Feinsprühlöschanlagen vom Typ Fog System
Brandschutz galt noch vor einigen Jahren als ein Stiefkind technischer Erneuerungen. Der traditionellen Pumpen- und Spritztechnik mit möglichst viel Wasserverbrauch gab es praktisch nichts entgegen zu setzen. In den vergangenen Jahren sorgten jedoch spektakuläre Brände für großes Aufsehen: Tunnelbrände wie am Mont-Blanc, Brände auf Erdölfeldern, in Raffinerien oder in Kunstsammlungen wie die Bibliothek von Anna Amalia, haben gezeigt, dass nach anderen Lösungen gesucht werden muss.
Ein weiterer Grund dürfte auch darin liegen, dass sich die Wissenschaft oder Forschungseinrichtungen nur vereinzelt mit Löschanlagen oder Löschsystemen beschäftigt haben. Komplexe Gebäudetechnik und sensible Bauten verlangten nach riesigen Löschsystemen, deren Logistik die Grenzen des Machbaren schnell erreichten: Möglichst schnell und viel Wasser. Verheerende Schäden, die durch den Einsatz von immensen Mengen an Löschwasser entstanden, wurden in Kauf genommen, Hauptsache der Brand ist gelöscht. Man denke dabei an Löschwasserunfälle beim Brand von Chemielagern oder von wertvollen Kunstsammlungen.
Selbst in der Geflügelzucht, wenn die Ställe wie Wunderkerzen abbrennen, kann auch der massive Einsatz von Löschwasser das Schlimmste nicht verhindern: Den Totalausfall der Gebäude und das Verenden der Tiere durch Rauchgasvergiftung.
Rauchgase sind in verschiedener Hinsicht gefährlicher als das Feuer an sich. Zum Einen droht Erstickungsgefahr und zum Anderen können sich die Gase entzünden, was zu verheerenden Explosionen führt. Man spricht von einem Flash Over oder auch von Backdraft. Verantwortlich dafür sind komplizierte Gebäude- und Anlagentechnik, sowie das Verwenden von Materialien, die beim Brand eine große Hitze entwickeln und viel Rauchgas abgeben.
Eine Antwort auf diese Probleme liefert der Einsatz von Feinsprühlöschanlagen vom Typ Fog System. Dabei wird Wasser unter hohem Druck vernebelt und bildet feinste Wassertröpfchen, die den Brand indirekt bekämpfen. Einerseits durch das Absenken der Umgebungstemperatur und andererseits durch das Verdrängen des Sauerstoffes an der Flamme als Nahrungsgrundlage des Feuers.
Die Kühlung entsteht durch das Vernebeln von Wasser mit einer speziellen Nebeldüse und unter hohem Druck. Die Sauerstoffkonzentration in der Luft nimmt ab und wird durch den Wassernebel verdrängt, da die Sättigungsgrenze schon erreicht ist. Das kühlende Moment der Vernebelungsanlage hemmt die Brandentwicklung zusätzlich. Dadurch entstehen auch weniger Rauchgase, was sich als lebensrettend erweisen kann. Wie wichtig diese Eigenschaft ist, verdeutlicht auch der chronische Personalmangel bei der Feuerwehr. Bei einem Brand werden die Ressourcen vordringlich zum Löschen eingesetzt. Die Evakuierung kommt dann meistens zu kurz und birgt zudem ein großes Gefahrenpotential für die Sicherheit der Feuerwehrmänner.
Ein weiterer Vorteil einer Feinsprühanlage vom Typ Fog System liegt im geringeren Wasserverbrauch. Das vermindert logistische Probleme und verkleinert die Dimensionierung der Anlagen zur Brandbekämpfung. Beispiel: Wenn eine Sprinkleranlage so ausgelegt ist, dass diese 33 Liter Wasser pro Quadratmeter benötigt, so verbraucht hingegen eine Feinsprühlöschanlage bei gleicher Auslegung nur 0,24 Liter.Der Grund dafür liegt in der veränderten Wirkungsweise bei der Brandbekämpfung, dem indirekten Löschen und der räumlichen Auswirkung. Und daraus ergibt sich der nächste Vorteil dieser Art von Löschsystemen. Der Nebel breitet sich nach allen Richtungen aus und entfaltet seine Wirkung bis in die kleinsten Winkel. Eine Sprinkleranlage kann nur von oben nach unten sprühen und daher nur räumlich begrenzt und unter massiven Wasserverbrauch zum Einsatz gelangen.
Dies erlaubt die Verwendung von sensibleren Brandmeldeanlagen (BMA), die schon viel früher Rauch erkennen und ein Eindämmen, bzw. Löschen des Feuers im Frühstadium zulassen, da bei Sprinkleranlagen eine massive Verwendung von Löschwasser erst bei einem bereits fortgeschrittenen Brandstadium gegeben ist. Schwelbrände oder leichte Brände werden in diesen Stadien noch nicht erfasst.
Das macht aber Sprinkleranlagen noch nicht überflüssig, weil in unsensiblen Gebäuden diese Technik wirtschaftlicher ist, da keine Hochdruckleitungen und Hochdruckpumpen installiert werden müssen. Das bedeutet dann auch weniger Anforderungen an Sicherheit und Technik. Bei sensiblen Gebäuden, die bei einem Brand ein hohes Risiko für Leben, Umwelt und Güter, steht der Aufwand im Verhältnis zum Schutzziel. Das erkennen zunehmend die Versicherungsgesellschaften, die darin eine Gelegenheit zur Reduzierung von Schäden sehen und die Risikoprämien dadurch senken können.
Francois Weber
Biogenesis TheFogSystem