Seit zehn Jahren halten die Studenten der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung
WHU, Otto Beisheim School of Management, in Vallendar/Koblenz alljährlich ihre ganz eigene Neujahrs-Finanzkonferenz. Hier treffen international angesehene Wortführer aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft auf herausragende Hochschulabsolventen und Studenten. Die Konferenz bietet ein zum Nachdenken anregendes Umfeld, in dem kreative Köpfe interagieren und Informationen sowie Konzepte zum Thema Finanzwirtschaft im heutigen globalen Wettbewerb austauschen. Während der zweitägigen Konferenz hören die Teilnehmer den Unternehmenssprechern und Professoren zu und lernen und diskutieren im Rahmen von Workshops und Podiumsdiskussionen über die ihnen wichtigen Themen. Die Studenten bereiten die Konferenz gemeinsam mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden des „Campus for Finance" und Inhaber des Stiftungslehrstuhls für Finanzwirtschaft der Dresdner Bank, Prof. Dr. Markus Rudolf, vor. Das Konferenzziel: Die Schaffung einer Atmosphäre, in der die Teilnehmer anspruchsvolle Inhalte diskutieren, Einblicke in aktuelle Sachthemen des Finanzbereichs gewinnen und neue Kontakte innerhalb der Investmentwelt knüpfen können.
Am 14. und 15. Januar 2010 findet die 10. Finanzkonferenz der WHU unter der Überschrift „Finance 2020 – Perspectives on Tomorrow's Markets" statt. Sie wird ausschließlich auf Englisch abgehalten. Die Liste der Veranstaltungssponsoren führt einige der bekanntesten Namen der Finanzwelt auf, darunter Goldman Sachs, Morgan Stanley, Deutsche Bank, The Boston Consulting Group, Rothschild und weitere. Veranstaltungsort ist die malerische Campus-Anlage am Flussufer des Rheins. Die Hochschule liegt eine Stunde sowohl von Köln, als auch von Frankfurt und nur wenige Kilometer von der historischen Altstadt Koblenz entfernt. Den Teilnehmern bieten sich zum Event erstklassige Unterkunftsmöglichkeiten in einem nahe gelegenen Hotel sowie stilvolles Dinieren. Die Konferenz gilt als außerordentliche Gelegenheit, auf Prominente aus der Wirtschaft zu treffen, die es in ihrer Branche bis ganz nach oben geschafft haben. Für Führungskräfte und Akademiker ist es ein Anlass zum Gedankenaustausch mit internationalen Kollegen und eine Chance, auf jugendlichen Geist zu treffen.
Die Teilnehmer der diesjährigen Konferenz haben das außergewöhnliche Glück, keinen Geringeren als gleich drei Nobelpreisträgern gegenüber zu treten, darunter Prof. Robert J. Aumann vom Mathematischen Institut „Center for Rationality" der Hebräischen Universität von Jerusalem in Israel. Aumann wurde 1930 in Deutschland geboren und flüchtete mit seiner Familie zum Ausbruch des Holocaust in die USA. Er wuchs in New York auf, wo er jüdische Ganztagsschulen besuchte. Nach dem Abitur studierte er am New Yorker City College und promovierte in Mathematik am Bostoner MIT. Im darauf folgenden Jahr zog Aumann nach Israel, um sich dem Fachbereich Mathematik an der Hebräischen Universität von Jerusalem anzuschließen, an der er bis heute, 50 Jahre später, lehrt. Vor 20 Jahren wurde er zum Mitbegründer des vorgenannten interdisziplinären Zentrums „Center for Rationality". In Aumanns Forschungszentrum recherchiert und ergründet der Spieltheoretiker gemeinsam mit Mitgliedern vieler weiterer Fachbereiche der Universität. Prof. Aumann hat sechs Bücher geschrieben und eine Vielzahl Wissenschaftlicher Arbeiten veröffentlicht. Darüber hinaus war er Gastdozent an Amerikas Top-Universitäten, einschließlich Princeton, Yale und Stanford. Unter den zahlreichen Preisen und Ehrendoktorwürden, die ihm im Laufe der Jahre verliehen wurden, gilt als die herausragende Auszeichnung der Wirtschaftsnobelpreis im Jahre 2005.
