Zecken übertragen FSME-Viren und Borreliose-Bakterien
Im Frühjahr ist es wieder soweit: Die Zecken gehen auf die Jagd. Als Nahrungsquelle suchen die Parasiten sich einen Wirt, den sie an einer Stelle mit möglichst dünner Haut beißen und dann bei ihm Blut saugen können. Für den Wirt ist das unangenehm, aber eigentlich nicht gefährlich. Eigentlich, denn viele Zecken tragen die Erreger für FSME einer Viruserkrankung, die tödlich verlaufen kann.
Mit einem kleinen Pieks beginnt es…
Zecken sind in den meisten Fällen Ansitzjäger. Sie lauern auf auf Gras oder Blättern bis zu einer Höhe von etwa eineinhalb Metern. Kommt ein Säugetier an ihnen vorbei, lassen sie sich fallen und suchen sich eine ungeschützte Hautstelle, an der sie trinken können. Ihre scharfen Beißwerkzeuge dringen dabei fast unbemerkt ein. Auch den Vorgang des Trinkens bemerkt das Opfer nicht.
Die Zecke trinkt soviel Blut, wie sie kann. Das Blut wird verdaut, bis alle verwendbaren Bestandteile herausgesogen sind. Da die Zecke aber kein Ausscheidungsorgan besitzt, würgt sie die unbrauchbaren Bestandteile des Blutes wieder hervor. Ist die Zecke von dem FSME-Erreger befallen, ist dieser auch in dem ausgewürgten Blut zu finden und infiziert den Wirt.
FSME – die Frühsommer–Meningoenzephalitis
Eine Enzephalitis (lat., Gehirnentzündung) wird durch einen Virus hervorgerufen. Rund 70 bis 80 Prozent der betroffenen Patienten zeigen keinerlei Symptome.
Symptomatische Betroffene haben zunächst grippeähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, die von Fieber begleitet werden. Nach etwa einer Woche lässt das Fieber nach, kehrt aber einige Tage später ebenso heftig zurück. Das Virus befällt in diesem Stadium der Krankheit das zentrale Nervensystem und setzt sich dann im Gehirn ab. Dort kann es Gehirnhaut- und Gehirnentzündungen hervorrufen. Betroffene zeigen in diesem Krankheitsstadium häufig verstärkte Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.
Gefährlich ist der Virus vor allem für ältere Menschen. Daher ist gerade für ältere Menschen und kleine Kinder eine Impfung ratsam, wenn sie sich in einem Gebiet mit hohem FSME-Risiko aufhalten. Der Hausarzt kann beurteilen, wann eine Impfung angebracht ist.
Zecken so schnell wie möglich entfernen
Um eine Ansteckung zu verhindern, sollte der Zecke keine Chance gelassen werden, den Erreger wieder in die Blutbahn des Wirts zurückzugeben. Lange Kleidung bei Wanderungen in Feld und Flur helfen, Zecken gar nicht erst an die menschliche Haut heranzulassen. Nach der Wanderung sollte eine gründliche Untersuchung aller Hautpartieren stattfinden. Gerade versteckte Stellen mit dünner Haut wie die Innenseite von Knien, Achseln und Schambereich sowie dem Bauchnabel sollte dabei viel Aufmerksamkeit gewidmet werden. Wird eine Zecke gefunden, darf diese auf keinen Fall mit Kleber oder Wachs beträufelt werden, um sie zu entfernen. Im Todeskampf würde die Zecke erst recht zum Auswürgen ihres Mageninhalts gezwungen werden. Stattdessen wird sie mit Fingernägeln oder eine Pinzette so gepackt, dass ihr ganzer Körper mit einer Drehung aus dem Körper herausgezogen werden kann. Kontrollieren Sie in jedem Fall, dass auch die Beißwerkzeuge aus der Bissstelle entfernt wurden. Abgerissene Beißwerkzeuge können unangenehme Entzündungen hervorrufen. Mehr Tipps zum Thema
Zeckenbisse und InsektensticheTom Wessner