Auszug aus dem Gedichtband "Du und Ich II" vom Karlsruher Schriftsteller und Dichter Rainer SauerFrau und Mann
Sich nicht selten allzu ferne sind
Ist es denn wunderlich
Wenn der Mensch selbst uneins ist
Sucht der Mensch doch oft vergebens lebenslang
Die innere Nähe zum Männlich' und Weiblichen
Und sieht in sich selbst gar nur das Neutrum
Frau sucht den Mann in sich
Der Mann ersucht die Frau
Wobei doch oftmals
Weder der Mann das Maskulin'
Noch die Frau das Frauenhafte errungen hat
Übrig bleibt oft nur das Fragen
Wer bin ich, was will ich, wohin mit meinem Sinnen
Bis endlich beides, Männlich' und Weibliches
Gegenseitige Einigung erlangt
Der Mensch nun gleichermaßen
Liebend Mutter und Vater in einem
Im Innern die beiden Geschwister sieht
Und einfach alles als sein Eigentum erkennt
Mann und Frau in sich zu sehen lernt
Und plötzlich die ganze Menschheit in sich weiß
Sich dann vollkommen erlebt
Und sich somit seine Ganzheit beweißt