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Fliegen im MiG 29 Kampfjet letzte Möglichkeit um die Schallmauer zu durchbrechen

Autor: MiGFlug | Erstellt am: 03.01.2011 | Gelesen: 813
Kategorie: Freizeit - Hobby & Unterhaltung | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Nach dem Grounding der Concorde und dem Ende von Thunder City sind die russischen MiG Jets die letzte verbleibende Möglichkeit für Zivilpersonen um Überschall zu fliegen.

Mikojan-Gurewitsch MiG-29 (NATO-Codename:
Mikojan-Gurewitsch MiG-29 (NATO-Codename: "Fulcrum")
Kampfjet fliegen in Russland ist derzeit die einzige Möglichkeit für Zivilpersonen, die Schallmauer zu durchbrechen. Angesichts der verbesserten wirtschaftliche Lage und dem sanierten Staatshaushalt ist jedoch fraglich, wie lange der Kreml diese Flüge noch zulässt. Denn immerhin kann man nicht irgendeinen Kampfjet, sondern die MiG 29 fliegen, das aktuelle Rückgrat der russischen Luftwaffe.

Es gibt Signale dass die russischen Kampfjetflüge bald eingestellt werden – damit wären erstmals seit der Inbetriebnahme der Concorde 1976 keine Überschallflüge für Zivilpersonen mehr möglich – zumindest bis die Suborbitalflüge der verschiedenen Space-Agenturen in den nächsten Jahren beginnen.

Sowjet-Kampfjets: Erstflüge lassen den Westen aufhorchen

Die MiG 29 Fulcrum war zu Zeiten des Kalten Kriegs vom Westen gefürchtet nachdem der Erstflug der MiG 29 Fulcrum in der Sowjetunion durch den damaligen Mikojan Gurewitsch „MiG"-Cheftestpilot Alexander Fedotow erfolgt war. Die MiG 29 Fulcrum wurde entwickelt um den US-Kampfjets der damals neusten Generation, wie General Dynamics F 16 Fighting Falcon ein ebenbürtiges Jagdflugzeug entgegensetzen zu können. Gleichzeitig wurde die Suchoi Su 27 Flanker entwickelt um der McDonnell Douglas F 15 Eagle (seit 1997 Boeing F-15 Eagle) einen ebenbürtigen Luftüberlegenheitsjäger entgegenstellen zu können. Die Su-27 Flanker ist im Vergleich mit der MiG 29 Fulcrum um etwa 30% grösser.

Beide Flugmodelle sind aerodynamische Meisterwerke. So staunten westliche Airshow-Besucher nicht schlecht als ihnen das berühmte Cobra-Manöver gezeigt wurde, bei dem der riesige Luftüberlegenheitsjäger Su-27 Flanker mit Anstellwinkel von 110° zum Stehen kommt. Nach dem Erfinder, dem Testpiloten Viktor Pugachev, wird das Manöver Pugachev-Cobra genannt. Dass ein derart riesiges Kampfflugzeug derart agil wirken kann und unglaubliche Flugmanöver vollbringt, das verwunderte.

Maroder Staatshaushalt ermöglicht Touristen das Fliegen in russischen MiG-Kampfjets

Nach dem Ende der Sowjetunion erlitt Russland Währungskrisen und hatte mit einem desaströsen Staatshaushalt zu kämpfen. So konnten Staatsangestellte zeitweise nicht mehr bezahlt werden. Dank den massiv gestiegenen Rohstoffpreisen konnte Russland später den Staatshaushalt sanieren.

Zur Zeit der Währungskrisen war Russland fast jedes Mittel recht um an harte Dollars zu kommen. Auch „Heilige Kühe" wie der militärisch-industrielle Verteidigungskomplex und russische Kampfflugzeuge wurden als Geldquelle in Betracht gezogen. Bald waren auf der Ramenskoe Airbase in Zhukovsky nicht nur MiG-Flüge in älteren Maschinen wie Mikojan Gurewitsch MiG 21 Fishbed, MiG 23 Flogger oder MiG 25 Foxbat sondern auch in modernen Maschinen welche noch heute das Rückgrat der russischen Luftstreitkräfte und zahlreicher anderer Luftwaffen weltweit bilden: Es wurden MiG 29 Mitflüge und sogar Su 27-Flüge angeboten. Kampfjet fliegen war also mit den modernsten Mustern möglich, und die Russischen MiGs selber steuern war ebenfalls möglich.




Neuer russischer Kampfjet Suchoi Su-50 PAK FA

Nachdem sich der russische Staatshaushalt nun im Vergleich mit den 90er Jahren stark erholt hat tritt man auch gegen aussen wieder deutlich selbstbewusster auf. Dies ist insbesondere unter Präsident (und Ministerpräsident) Putin merkbar. Man hat die alten Tupolew Tu 95Baer Langstreckenbomber drohend den Luftraum Grossbritanniens verletzen lassen als es zu Spannungen kam. Russland begnügt sich nicht mehr mit der Rolle des Junior-Partners der USA, welche man nach 9/11 zunächst gespielt hat.

Auch militärisch macht Russland mit Neuentwicklungen von sich reden: Der neue Mehrzweckjäger des „PAK-FA"-Programms, die Suchoi T-50, soll Stealth-Eigenschaften haben wie die neusten westlichen Kampfjets, F 22 Raptor und F 35 Lightning. Allerdings soll der russische Kampfjet der 5. Generation deutlich billiger sein als die westlichen Kampfjets der 5. Generation. Der Su T-50 Kampfjet geht nach Plan 2015 in Serienproduktion, die volle Leistung wird aber erst ab ca. 2020 erreicht. Dann soll nämlich das neue Triebwerk die volle Leistung bringen. Die T-50 wird zusammen mit der indischen Hindustan Aeronautics entwickelt.

Russische MiG Kampfjet-Flüge wohl bald zu Ende

Angesichts des gigantischen Rohstoffreichtum Russlands rücken andere Einnahmequellen in den Hintergrund. Zunehmend ist Russland nicht mehr bereit, hier westlichen Touristen spezielle Abenteuer zu ermöglichen. Nachdem das Kampfjet Fliegen im Juni 2006 auf der Zhukovsky-Airbase nahe Moskau eingestellt worden sind nun noch MiG 29 Flüge und bis vor kurzem auch noch Stratosphärenflüge in der MiG 31 Foxhound möglich. Diese finden im MiG-Werk Sokol in Nischnii Novgorod statt. Nachdem die MiG 31 Foxhound nicht mehr für Flüge zur Verfügung steht weicht man für Flüge zur Stratosphären „Edge of Space" auf die MiG 29 aus. Dabei wird eine Höhe von 22-24km erreicht.

Die Bestimmungen werden jedoch laufend verschärft. So müssen sich MiG-Flieger nun einem eingehenden Sicherheitscheck unterwerfen, der 60 Tage dauert. Die Verantwortlichen selbst rechnen zudem damit dass das Fliegen in MiG Kampfjets auch in Nischnii Novgorod bald eingestellt wird.

Überschall fliegen – letzte Möglichkeit bis Beginn von kommerziellem Weltraumtourismus

Nachdem die Concorde am 25. November 2003 den letzten Flug hatte und im Sommer 2010 die letzten English Electric Lightning-Flüge ab Thundercity in Kapstadt, Südafrika stattgefunden haben, sind die MiG 29 Flüge in Russland die letzte verbleibende Möglichkeit für Überschallflüge für Abenteuer-Touristen. Zumindest bis die geplanten Suborbital-Flüge von Virgin Galactic, MiGFlug-Lynx, EADS Astrium Spaceplane und Rocketplane beginnen.

 
 
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