Früher sind die Menschen wenig gereist. Schon damals sagte man zwar: „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen." In Wirklichkeit aber blieben die meisten Menschen ihr Leben lang nahe an dem Ort, an dem sie geboren wurden. In den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts änderte sich das – nun setzte eine große Reisewelle ein, vor allem nach Italien, später auch nach Spanien, auch Dänemark wurde bald ein beliebtes Urlaubsziel. Bis heute gehören diese Länder – und das umfasst natürlich auch die spanische Insel Mallorca – zu den am häufigsten gewählten Reisezielen.
Doch inzwischen reicht das vielen nicht mehr. Zwar ist das Wetter in Südeuropa viel besser als bei uns, und im Norden leben weniger Menschen, so dass eine gewisse Freiheit greifbar ist, die sich auch im Lebensgefühl der Bewohner widerspiegelt. Aber im Grunde unterscheiden sich alle diese Länder kaum von der eigenen Heimat. Es ist eben derselbe Kulturkreis, und seit die Europäische Union sich immer mehr zu einer Art Staatenbund entwickelt, ist man dort ja nicht einmal mehr richtig im Ausland. Kein Wunder, dass es immer mehr Menschen in weiter entfernte Länder zieht.
Auf
Fernreisen versuchen sie, andere Kulturkreise kennen zu lernen, Dinge zu sehen, die es in Europa nicht gibt. Das Ziel kann Afrika sein, Südamerika oder Asien – und dort wieder der gewaltige Subkontinent Indien, in letzter Zeit verstärkt auch China. Oder man wählt gleich ein ganz anderes Lebenselement, genießt die Unterwasserwelt bei einer Tauchreise auf die Malediven oder zum Roten Meer. Was auch immer man als Ziel wählt, wichtig ist eben das Fremde, das Andersartige. Und das kann man nur auf Fernreisen wirklich erleben.
Andreas Mettler