Freising
In Freising waren die Ansichten in Bezug auf die Spielhallen klar, die überall auftauchen wie falsche Fünfziger. Es sind zu viele und ihre Vermehrung muss unter allen Umständen gestoppt werden. Dies ist der Grund weswegen sich Freising nun dem Beispiel seines Nachbarn Erding folgt, um ein Prinzip zu entwickeln, um die Etablierung neuer Spielhallen einzugrenzen. Erding ist bereits mitten im Krieg gegen die Casinos und einen wichtigen Schritt weiter als Freising.
Denn in Erding wurde erst vor kurzem ein Konzept abgesegnet, mit dem man die Verbreitung der Spielhallen lenken wollte. Hierbei greift man in Erding auf das Resultat einer Untersuchung der Gesellschaft zur Markt- und Absatzforschung, nach der in Erding nur zwei potentielle Standorte für Automatencasinos existieren sollen. Erding hat ein massives Problem mit den Spielhallen, denn die Bürger haben die Möglichkeit, ihr Geld über 22 Spielhallen zu verprassen. Für die GMA sei klar, dass die eine mehr als ausreichende Ausstattung darstelle. In Erding käme auf 1.400 Einwohner eine Spielhalle, in Bayern liegt dieser Wert bei 3.900 und deutschlandweit bei 4.700.
Die massive Kaufkraft, eine gute Entwicklung der Bevölkerung und wachsende Übernachtungen seien das Motiv für den hoch angesiedelten Anteil, den die Erdinger an Spielhallen besitzen. In Freising ist die Situation fast genauso. An 5 Standorten gibt es insgesamt 10 Spielhallen und ein weiteres Casino im Gewerbegebiet sei geplant. Dies passiert allerdings gegen den Wunsch der meisten Stadträte, die vergebens versuchten, die Etablierung solcher Etablissements zu vermeiden. Sie haben bislang keine juristische Möglichkeit, um gegen den neuen Plan vorzugehen.
Um eine Spielhalle zu befürworten oder abzulehnen, ist es wichtig, dass in den Bebauungsplänen der Stadt genau geregelt ist, wo die Casinos sich niederlassen können. Die Bauverwaltung in Freising befasst sich momentan an einem Konzeptvorschlag für die Verbesserung der Bebauungspläne. Die Auswertung, welche in Erding die GMA durchführt, hat man in der Baubehörde von Freising selbst durchgeführt.
In dem neuen Plan sei es auch vorgesehen, dass die Angerstraße eine Struktur erhalten soll und die Wohnbebauung auf der Westseite ausgedehnt werden soll. Zudem sollen sich hier keine Casinos niederlassen dürfen. In anderen Zweigen der Stadt wird es zukünftig ein Verbot von Spielhallen geben. Bis es aber zu einem finalen Konzept über die Aufteilung der Spielhallen in der Stadt kommt und dies auch angewandt wird, wird noch einige Zeit verstreichen.
Erding geht es auch so, denn obwohl man hier bereits ein derartiges Konzept in der Hand hält, ist es notwendig das nach und nach sämtliche Bebauungspläne der Stadt an die gegebenen Umstände angepasst werden und mit einer Begründung versehen werden müssen. Die Arbeit ist zeitraubend und langwierig.
Lena Koch