strategische Sicherung des finanziellen Gleichgewichts
Die grundlegende Frage zu dieser Perspektive befasst sich mit dem finanziellen Wissen, d.h. mit Steuerungsgrößen wie beispielsweise Economic Value Added, Umsatz- oder Kapitalrendite. Weiter im Blickpunkt stehen auch Ertrags-, Kostensenkungs- oder Innovationsziele. Es geht darum, aus der Vielzahl der täglichen Finanzdaten das strategisch relevante Wissen herauszufiltern.
Bei der Finanzperspektive geht es um Ziele wie beispielsweise Liquiditätsverbesserungen, Rentabilitätsverbesserungen, Risikominderungen, Bilanzstrukturverbesserungen oder Verbesserungen der Kreditwürdigkeit. Die Erfolgs- und Wachstumssteuerung des Unternehmens greifen auf die hochentwickelten Systeme von Jahresabschluss und Kosten-/Erlös-Rechnung zurück. Diese sind zwar für die Gewinnüberwachung und -steuerung von fundamentaler Bedeutung, können aber nur in beschränktem Umfang Informationen für die Liquiditätssteuerung dienen. Insbesondere sind erfolgsrechnerisch ausgewiesene Gewinne nicht immer mit finanziell ausschüttungsfähigen Gewinnen gleichzusetzen (z.B. in Wachstumssituationen). Bilanzielle Bestandsgrößen können keinen ausreichenden Aufschluss über die die Liquidität beeinflussenden Zahlungsströme geben. Vgl. hierzu auch Jörg Becker: Entscheidungstechniken als Krisenschutz – Erfolg = Summe richtiger Entscheidungen, ISBN 978-3-8391-2906-7.
Kapitalausstattung, Kapitalbedarf, Wettbewerbsverhältnisse, Ertragslage, Einschätzung der Kreditwürdigkeit durch Außenstehende oder die finanzielle Abhängigkeit von Abnehmern ändern sich ständig. Das betriebliche Finanzkonzept ist als eine Strategie zur jederzeitigen Sicherung einer optimalen Finanzierung zu verstehen. Es hilft gleichermaßen Engpässe wie unrentable Überfinanzierungen zu vermeiden. Eine Finanzplanung kann nur dann den Forderungen an eine gute Finanzierung gerecht werden, wenn sie neben der Zusammenstellung von finanziellen Anforderungen auch Möglichkeiten zu einer Bedarfslenkung beinhaltet, also beispielsweise Begrenzung oder zeitliche Verteilung von Investitionen, Beschaffungs- und Lagervolumen, Mindestumsatz und evtl. Maximalumsatz (wegen Vorfinanzierung), Umfang und Zeitpunkt von Desinvestitionen. Vgl. Jörg Becker: Management-Cockpit der Wissensbilanz – ISBN 978-3-8370-4654-0.
Hierbei wird Wissen zu folgenden Fragen benötigt, beispielsweise: Wie ist die Liquiditätsentwicklung im Verlauf des Jahres ? Mit welcher Ertragssituation kann gerechnet werden ? Wann und in welcher Höhe ist mit einem Liquiditätsüberschuss oder einem Kreditbedarf zu rechnen ? Welche Anlagemöglichkeiten gibt es für Liquiditätsüberschüsse, um die besten Erträge zu erzielen ? Welche Finanzierungsmöglichkeit deckt einen ggf. auftretenden Kreditbedarf jeweils am günstigsten ? Reichen die vereinbarten Kreditlinien oder sollten sie für eine bestimmte Zeit erhöht werden ? Wann sollten disponierbare Ausgaben für Investitionen, spezielle Einkäufe und andere Zahlungsverpflichtungen vorgesehen werden, um eine gute Abstimmung der finanziellen Lage zu erreichen ? Wie entwickeln sich Gewinn und Eigenmittel ? Vgl. hierzu auch Jörg Becker: Strategie-Check und Wissensbilanz, ISBN 978-3-8370-7305-8
Jörg Becker
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