Rainer Sauer/Autor/Dozent
Die Freiheit ist unser
höchstes Gut und somit auch unser aller
kostbarstes Vermögen. Das beinhaltet auch, daß unser freier Wille ein göttliches Werkzeug zur unbegrenzten Lebens und Selbst Entfaltung darstellt. Freiheit ist die Grundlage unseres Seins und der
Nährboden für alles, was daraus erwächst. Alles uns Erscheinende ist geboren aus der Freiheit, und alles, was uns als Menschen und auch als göttliche Wesen ausmacht und bedeutsam ist, kann nur auf dem Boden der Freiheit gedeihen. Das gilt besonders für das Lebendigsein, die Kreativität, die Individualität und nicht zuletzt für die
bedingungslose Liebe. Hier ist auch zu erwähnen, daß das Wesen der Freiheit impliziert, daß jede Bewegung in alle Richtungen offenen Raum antrifft. Demnach ist es paradoxerweise auch möglich, daß wir die Freiheit als Gefangensein in der Unendlichkeit erfahren, da wir in manch einem Moment nicht wissen wohin. Ein
positiver Umstand, praktisch eine integrierte Sicherung, welche uns unumgänglich immer wieder zur Auseinandersetzung mit dem Wieso, Weshalb und Warum hinführt, um nicht zu sagen, eine Beschäftigung mit diesen Fragen erzwingt. Und somit den Bewußtwerdungs Prozeß mit der nötigen Motivations Energie begabt und versorgt. Was soviel heißt wie, wenn wir uns in unserer Freiheit verirren, oder gar dem Schein verfallen, uns darin verloren zu haben, stellen sich uns die Fragen, des Wer, Wieso und Warum fast schon wie von selbst, und dieses Gefühl von Verlorensein, von Einsamkeit und Isolation läßt uns immer wieder auf ein neues motiviert nach neuen Wegen in Richtung Verbundenheit und Einheit Ausschau halten.
Aus Freiheit geboren, von der Freiheit geführt bewegen wir uns also auf unserem ureigenen Weg der göttlichen Entfaltung. Freiheit ist unser Geburtsrecht, ist jedem Menschen grundsätzlich als Begabung eigentümlich. Und so ko-existiert und überschneidet sich in gewisser Weise natürlich meine Freiheit immer auch mit derjenigen der anderen menschlichen Wesen. Was einen Lebensraum schafft, in dem wir gleichzeitig sowohl unsere Individualität als auch das Individuelle in unserem Gegenüber wahrnehmen können. Wir aber auch simultan durchaus unser Gemeinschaftliches, nämlich das Miteinander Eins Sein immer auch präsent haben. Wir uns somit in einem art spezifischen Milieu befinden, also in einem Kollektiv, bestehend aus Individuen gedeihen, welches uns spezifische Erfahrung im Miteinander, sowohl im Kooperativen als auch im Alleinsein, in der Distanziertheit, also als einzigartiges Wesen bietet. Was uns gewissermaßen das Potential zur Verfügung stellt, Entscheidungen treffen zu können, welche uns auf unserem kontinuierlichen Scheideweg der Erfahrungswelt eine mannigfaltige Begehungsweise eröffnet. Und dies bedeutet hier insbesondere, Begegnung mit uns selbst, also das uns selbst Zugeneigte zu erfahren. Und andererseits aber auch dem Aufeinanderzugehen seinen Spiel Raum zu gewähren. Was ein quasi unbegrenztes Variations Potential ergibt, wenn wir uns vorstellen, daß wir die beiden Extreme Individualität und Kollektivität in jedem Moment in einem neuen einzigartigen Mischungsverhältnis erleben. Wir uns also in einem ständigen Wandlungs Prozeß befinden, bei dem wir unentwegt versuchen, uns treu zu bleiben und gleichzeitig den Versuch starten, dem Wohlseins des Ganzen gerecht zu werden, von dem wir nebenbei bemerkt ja auch ein wesentlicher Teil sind. In Freiheit streben wir zu unserer Individualisierung, zum Abgespaltetsein hin, begegnen dem Alleinsein per se, und nähern uns gleichzeitig der Einheit und Verschmelzung miteinander, was dem All-Eins-Sein entspricht.
Freiheit ist eine Bedingtheit der Unendlichkeit, aus der wir herkommen und zu der wir unentwegt hingezogen werden und auch gleichzeitig von uns selbst aus hinströmen. Unser Lebensweg ist vorgezeichnet von unserem Verlangen und Sehnen nach ihr sowie auch unsere Bewegung geleitet ist durch das Hinstreben zu ihr. Freiheit ist für uns alleeine gleichförmige, gültige feste Größe, und in ihrem Wesensraum sind wir alle unbedingtgleichwertig. Sie ist zum einen Lebensraum und zum anderen Lebensform, welcher universelle Gerechtigkeit zugrunde liegt. Sie ist der wahre Grund unserer Existenz. Wir sind entstanden aus ihr, und sie hat mittels ihrer universellen Legitimität, die jeglicher Entfaltung von Form und Gestalt zugrunde liegt, unsere Geburt aus der Einheit in die Dualität ermöglicht. Mit anderen Worten, sie hat unser Hinausschreiten aus der Verbundenheit, aus dem Einssein, also das Hineingehen in die Wahrnehmung des Getrenntseins, des Allein Seins erst möglich gemacht. Durch sie sind wir in der Lage, in dieser irdischen Erlebniswelt das Getrenntsein zu erfahren und uns frei willentlich mittels unserer Bewußtwerdung für das individuelle Erleben des All Ein Seins zu öffnen. Wir sind durch die Freiheit vermögend, am unendlichen Verwandlungsprozeß des Werdens und Vergehens teilzunehmen. Wir erleben uns als Schöpfer und als Schöpfung, erleben uns als Teil vom Ganzen, aber auch als Ganzes an sich. Und wir haben dadurch die Fähigkeit, am kreativen Prozeß des Lebens mitzugestalten, eben schöpferisch zu sein und zu werden. Wir sind durch sie vermögend, unser individuelles Wesen zu verwirklichen, welches aufgrund ihrer Beschaffenheit lebendig wurde. Freiheit ist die Geburtsstätte unserer Existenz und auch allen Seins.Im Strom der Unendlichkeit gebärt Freiheit immerfort Freiheit.