BBlur Expo02
Als Entwickler und Hersteller von Nebelanlagen vom Typ Fog System sehe ich mit Besorgnis die Gefahr von krankheitserregenden Mikroorganismen im Wasser. Dies kann eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit darstellen, doch weitaus gefährlicher ist es, wenn kontaminiertes Wasser durch die Lunge eingeatmet wird.
Viele Unternehmen preisen ihre Nebel Systeme als die Lösung für Outdoor-oder Indoor-Kühlung. Besprühen mit Wasser unter hohem Druck erzeugt einen feinen Nebel mit winzigen Wassertröpfchen. Diese Tröpfchen haben eine Größe von ca. 5-100 Mikron je nach Druck und die Düsentyp.
Der Effekt beruht auf einem einfachen physikalischen Prinzip, genannt Verdunstungskühlung. Bei der Änderung des Aggregatszustandes wird flüssiges Wasser durch Verdunstung in Aerosole überführt. Dabei gelangen auch die im Wasser enthaltenen Bakterien in die Umgebungsluft.
Unsere Immunabwehr funktioniert nur dann, wenn wir bei guter Gesundheit sind. Dies ist die erste Gefahr für Personen, die bereits durch vorhandene Krankheiten geschwächt sind. Wenn wir Wasser trinken oder ein Bad nehmen, schützen uns unsere Haut und unser Magen-Darm-Trakt vor dem größten Teil potentiell pathogener Risikofaktoren. Doch wenn wir kontaminierte Luft einatmen, gelangen die Krankheitserreger auf der Ebene der Lungenbläschen direkt in die Blutbahnen. Dies ist die zweite Gefahr.
Zu den häufigsten pathogenen Bakterien, die im Wasser vorhanden sein können gehören: Fäkalcoliforme Bakterien, Fäkal-Streptokokken, Pseudomonas aeruginosa, Aeromonas hydrophila, Staphylococcus sp., aber auch Viren.
Eine ganz besondere Art von Risiken bilden Legionellen, die vorrangig in technischen Systemen auftreten, wie zum Beispiel in Leitungssystemen von Nebelanlagen (fog system). Diese Art von pathogenen Mikroorganismen ist besonders gefährlich und kann lebensbedrohlich sein.
Legionellen können in Stadt-, Oberflächen-oder Grundwasser vorkommen und breiten sich aus, wenn das Wasser über längere Zeit steht, wie z.Bsp. in Kesseln, Tanks, Behältern Boilern, oder im Wasserleitungsnetz. Sie wachsen am besten in warmem Wasser von 35 bis 46 ° C (95 bis 115 ° F). Daher ist das Risiko besonders während der warmen Jahreszeit oder in südlichen Regionen gross.
Es gibt verschiedene Wege, um Risiken einer Kontamination in einem Fog System einzudämmen:
- Verwendung von frischem Wasser, das regelmässig von einem Labor kontrolliert wird
- UV-Behandlung, Chlorung, Umkehrosmose, Ozon
- Entwässerung des gesamten Rohrsystems nach Gebrauch
- Wärmeschutz des Rohrnetzes
- Das ganze System so sauber wie möglich halten, Filter, Rohre, Ventile, Pumpen
- Nach einem Ausfall oder einer Unterbrechung, das Nebelsystem während einiger Zeit laufen lassen, ohne dass sich dabei Personen im unmittelbaren Sprühbereich aufhalten
- Keine Wasserbehälter, Puffer- oder Lagertanks für das Wasser
- Verhindern von Kalkansatz auf den Düsen und im Leitungsnetz
- Erstellen eines Prozessmodelles für ein Risikomanagement
Probleme, die auftreten können: Laboruntersuchungen können nur über einen punktuellen Stand der potenziellen Risikofaktoren Auskunft geben. Eine UV-Behandlung ist nur dann effizient, wenn die Strahlung und Durchlaufzeit auf konstante Wasseranalysewerte richtig eingestellt sind. Einige Bakterien wie Legionellen benötigen eine hohe Dosierung von Chlor, was wiederum gesundheitlich nicht unbedenklich ist. Ganz abgesehen von möglichen Korrosionsschäden.
Wenn Sie mit Anbietern von Nebel- und Fogsystemen zu tun haben, sollten Sie über die Risiken einer möglichen Kontamination fachlich beraten werden. Eine Wasseranalyse und ein angemessenes Risikomanagement müssen Bestandteil der Projektplanung sein.
Es gibt dazu noch einen letzten Punkt, den Sie berücksichtigen sollten. Was passiert, wenn eine bereits von anderswo mit Legionellen unwissentlich kontaminierte Person den Nebel Ihre Anlage einatmet, z. Bsp. wenn Sie gerade vorher eine warme Dusche im Hotelzimmer genommen hat? Und dann behauptet, für den Ursprung der Krankheit sei Ihr Sprühsystem oder Ihr Nebelsystem verantwortlich!
In diesem Fall kann die Verwendung eines Daten-Loggers in Ihrer Wasseraufbereitungsanlage (wie UV-Filter) sehr nützlich sein, um jederzeit den Beweis antreten zu können, dass alle Systeme zur Vorbeugung gegen eine mögliche Kontamination zu den fraglichen Zeitpunkten einwandfrei funktionierten. Eine regelmäßige Wasser-Analyse, sowie eine Genehmigung durch die lokalen Gesundheitsbehörden könnten eine zusätzliche hilfreiche Massnahme bilden.
Francois Weber
Fog System