Trotz der stellenweise noch sehr niedrigen Temperaturen entdeckten Experten bereits wieder große Populationen des bissigen Spinnentiers. Besonders im Süden Deutschlands und in der Eiffel müssen wir uns vor den
Ixodida, wie die Biester in der Fachsprache heißen, vorsehen. Denn sie können uns mit zwei sehr gefährlichen Krankheiten anstecken, wenn sie uns erwischen. Während wir uns gegen eine davon, die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz
FSME, durch eine vorsorgliche Impfung schützen können, ist dies gegen die sogenannte
Lyme-Borreliose nicht möglich.
Die
Lyme-Krankheit, so wird die
Lyme-Borreliose auch genannt, ist eine Infektionskrankheit, die Muskeln, das Nervensystem, die Gelenke, aber auch die inneren Organe befallen kann. Sie wird von den Borrelien, einer bestimmten Bakterienart, übertragen. Das Problem ist jedoch nicht die Infektion selbst, sondern dass sie oft nicht sofort bemerkt wird. So kann sich der Krankheitserreger fast ungehindert im Körper ausbreiten. Nach der Infektion beginnt der Körper, Antikörper gegen die Erreger zu bilden, ohne dass sich gleichzeitig zwingend Krankheitssymptome zeigen. Reicht dies nicht und wird die Infektion nicht rechtzeitig bemerkt und behandelt, so kann es zu einer Erregerpersistenz kommen. Der Krankheitserreger wird vom Körper nicht mehr selbst bekämpft, die Erkrankung wird chronisch.
Im Allgemeinen äußert sich die Lyme-Borreliose durch schwerwiegende Symptome, die sich im Laufe der Jahre weiter verschlimmern. In der Frühphase kommt es zu grippeähnlichen Erscheinungen, etwa Gelenk- und Muskelschmerzen, jedoch ohne Husten und Schnupfen. Später können chronische Erkrankungen der Sinnesorgane, der Muskeln oder Gelenke auftreten.
Die
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) hingegen wird durch Viren ausgelöst und äußert sich vor allem durch hohes Fieber, Schüttelfrost und Gliederschmerzen. Ein Teil der Patienten erkrankt darüber hinaus an der unter Umständen sehr gefährlichen Entzündung der Hirnhaut, der eigentlichen Meningoenzephalitis. Schreitet die Meningoenzephalitis weiter fort, so kann es zu Bewusstseinsstörungen, Lähmungen oder Koma kommen. Der überwiegende Teil der Erkrankungen heilt, eine rechtzeitige Behandlung vorausgesetzt, folgenlos aus. Bei zehn bis dreißig Prozent der Patienten verbleiben jedoch neurologische Störungen unterschiedlichen Ausmaßes.
Es ist also Vorsicht angesagt. Um auf Waldspaziergänge nicht grundsätzlich verzichten zu müssen, sollte man zwei Dinge beachten. Erstens im Idealfall regelmäßig gegen FSME impfen lassen. So kann der Körper
Antikörper gegen das Virus bilden und sich vor einer Infektion schützen. Die richtige Anlaufstelle hierfür ist der eigene Hausarzt. Zweitens nach dem Spaziergang Kleidung und Körper gründlich nach anhaftenden Zecken absuchen und diese sorgfältig und umgehend entfernen. Traut man sich dies nicht zu, so hilft auch hier sicher sehr gern der Hausarzt.
Tim Hiddemann,
Antibodies Online GmbH