ihrem Zentrum sitzende Schwarze Loch. Damit ein Schwarzes Loch entsteht, müssen Materiemengen bzw. Sterne vorhanden sein. Sterne gibt es aber nur in bereits bestehenden Galaxien. Andererseits bewirken erst die Energie- und Materieabstrahlungen Schwarzer Löcher, dass sich Materie in seiner Umgebung entsprechend aufheizen und Strukturen bilden kann – nötige Bedinungen für die Bildung einer Galaxie. Die Lösung dieses Paradoxons ist Gegenstand aktueller Forschung.
 
 
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