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FC Bayern: Wohin führt Klinsi's Weg?

Autor: Sebastian Bork | Erstellt am: 05.03.2009 | Gelesen: 1314
Kategorie: Sport - Fitness & Workouts | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Die Probleme des FC Bayern genauer unter die Lupe genommen

Jürgen Klinsmann
Jürgen Klinsmann
Die Niederlage im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen bedeutete für den FC Bayern nicht nur das Ausscheiden aus dem Wettbewerb. Nein, dem großen Titelaspiranten wurde erneut deutlich gezeigt, wo in dieser Saison seine Schwächen liegen.

Nach dem mageren 0:0 gegen Werder Bremen und dem katastrophalen Rückrundenstart (nur magere 4 Punkte aus 5 Spielen!) setzte Jürgen Klinsmann auf eine defensive Taktik. Das Spiel sollte aus einer sicheren Abwehr mit langen Bällen den einzigen Stürmer Miroslav Klose in Szene setzen.

Diese Taktik ging total nach hinten los. Die Abwehr wurde mit den spielstarken Leverkusenern auf Dauer nicht fertig und so kam es, wie es kommen musste. Erst beim Stande von 3:0 reagierte Klinsmann und brachte endlich einen weiteren Stürmer. Der von vielen gescholtene Lukas Podolski sollte zusammen mit Bastian Schweinsteiger das lahmende Angriffsspiel des Rekordmeisters beleben.

Kaum einige Minuten auf dem Platz schien es dann auch zu funktionieren. Innerhalb kurzer Zeit fiel das 3:1 und das 3:2. Die Bayern kämpften und waren Minuten vor dem Abpfiff dem Ausgleich sehr nahe, da das junge Team aus Leverkusen ihrem hohen Spieltempo Tribut zollen musste.

Aber in dieser Saison haben die Bayern den berüchtigten Bayerndusel eben nicht verdient und so konterte die Werkself den Meister aus und vergrößerte die Sorgen der Münchner Vereinsführung.

Die große Frage, die sich nun stellt: „Wie lange darf Jürgen Klinsmann noch verlieren und wohin führt er den FC Bayern?"

Klinsmann wollte etwas ändern. Er wollte Neuerungen und schönen, offensiven Fußball spielen lassen. Den sieht man momentan jedoch nur in Hoffenheim. Was läuft schief beim Rekordmeister?

Das größte Problem ist nicht etwa, der unerfahrene Trainer oder seine häufig wechselnden Systeme. Nein, dem FC Bayern fehlt es einfach an der Breite im Kader. Sturmtank Luca Toni ist nicht zu ersetzen. Sein Kollege Miroslav Klose ist eher ein Vorbereiter und benötigt einfach zu viele Chancen. Er braucht einen starken Partner an seiner Seite. Allein hängt er in der Luft. Das belegen die Spiele gegen Bremen und Leverkusen. Der dribbelstarke Franck Ribery kann und darf nicht die ganze Last des Offensivspiels tragen, denn damit ist das Angriffspiel zu leicht auszurechnen. Die Idee ihn mangels starker Stürmer als zweite Spitze zu bringen beraubt ihn seiner Stärke und wirkt lähmend für Offensivbemühungen aus dem Mittelfeld.

Die Stürmer sind in diesen Tagen die große Sorge des FCB. Ein Mann wie Luca Toni kann kein Team ersetzen, aber seine Sturmkollegen sollten sich wenigstens bemühen. Der ausgeliehene Amerikaner London Donovan konnte seine Chance nicht nutzen und über Lukas Podolski wurde wahrlich schon genug geschrieben.

Aber nicht nur im Angriff ist der Wurm drin. Das Mittelfeld wirkt ideenlos. Wenn Ribery gedeckt ist oder einfach einen schlechten Tag erwischt, dann kommen keine Impulse nach vorne. Schweinsteiger ist weit entfernt von großer Form, Tim Borowski kommt über die Rolle des Jokers nicht hinaus, mit Jose Sosa plant man gar nicht erst. Hamit Altintop wirkt bemüht, kann aber allein nur selten zeigen, was er kann. Der einzige Offensiversatz für Ribery wurde nach Leverkusen ausgeliehen. Toni Kroos hat sich stets bemüht und fehlt den Bayern jetzt an allen Ecken und Enden. Die Defensivabteilung mit van Bommel und Ze Roberto ist routiniert, mehr aber auch nicht. Der 35jährige Ze Roberto spielt in der Form seines Lebens, aber die katastrophalen Fehler in der Defensive kann er nicht alle allein ausbügeln.

Die Abwehr ist in dieser Spielzeit die Schwachstelle. Demichelis wirkt ausgebrannt und ist fast immer einen Schritt zu spät. Lucio spielt meist solide, mehr aber auch nicht und Lell fehlt manchmal einfach noch die Erfahrung. Er ist noch zu unbeständig. Einzig Lahm hält den Laden hinten zusammen und versucht zusammen mit Ribery über die Linke Seite das Spiel zu machen. Auf der rechten Seite läuft der vom großen AC Mailand ausgeliehene Oddo meist lustlos auf und ab und so lahmt dort das Angriffsspiel.

Michael Rensing trat in die riesigen Fußstapfen des Oliver Kahn. Jeder Fehler wird in München ganz genau unter die Lupe genommen. Er muss es schaffen mit diesem riesigen Druck fertig zu werden. Das Talent ein ganz großer zu werden hat er, aber er muss noch an seinen Nerven arbeiten. Auf der Linie spielt er gut, aber manchmal scheint es, als habe er Angst beim rauslaufen. Diese Unsicherheit überträgt sich natürlich auf die Abwehr und so fallen die Gegentore wie am Fließband.

Was muss sich ändern?

Die Bayern-Bosse haben vor der Saison verkündet, dass man Jürgen Klinsmann 2 Jahre in Ruhe arbeiten lassen wolle. Nach den katastrophalen Spielen seit Januar muss man sich fragen, was der Trainer ändern muss.

Das Bayernspiel steht und fällt mit Ribery und Luca Toni. Ohne die Ideen des Franzosen und ohne die Torgefahr des Italieners sieht es schlecht aus. Damit ist man sehr leicht auszurechnen. Kurzfristig kann Klinsmann eigentlich nichts ändern, denn dazu fehlt ihm ganz einfach das nötige Personal. Er kann versuchen die Spieler zu motivieren und die Abwehr zu verstärken. Doch darf er das nicht auf Kosten der Offensive tun. Schließlich ist Angriff noch immer die beste Verteidigung.

Im Sommer müssen unbedingt neue Spieler geholt werden! Es fehlen zwei Verteidiger, zwei Mittelfeldspieler und mindestens zwei Stürmer mit Format.

Olic vom HSV ist ein guter Stürmer, aber kann er einen Luca Toni ersetzen? Tymoschuk wird van Bommel ersetzen, aber wer unterstützt Ribery?

Bleibt abzuwarten, wer im Sommer auf der Trainerbank sitzt und in welchem Wettbewerb der große FC Bayern spielt? Die Pleitensaison 2007 mit Uefa-Pokal sollte laut Vorstand ein einmaliger Ausrutscher sein. Vielleicht kann Klinsmann sein Team doch noch motivieren. Dann ist zumindest Platz 2 hinter Hertha oder Hoffenheim möglich, denn an einen Erfolg in der Champions League und der damit verbundenen Titelverteidigung glauben wohl nur die ganz optimistischen Bayernfans.

Sebastian Bork
 
 
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