Der zweite an der Finanzkonferenz teilnehmende Nobelpreisträger ist Prof. John F. Nash, Jr. Der US-amerikanische Mathematiker wurde in West Virginia, USA als Sohn einer Lehrerin und eines Elektrotechnikers geboren. Nash studierte am Carnegie Institute of Technology in Pittsburgh, PA, und promovierte anschließend an der Princeton University. Seine Doktorarbeit trug den Titel „Non-cooperative Games", die er als Lehrsatz veröffentlichte und unter dem Namen „Nash-Gleichgewicht", bzw. „Nash-Equilibrium" bekannt wurde. Im weiteren Verlauf seiner Karriere arbeitete Nash als Lehrer an der Universität Princeton sowie als Wissenschaftlicher Assistent am Massachusetts Institute of Technology. Obwohl die Folgen seiner Krankheit (Schizophrenie) ihn von weiteren Publikationen abhielten, blieb Nash stets ein begeisterter Mathematiker und Forscher. 1994 erhielt er gemeinsam an der Seite zwei weiterer Wissenschaftler den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für seine Arbeit zur erweiterten Spieltheorie.
Prof. Reinhard Selten ist einer dieser beiden Wissenschaftler, denen 1994 gemeinsam mit Prof. John F. Nash Jr. der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel verliehen wurde. Selten ist als dritter Nobelpreisträger zum „Campus for Finance" eingeladen. Er wurde in Breslau, heutiges Polen, geboren, studierte Mathematik und promovierte and der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt. Im weiteren Verlauf seiner beneidenswerten Karriere, unterrichtete er als Professor an Universitäten in ganz Deutschland und Europa. Darüber hinaus zählt er zu den Gründungsmitgliedern der „Internationalen Akademie der Wissenschaften San Marino". Für seinen Beitrag in der Spieltheorie und seine Arbeiten im Bereich der Eingeschränkten Rationalität wurde Selten international bekannt. Heute kennen ihn viele außerdem als Begründer der experimentellen Ökonomie. Über seine wissenschaftliche Arbeit hinaus ist Selten Mitglied verschiedener wissenschaftlicher und redaktioneller Beiräte. Des Weiteren ist er seit Jahren an den lobbyistischen Bemühungen beteiligt, Esperanto als offizielle Sprache der Europäischen Union anerkennen zu lassen.
Ein weiterer hoch geschätzter Teilnehmern aus dem Unternehmensbereich ist Dirk R. Notheis, CEO der Morgan Stanley Bank AG und Unternehmenschef für Deutschland und Österreich. Dirk Notheis studierte sowohl an der Universität Mannheim, als auch an der Uni Stuttgart, an denen er die Studiengänge Politikwissenschaften, Philosophie und Betriebswirtschaft kombinierte. Seinen Abschluss als Diplom-Kaufmann und den Doktortitel erwarb er im Fach Business Administration. Nach dem Studium begann Dirk Notheis, im Bankwesen tätig zu sein und unterzeichnete einen Arbeitsvertrag bei der SGZ Bank. Nach nur fünf Jahren warb ihn Morgan Stanley ab. Für die Investmentbank ist Notheis seither im Einsatz. Er leitete für seinen Arbeitgeber bereits verschiedene Bereiche, einschließlich des Öffentlichen Sektors. Heute ist Notheis als Vorstandsvorsitzender von Morgan Stanley ganz oben auf der Karriereleiter angelangt.
