Alte Fabrik im Valentinskamp Hinterhof
Irgendwann kommt vielleicht jeder Mal am Valentinskamp in Hamburg vorbei – uns passierte es im Mai 2008 bei einem kleinen touristischen Stadtrundgang. Meine Freundin und Partnerin ist Französin und neu in der Stadt und: sie ist Künstlerin…dasselbe gilt für mich zumindest im Bereich Kunst auch.
Was passiert, wenn zwei Künstler mitten in der Stadt eine alte leere Fabrik entdecken, wo zudem noch rund herum alte Häuser stehen? Richtig! Ateliers, Ausstellungsflächen, Künstlerkaffee und vieles, was damit zu tun haben könnte. Wir machten Fotos, überlegten, wie man wohl an das tolle Gebäude herankommen könnte und planten schon mal…aber nicht nur für uns! Wie aus einem Gedanken setzten wir uns an unsere Rechner, recherchierten, dachten nach und kamen zum Schluß: Hamburg braucht ein Art Center, wie Berlin zum Beispiel…anders aufgebaut zwar, aber Art Center für Hamburg. So entstand ein Projekt namens ACH. Gut gelaunt und frohen Mutes, etwas Tolles für Hamburg und natürlich auch für uns und andere KünstlerInnen entworfen zu haben, schickten wir unseren Entwurf zur Kulturbehörde – natürlich an die Senatorin persönlich.
Ja, wir bekamen sogar eine Einladung von der Kulturbehörde und durften unser Projekt noch einmal persönlich vorstellen – nicht der Senatorin, aber immerhin. Kurz, da die Stadt gerade eine Elbphilharmonie baut, wäre für solche Projekte kein Geld vorhanden und außerdem gäbe es ja auch schon so etwas…in Sootbörn (Niendorf/HH). Wir wohnen dort nur 400/500 m von entfernt und erfuhren das Vorhandensein eines solchen Kunstzentrums von der Kulturbehörde. Also wird nichts….dachten wir, über die Kulturbehörde, scheinbar nur dann Interesse, wenn wir auch gleich einen entsprechend hohen Scheck daneben legen, um das Ganze selbst zu machen. Gut, über eine weitere Information aus der Presse erfuhren wir, daß das Bezirksamt Mitte zuständig sei. Wir schickten also unsere Ideen in Form eines Prospektes an den Leiter BZA-HH-Mitte. Hier erfuhren wir dann nach einiger Zeit, daß unser Vorschlag sehr interessant sei und man unsere „Unterlage" an die, mit der Umsetzung betrauten Firma weitergeleitet habe und diese sich bei uns melden würde. Natürlich passierte von der Seite bis heute nichts. Aber: Künstler geben ja nicht auf und so gaben wir unseren Prospekt bei einer guten Gelegenheit an die Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt und den Europa-Abgeordneten Cohn-Bendit – Hintergrund: Wir haben uns viele Gedanken über ökologische Aspekte für die Renovierung der alten Fabrik gemacht…und beide gelten ja als „Umweltfreundlich"…
Nun würden wir unser Projekt gern der Öffentlichkeit zukommen lassen und sei´s nur, um zu sehen, ob man es nicht doch verwenden kann. Davon einmal abgesehen, würde sich unser Projekt absolut ohne Verlust für den geschichtlichen Wert des Gängeviertels in die Umgebung einfügen und könnte zudem diesen Rest Hamburger Geschichte deutlich attraktiver (z.B. touristisch) machen, als die Glas-Stahlfassadige langweilige und tote Architektur drum herum.
Nichts gegen die praktische und einfache Architektur von heute…Flächen sind heute rar und teuer…aber früher hatten Häuserfassaden noch einen eigenen Stil, etwas schönes wohlwollend freundliches. Man konnte Architekten noch auf den ersten Blick unterscheiden.
Es wäre für Hamburg sehr Schade, wenn man der Stadt auf diese Weise die letzten Hamburger Ecken nimmt…
AE.Untiet