Britische Forscher fanden heraus, dass eine frühe Menarche (= die erste Monatsblutung) das Gesundheit Risiko bei Frauen erhöht, später eine Herzkrankheit zu entwickeln oder an dieser zu sterben. Mit „früh" meinen die Forscher ein Alter von unter 12 Jahren.Studienziel und Bedingungen
Ziel der Studie(n) war es, einen Zusammenhang zwischen dem Alter bei der ersten Menstruationsblutung und kardiovaskulären (= Herz-Kreislauf) Risikofaktoren, Folgekrankheiten (Schlaganfall, Herzinfarkt) und einer erhöhten Sterberate herzustellen.
An der Studie nahmen 15 807 Frauen in einem Alter von 40 bis 79 Jahren teil, die über 13 Jahre beobachtet wurden. Während dieses Zeitraumes entwickelten 3 888 Frauen eine kardiovaskulär bedingte Erkrankung, wie bsp. Herzkrankheiten oder Schlaganfälle, 1 903 Frauen starben. Zu den Todesursachen zählten unter anderem kardiovaskulär bedingte Todesfälle (640 Frauen) und Krebserkrankungen (782 Frauen).
ErgebnisseDr. Rajalakshmi Lakshman und ihre Kollegen fanden heraus, dass Frauen mit einer frühen Menarche ein 23 Prozent größeres Risiko hatten, später an einem Herzleiden zu erkranken, und sogar ein 28 Prozent höheres Risiko aufwiesen, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Die Frauen hatten auch insgesamt ein höheres Sterberisiko (22 Prozent). Zudem war ihr Risiko höher (25 Prozent), an Krebs zu sterben.
SchlussfolgerungenDie Studienergebnisse lassen den Schluss zu, dass Frauen mit einer frühen Menarche ein erhöhtes Risiko für ernste Gesundheitsprobleme haben, jedoch betreffen die Risiken nicht jede Frau. Allerdings sollten die Frauen auf den Zusammenhang zwischen einem frühen Menstruationsbeginn und den eventuellen gesundheitlichen Folgen aufmerksam gemacht werden. Der frühe Menstruationsbeginn und die gesundheitlichen Folgen scheinen auch teilweise mit einer größeren Menge an Körperfett bei früh menstruierenden Frauen in Verbindung zu stehen.
Dr. Rajalakshmi Lakshman empfiehlt daher, dass die Frauen ein verstärktes Bewusstsein für ihre Gesundheitsrisiken entwickeln und auf ihr Körpergewicht achten sollten. Weitere Forschungen sind jedoch nötig, um herauszufinden, ob eine frühe Menarche an sich einen Risikofaktor für spätere Erkrankungen darstellt oder ob sie nur ein Marker für andere Risikofaktoren, wie starkes Übergewicht in der Kindheit, ist.
Weitere interessante ZusammenhängeAus früheren Studien weiß man, dass es noch weitere Zusammenhänge zwischen einer früh einsetzenden Menstruation und späteren gesundheitlichen Risiken gibt. So konnte eine norwegische Studie belegen, dass Frauen mit einer früh einsetzenden ersten Monatsblutung ein leicht erhöhtes Sterberisiko gegenüber Frauen hatten, bei denen der Menstruationsbeginn bei 14 Jahren lag. Eine andere Studie verknüpft eine frühe Menarche mit einem erhöhten Risiko, an Diabetes im Erwachsenenalter zu erkranken. Ein Erklärungsansatz dafür scheint zu sein, dass Frauen mit einem höheren Bodymassindex (BMI) – der als Risikofaktor für die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2 gilt - auch früher ihre erste Menstruation bekommen.
Eine Reihe von Studien haben eine frühe Menarche auch in Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, gebracht. Dies liegt vermutlich daran, dass das Hormon Östrogen durch den frühen Menstruationsbeginn eine längere Lebenszeit auf den weiblichen Körper einwirkt. Dr. Lakshman sieht darin auch einen Zusammenhang mit der höheren Krebsrate in ihrer Studie. Zudem kann der frühe Menstruationsbeginn mit dem Risiko, einen Bluthochdruck zu entwickeln, oder hohe Cholesterinwerte zu bekommen, in Zusammenhang gebracht werden. Allerdings sind die Gründe dafür unbekannt.
Weitere Gesundheitsinformationen:Dr. med. W. Kellner
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