Ein weiterer geschätzter Gast ist Clara Furse, die 2001 die erste weibliche Geschäftsführerin der London Stock Exchange (LSE) wurde. Furse wuchs in verschiedenen Kontinenten auf bis sie ihren Weg nach England fand, wo sie an der London School of Economics Wirtschaftswissenschaften studierte. Nach dem Studium arbeitete Furse für die Firma Phillips und Drew (UBS), bei der sie zunächst zur Direktorin ernannt wurde und anschließend ihr Amt als Vorstandsmitglied, Geschäftsführerin und Global Head of Futures bekleidete. Zwei Jahre später wurde Furse Chefin der französischen Großbank Crédit Lyonnais Rouse. Nach ihrer Ernennung zur Chefin der London Stock Exchange wurde Furse im Jahre 2008 für ihren großen Beitrag, den sie für den Finanzdienstleistungssektor des Britischen Königreichs leistete, der Titel „Dame Commander of the British Empire" verliehen.
Ferner findet sich der Name Karl-Georg Altenburg auf der Rednerliste. Mit Mitte 40 ist Altenburg Chef von JPMorgan Chase für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Zuvor war er beratend für die Investmentbank Salomon Brothers sowie Arthur D. Little im Sektor Fusionen und Übernahmen tätig. 2000 gründete er die Telekommunikationsfirma Inquam Ltd., in dessen Vorstand er berufen wurde. Altenburg studierte Maschinenbau und Kraftfahrwesen und promovierte an der TU Wien. Als begeisterter Kunstliebhaber ist er Mitglied des Kuratoriums Museumsinsel Berlin sowie des Städel Museums in Frankfurt.
Alexander Dibelius nimmt ebenfalls an der Konferenz teil. Dibelius verfügt über einen reichen Erfahrungsschatz nicht nur im Investmentbanking, sondern auch als Mediziner. Dibelius studierte in den 80er Jahren Medizin und promovierte an der Uni München. Zunächst arbeitete er im Bereich der Herzchirurgie an der Universitätsklinik in Freiburg. Seine zweite Karriere startete Dibelius bei der Firma McKinsey & Co., bei der ihn ein schneller Aufstieg zum Partner im Unternehmen erwartete. 1993 wechselte er zu Goldman Sachs, anfangs als Mitarbeiter und noch im selben Jahr als Co-Chairman Deutschland. Dibelius arbeitete sich ehrgeizig nach oben und wurde 1998 auch hier zum Partner der renommierten Investmentbank. Seit rund zehn Jahren leitet er den Investmentbanking-Bereich der Firma für Deutschland und Österreich sowie Russland, Ost- und Zentraleuropa. Für seine umfassende Kompetenz bekannt, ist Dibelius Aufsichtsratsmitglied einiger deutscher Portfoliounternehmen. Des Weiteren gehört Dr. Alexander Dibelius dem Kreditausschuss des Bundesverbandes Deutscher Banken an.
Aus dem Immobilienbereich schließt sich Prof. Axel Wieandt der Gästeliste an. Als Chef der Hypo Real Estate (HRE) und Vorsitzender des Vorstandes kehrt Prof. Wieandt zu seinen Wurzeln zurück. An der WHU studierte er im Diplom-Studiengang Betriebswirtschaftslehre. An die Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung kam er einige Jahre später zurück, um zu promovieren. Seinen MBA erwarb Wieandt im Rahmen der Kellogg Graduate School of Management an der Northwestern University in Illinois, USA. Wie nützlich ihm diese fundierte Ausbildung war, zeigt sich in seiner imposanten Karriere: Nach seiner Anstellung als Unternehmensberater bei McKinsey & Company für Büros in Übersee und Deutschland, arbeitete Wieandt ein Jahr lang für Morgan Stanley in London und bekleidete anschließend das Amt des Global Head of Corporate Strategy bei der Deutschen Bank. Hier stieg er letztendlich zum Global Head of Corporate Development und Global Head of Corporate Investments auf. Vor fünf Jahren fand Prof. Wieandt erneut den Weg zurück zu seiner Alma Mater, um als Honorarprofessor an der WHU Vorlesungen für die nächsten Generationen von Wirtschaftsstudenten zu halten. 2009 verabschiedete sich Wieandt von der Deutschen Bank und wechselte als CEO zur Hypo Real Estate Holding.
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