Besonders in der heutigen schnelllebigen Zeit, die nahezu ausnahmslos von ständigen Veränderungen geprägt wird, ist für junge Menschen jede Art von Konstanz erstrebenswert. Dazu gehört neben einem Partner auch eine solide und optimale Berufsausbildung, immer mehr Abiturabsolventen erwägen den Studienbeginn an einer Universität. Vor einigen Jahrzehnten war es üblich, dass nur die Söhne einer wohlhabenden Familie ein Studium aufnehmen, für die Töchter war ein Leben als Hausfrau vorgesehen.
Kinder ärmerer Familien studierten grundsätzlich nicht, sondern absolvierten eine Berufsausbildung zu handwerklichen oder technischen Berufen. Durch die Gleichstellung von Männer und Frauen und die zunehmende Globalisierung ist heute für beide Geschlechter unabhängig vom Familienstand die Aufnahme eines Studiums nach dem Abitur üblich, dies bringt jedoch gewisse Probleme mit sich. Speziell bei Kindern von nicht wohlhabenden Familien ist die benötigte finanzielle Unterstützung der Eltern für das Studium oftmals problematisch und nur schwer lösbar. Es sollen hier nun einige Möglichkeiten zur
Studienfinanzierung diskutiert werden, aber auch die finanzielle Unterstützung durch die Eltern ist auch in ärmeren Familien nicht abwegig.
BAföG
Durch das Bundesausbildungsförderungsgesetz ist in Deutschland die Finanzierung eines Studiums nahezu gesichert. Nach Antrag des Studenten mit zahlreichen Angaben zu privaten, finanziellen und familiären Angelegenheiten und Einreichung von Gehaltsnachweisen der Eltern wird von staatlicher Seite ein Betrag berechnet, der monatlich an den Studenten ausgezahlt wird. Je weniger die Eltern verdienen, desto höher wird dieser Förderbetrag sein. Im Normalfall ist die Rückzahlung von 50% des Gesamtbetrages zu besonders günstigen Konditionen mit sehr langer Ratenlaufzeit nach Aufnahme des Berufes notwendig, in Sonderfällen muss kein Geld an den Staat zurückgezahlt werden. Meist ist der Betrag aber nicht komplett ausreichend, um ein Studium komplett zu finanzieren.
Stipendien, Stiftungen und private Förderer
Bei überdurchschnittlichen Studienleistungen ist eine Bewerbung für ein Stipendium empfehlenswert und meist erfolgreich. Zahlreiche staatliche Stiftungen wie beispielsweise parteinahe Verbände der beiden großen deutschen Volksparteien sind auf die Förderung von besonders talentierten jungen Menschen spezialisiert und ermöglichen mit finanziellen Mitteln ein komfortables und umfassendes Studium für junge Menschen. Meist findet nach einer Bewerbung mit Lebenslauf, Referenzen und Empfehlungsschreiben von mehreren Professoren ein persönliches Vorstellungsgespräch statt, in dem der zu fördernde Student über seine Studien- und Berufsziele berichten muss und einen seriösen, arbeitswilligen und motivierten Eindruck hinterlassen sollte. In zahlreichen Fällen beschränkt sich die Förderung nicht nur auf finanzielle, sondern auch auf ausbildungstechnische Faktoren, so werden beispielsweise fachspezifische Seminare oder Tagungen vermittelt.
Neben offiziellen Stiftungen gibt es außerdem zahlreiche private Förderer, oftmals wohlhabende Einzelpersonen, die meist kinderlos sind und talentierte junge Menschen fördern wollen. Falls ein Kontakt zu solchen Personen besteht, sollte man sich bei akuten
Studienfinanzierungsproblemen nicht scheuen, sie direkt auf eine potentielle Förderung anzusprechen.
Studentenjobs
Die Annahme von einem Studentenjob sollte der letzte Weg sein, an Geld zur Finanzierung des Studiums zu gelangen. Junge Menschen, die sich im Studium befinden, sollen die Möglichkeit haben, sich auf ihr Fach und ihre Belange mit vollster Kraft konzentrieren zu können, ohne die Verpflichtung einer Arbeitsstelle zu haben. Durch die regelmäßige Arbeit als Kellner oder Supermarktkassierer leidet letztendlich in fast allen Fällen das Studium, die fehlende Kraft zum Lernen spiegelt sich in schlechteren Noten oder in nicht bestandenen Prüfungen wider.
Eine Ausnahme dieses Faktors stellt die Annahme einer Arbeitsstelle dar, die in direktem Zusammenhang mit dem Studienfach steht und in der das bereits gelernte Wissen zum ersten Mal angewandt und sogar vertieft werden kann. Oft bieten besonders Universitäten solche Stellen als hilfswissenschaftliche Arbeitsplätze an, weiterhin kann auch in privaten Betrieben ein passender Job gefunden werden.
Finanzierung durch die Eltern
Auch bei ärmeren Familien ist die
Finanzierung eines Studiums durch die Eltern nicht unrealistisch. Mit dem Kindergeld, das der Staat auch noch lange während der Studienzeit auszahlt, lässt sich meist ein WG-Zimmer oder eine eigene Wohnung finanzieren, die Lebenshaltungskosten für das nun ausgezogene Kind steigen außerdem nur minimal gegenüber der Schulzeit. Wenn vor der Aufnahme des Studiums genügend Geld für Lebensmittel, Sanitärartikel und andere Ausgaben vorhanden war, lässt sich hier schnell ein monatlicher Betrag errechnen, der nun im elterlichen Haushalt gespart wird und dem angehenden Studenten monatlich überwiesen werden kann.
Zusammenfassend betrachtet ist die Finanzierung eines Studiums nicht sehr kompliziert und nach wenigen Überlegungen auch für zahlungsschwächere Familien gut möglich. Die Basis der Finanzierung können das Kindergeld und ein monatlicher Betrag der Eltern darstellen, darauf aufbauend kann der Student BAföG beantragen, sich für Stipendien bewerben und eventuell eine Arbeitsstelle suchen, die nach Möglichkeit in engem Zusammenhang mit dem Studium steht. Somit sollten jedem studienwilligen jungen Menschen alle Möglichkeiten offen stehen, vielleicht später einmal als Professor zahlreichen jungen Studenten einen Beruf zu lehren.