Frauen in Japan - Geishas
Geishas zu sehen ist für viele Touristen beim
Japanurlaub ein Ziel. Dabei gibt es gerade über diese Frauen endlos viel Vorurteile. Die
Geisha war ursprünglich ein männliches Berufsbild. Von guter Herkunft wurden die jungen Männer in der Konversation, Kunststücken und Tanz ausgebildet. Ihre Aufgabe war es die oberen Bevölkerungsschichten, zum Beispiel bei Hofe, zu unterhalten. Eine Geisha konnte zu jeder Zeit an jeder Unterhaltung teilnehmen, ohne den Gastgeber zu blamieren. Erst vor wenigen hundert Jahren entdeckten die Auftraggeber, dass weibliche Geishas noch hilfreicher bei vielen Festen sind als ihre männlichen Kollegen und damit wurden die Männer innerhalb kurzer Zeit aus dem Beruf verdrängt.
In Japan war es schwierig, selbst in den besser gestellten Häusern, die Mädchen zu ernähren und sie gut auszubilden. Sie angemessen zu verheiraten war oberstes Ziel. Bei mehreren Töchtern wurde das schwierig und nicht selten wurde die jüngste Tochter an Geisha Häuser verkauft. Da das eigentlich damals schon verboten war, wurde eine Art Adoption vereinbart. Die Mädchen wurden in Gesang, Kunst, Politik und Zauberkünsten unterrichtet. Sie waren hoch gebildet und sehr klug. Das Interesse gut betuchter Herren war groß und viele Geishas hatten ihre Gönner. Für kurze Zeit drohten sie auch zu Prostituierten zu werden, was ihnen dann jedoch von der Regierung verboten wurde. Seit dieser Zeit trägt die Geisha den Knoten ihres Kimonos hinten, denn sie hat keine Notwendigkeit, im Gegensatz zur Kurtisane, den Kimono schnell auszuziehen.

Geishas behielten ihre beispielhafte Perfektion. Kleidung, Frisur, sehr wenig Schmuck und ihre exzellente Fähigkeit jeden zu unterhalten, machten sie nicht nur für die Bewahrer der Kultur Japans, sondern auch zu einem anbetungswürdigen Geschöpf. In ihrer Partnerwahl waren die Geishas frei und während des zweiten Weltkrieges sorgten sie weltweit für ihren Mut für allerhöchste Anerkennung, denn sie versteckten verfolgte Freunde und nutzten all ihre Verbindungen, selbst wenn sie dafür ihr Leben aufs Spiel setzten, ihre Freunde zu beschützen. Geishas sieht man heute beim
Japanurlaub kaum noch. Wer sich für einen Japanurlaub während des Kirschblütenfestes entscheidet, mag vielleicht etwas Glück haben und in den großen Parks auch eine Geisha erspähen, die dort einen Auftraggeber begleitet.
Junge
Frauen in Japan interessieren sich für diesen Beruf heute kaum noch. Die Töchter aus gutem Hause, bekommen im Zeitalter der Gleichberechtigung eher die Möglichkeit zu studieren und ihr Wissen zum eigenen Vorteil zu nutzen und absolut unabhängig zu sein, was man auch beim
Japanurlaub bemerkt. Die Häuser, die die Geishas über jahrelang mühevoll und mit äußerster Disziplin ausgebildet haben, haben heutzutage Nachwuchssorgen. Beim Japanurlaub wird der Tourist, der sich mit der Geschichte Japans beschäftigt hat, feststellen, dass sich das Frauenbild wie in Europa verändert hat. In Japan führt diese Entwicklung dazu, dass der
Beruf der Geisha als Hüterin der Kultur ihres Landes aussterben wird.