Nadine Müller-Inhaberin von EDUMO
Eltern erwacht!
Im letzten Schuljahr wird alle Konzentration und Energie für das Erreichen des Abschlusses eingesetzt. Die Eltern trimmen die Jungs und Mädels, gerade jetzt die besten Noten zu liefern, denn es steht der Wechsel in die Berufswelt an. Mathe, Deutsch und eine Fremdsprache müssen sitzen und das auch noch auf dem Zeugnis dokumentiert sein, dann ist ein Job nur noch reine Formsache.
Liebe Eltern.
Schön, dass ihr euch Sorgen um die Noten eurer Lieblinge macht. Gute Noten sind sicherlich eine Hilfestellung, wenn es um einen Ausbildungsplatz geht. Aber ein gutes Zeugnis allein reicht eben nicht aus. Bei meinen Bewerbungstrainings für SchülerInnen der Klassenstufen 8-10 erlebe ich immer wieder, dass die Augen groß werden, wenn ich die Grundlagen und Regeln beim Bewerben vorstelle.
Meine Augen, ich weiß nicht recht, ob sie vor Entsetzen oder Traurigkeit hervorstechen. Die Jungs und Mädels vor mir kennen jedes soziale Netzwerk im Computer, Google ist kein Fremdwort, der tägliche Umgang mit dem PC hat Suchtcharakter. Aber ein Bewerbungsformular haben die wenigsten schon einmal angesehen, geschweige denn darauf geachtet, wie eine E-Mail aussehen sollte. Rechtschreibefehler und sms-Kleinschreibkultur sind da nur das geringere Übel.
Ja, unsere Schulen sind schuldig. Das Lesen von vorgefertigten Bewerbungssätzen, tagelanges bzw. wochenlanges Einüben von korrektem Straßennamen-Schreiben lassen wenig Zeit für lapidare Punkte wie Personalisierung und Individualisierung eines Textes. Die Welt hat sich verändert und die Schulen treten nur langsam diesem Prozess nach.
Aber was ist denn eure Aufgabe beim Chancengenerieren der Schützlinge. Die Ausrede der Nicht-Computer-Generation wird nicht mehr akzeptiert. Auch ihr seid mit dem Technikkram aufgewachsen, auch wenn ihr im Vergleich mit den Erben den Brauche-Nachhilfe-Status einnehmt. Die Grundregeln einer Bewerbung werdet ihr doch nicht vergessen haben. Eingepackt in ein neues Design und kleinen Neuerungen dürfte es für euch doch kein Problem sein, dieses Wissen weiterzugeben.
Keine Zeit? Dann holt euch fachmännische Hilfe. Denn das gute Zeugnis ist nur verpackt in einer perfekten Bewerbung der Schlüssel zum guten Stapel des Personalchefs. Die Sortierungskriterien dieser brauche ich sicher nicht zu erwähnen. Also los.
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