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Frühgeschichte des Bieres

Autor: bierarena | Erstellt am: 18.05.2011 | Gelesen: 935
Kategorie: Essen - Trinken & Rezepte | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Bier ist nicht grade eine neuzeitliche Errungenschaft. Das erste Getränk was dem heutigen Bier ähnelte, wurde bereits erstmalig 6000 vor Christus erwähnt.

Die Babylonier und das Bier
Die Babylonier und das Bier
Die Babylonier weichten Gerstenbrot in Wasser und warteten, bis die Gärung vollendet war. Der Prozess der alkoholischen Gärung war ihnen dabei aber noch völlig unbekannt. Ungefähr 3000 vor Christus änderten und verfeinerten die Ägypter die Brauerzeugnisse durch unterschiedlichster Würzstoffe.

Die ersten Bierrezepte

Erste Aufzeichnungen und Erwähnungen über Bierrezepte lassen sich aus der Zeit um 2000 v. Chr. finden. Diese beschreiben die Herstellung größerer Mengen des Gerstensaftes, die nicht nur zu ehren der Götter produziert wurden. Ebenfalls gab es auch Einträge in den Büchern der einzelnen Lagerhäuser, wie viel Getreide an die jeweiligen Brauereien ausgegeben wurden. Weitere Berichte erstellten die antiken Braumeister. Sie hinterließen noch heute einsehbare Schriftstücke, in denen man Aufzeichnungen findet, wie viel Biersorten sie aus den von den Lagerhäusern erhaltenen Getreide gewonnen haben. Schon früher waren es bis zu 20 unterschiedliche Biere.

Bier und das Gilgamesch-Epos

Etwa zu dieser Zeit entstand auch eines der ersten großen Werke der Weltliteratur. Das Gilgamesch-Epos beinhaltete alte Mythen, die zum ersten Mal schriftlich aufgenommen wurden. So spielte bei der Menschwerdung, neben dem Brot, das Bier eine zentrale Rolle. Gemeint ist hier die Entwicklung vom urzeitlichen Individuum bis zum heutigen modernen Menschen. Ein im Werk vorkommendes Zitat untermauert die Verbindung zwischen der Kultivierung und dem Bier. Ein Abschnitt handelt von einem primitiven Urmenschen. Zu seinen stupiden Aufgaben gehörte es, Grass zu fressen und Tiere zu melken. Das von seiner urtümlichen Kraft bestärkte urzeitliche Wesen wollte es mit dem halbgöttlichen Herrscher Gilgamesch aufnehmen.

Das schon fast tierhaft wirkende Wesen trug den Namen Enkidu. Der besonnene Gilgamesch sendete dem Wilden zunächst eine Dirne. Diese Dirne und deren Hirten brachten Enkidu zunächst eine kultivierte Lebensart bei.

Zitat:
"Nicht wusste Enkidu, was Brot war, wie man es zu essen pflegt. Auch Bier hat er noch nicht gelernt zu trinken". Da öffnete die Dirne ihren Mund und sprach zu Enkidu: "Iss nun das Brot, o Enkidu, denn das gehört zum Leben, trink auch vom Bier, wie es des Landes Brauch!"

20 Biere für Babylon

Dank schriftlicher Niederlegungen weiß man heute, dass die Babylonier schon früher acht Biersorten aus reinem Emmer, acht weitere aus Gerste und vier aus einem Getreidegemisch gewinnen konnten. Dazu gehörten unteranderem Dünnbiere, feine weiße Biere, rote Biere, Schwarzbiere und die sogenannten „Prima-Biere". Diese Biere kann man vielleicht mit den heute gern getrunkenen Premium-Bieren vergleichen. Der Gerstensaft erlangte eine so große Beliebtheit, dass er bis in das ferne Ägypten exportiert wurde.

