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Fruchtbare Beziehungen zwischen Immobilienwirtschaft und Kreativwirtschaft

Autor: beckinfo | Erstellt am: 04.11.2010 | Gelesen: 489
Kategorie: Bau - Planung & Architektur | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Bei der Gebäudenutzung sind Kulturschaffende robuster als andere Wirtschaftsgruppen

Immobilienwirtschaft findet, so wichtig wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen auch immer sein mögen, direkt bei uns vor Ort, d.h. auf der Ebene des Standortes statt. Es muss untersucht und nachvollziehbar beschrieben werden, wie sich die Immobilienwirtschaft konkret in das sie umgebende Netz der Standortfaktoren, d.h. einschl. Kreativwirtschaft einfügt.

Kultursiedler sind Auslöser für Standortentwicklungsprozesse. Sie wirken als Multiplikatoren und arbeiten vergleichbar mit einem Pflanzbewuchs auf nährstoffarmen Böden. In diesem Bild sind sie der Humus, den „nährstoffarme Standorte" brauchen. Auf dem dadurch „veredelten" Standort werden auch andere Pflanzen, sprich Wirtschaftszweige, überlebensfähiger. Kulturschaffende sind oft robuster als andere Wirtschaftsgruppen und nehmen auch Räumlichkeiten mit geringer baulicher, energetischer oder ausstattungstechnischer Qualität in Kauf, wenn dafür andere Vorteile (günstige Mieten, stützungsfreie Ausstellungsräume, Laderampen) erreichbar sind.

Vor dem Hintergrund einer Bilanzierung der Standortfaktoren werden Optionen für die Potenzialausschöpfung der Immobilienwirtschaft eines Standortes beschrieben u.a. bei Becker, Jörg: Immobilienwirtschaft im Standort-Möglichkeitsraum – Wirkungsbeziehungen im Kräftefeld der Standortfaktoren, Standortbilanz als 360-Grad Rundum-Radar, 2010, ISBN 9783839123065

Wer aber könnten nun diese Kultursiedler und Raumpioniere sein. Prädestiniert hierfür sind Akteure der kleinen Kulturwirtschaft. Dabei geht es um einen Sammelbegriff für unterschiedlichste Richtungen eines in vielen Facetten schillernden Wirtschaftszweiges. Es sind vorwiegend Künstler, Freiberufler und Kleinstunternehmen aus den Bereichen Werbung und Design, Architektur und Innenarchitektur, Raumgestaltung, Shop- und Ausstellungsdesign, Kunsthandwerk (Restauratoren, Instrumentenbauer, Buchbinder, Goldschmiede u.a.), Kunst (Galerien, Maler, Bildhauer, Video- und Objektkünstler), Musik (Komponisten, Interpreten, Tonstudios, kleine Musiklabels, Musikvertrieb, Veranstaltungsplanung), Kultur- und Eventmanagement (Sponsoring, Projektkonzeption), Kulturtourismus, Kulturpädagogen.

Besondere Lagequalitäten von Liegenschaften werden zuerst von jungen Kreativen entdeckt. Bislang vernachlässigte Liegenschaften erfahren aufgrund von Kreativaktivitäten mehr Aufmerksamkeit. Kleinstunternehmen der Kulturschaffende suchen bevorzugt Standorte, an denen sie in einem ihnen gemäßen Umfeld agieren können. Akteure der Kulturwirtschaft agieren als „Raumpioniere" oder „Kultursiedler". Beispielsweise werden leerstehende Ladenlokale oder Brachflächen mit kreativen Aktivitäten zu neuem Leben erweckt. Leerstand = Ressource: Folgen von Abwanderungen, Bevölkerungsrückgang und damit geringer Nutzungsintensität (z.B. Ladenleer-stand in Erdgeschosszonen mit einer Negativimage-Abwärtsspirale, Zeichen der Verwahrlosung, steigenden Kosten der technischen und sozialen Infrastruktur) werden gemildert und aufgefangen.

Jörg Becker (www.beckinfo.de)
 
 
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