Trotz einer sorgfältigen und qualitativ hochwertigen Produktion waren die Biere nie klar (also nicht gefiltert) und beinhalteten feste Rückstände. Zwangsläufig musste man also das Bier durch ein Trinkrohr konsumieren. Das heute eher unkonventionelle Verhallten war früher also ein notwendiges Übel. Zu dieser Zeit galt die "Verordnungen zum Schutze der Verbraucher" welche vom König Hammurabis beschlossen wurden. Der Inhalt kann von Forschern heute entschlüsselt und übersetzt werden. So wurde eine Wirtin, die Geld statt Gerste zur Bezahlung annahm, im Wasser ertränkt. Das Gleiche geschah wenn man minderwertiges Bier Ausschank. Ähnlich schwer hatten es Priesterinnen die eine Gaststätte betraten geschweige eine eröffneten. Sie wurden einfach verbrannt. So die Regelungen vom König Hammurabis.

Je nach der sozialen Schicht stand der jeweiligen Person täglich eine gewisse Ration an Bier zu. So erhielten Arbeiter und Angestellte 2 Liter pro Tag. 3 Liter durften Beamte und Verwalter konsumieren. Den größten Anteil mit 5 Litern pro Tag hatten die Provinzverwalter und Oberpriester. Weibliches Personal zu Hofe hatte Anspruch auf 3 Liter süßes Bier. So war das Bier unzertrennlich mit dem sozialen Leben verbunden.

Griechen – Römer – Bier

Berichten von Plinius zufolge genoss das Bier im Mittelmeerraum eine große Beliebtheit. Erst nachdem der Weinanbau populär wurde, verschwand das Bier allmählich von der Bildfläche. In Außenprovinzen, wo kein Weinanbau möglich war, genoss man weiterhin die verschiedensten Biersorten. Ebenso wie den Römer, war den Germanen und Kelten die Bierherstellung bekannt.

Höchst wahrscheinlich erreichte das Bier Europa nicht über den Mittelmeerweg, sondern eher mit der Völkerwanderung über nördliche Routen.

Kulmbacher Bieramphore – ältester Nachweis des Brauens auf deutschen Grund

Der älteste Nachweis für das Brauen auf deutschen Boden ist eine Amphore aus dem Jahr 800 v. Chr. Dieses aus der Hallstattzeit stammende Gefäß wurde 1935 in der Nähe von Kulmbach entdeckt. Zu finden ist dieser Fund im bayrischen Brauereimuseum.

Ein aus der Nähe von Trier stammender Bierverlegestein aus den ersten Jahrhunderten beweist, dass Bier auch bei uns schon ein Handelsgut war.

Im bayrischen Straubing fand man den ältesten Bierkrug der Welt. Er wurde einem Kämpfer und auch höchstwahrscheinlich einem Bierliebhaber in das Grab gelegt.

Maßvoller Genuss der Germanen

Die Germanen riefen zum maßvollen Genuss des Bieres auf. In der Trinkregel der Edda, das ist eine alt-isländische Ansammlung von Liedern, Mythen und Sagen: „Nicht klebe am Becher, trinke Bier mit Maß!"

So wie auch schon die alten Ägypter das Bier für Opfergaben nutzten, verwendeten auch die Germanen den Gerstensaft dazu, ihre Götter positiv zu stimmen. Einer nordischen Sage nach brachte der Gott Ägir einen großen Kessel Bier in seinen Besitz und bewirtete so Götter und Ihre Gäste.
Auch die Finnen waren dem Bier alles andere als abgeneigt. Der finnischen Volksdichtung Kalevala nach, gibt es ca. 200 Versen über die Erschaffung der Erde. Ganze 400 Versen aber wurden der Entstehung des Bieres geschenkt. Auch das ist ein Beweis dafür, was für eine große Rolle das Bier einnahm.

Übrigens war in den ersten Jahrhunderten das Brotbacken und das Brauen von Bier fest in der Hand der Frauen. Wenn den Damen ein Bier besonders gut gelang, lud man Nachbarn und Bekannte zum „Bierkränzchen". Heute auch in abgewandelter Form unter dem „Kaffeekränzchen" bekannt.

Moritz Knöfel
www.bier-arena.de

 
 
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