(Online-Artikel.de) - Manchmal lastet die ganze Verantwortung auf den Schultern eines Einzelnen.
Beim Mannschaftssport sollte sie eigentlich auf mehrere Spieler verteilt sein, doch auch dort gibt es Ausnahmen.Meist sind es die Spielmacher, die sich durch bestimmte Fähigkeiten vom Team abheben. Sie sollen ihre Mannschaft führen und ihren Ideen ist es zu verdanken, wenn ein verloren-geglaubtes Spiel am Ende doch noch gewonnen wird. Sie sind die Stars in ihrem Team. Das ist eine große Ehre, aber auch ein großer Druck. Manch ein Spieler ist dieser Verantwortung nicht gewachsen.
Diego und RiberyWerder Bremen stünde ohne die genialen Pässe seines Spielmachers Diego nicht so weit oben in der Tabelle der Fußball-Bundesliga und auch die Bayern zeigen, dass es eben nicht ohne einen Spielmacher geht.
Hieß es vor der Saison noch in München, dass man das Flügelspiel verstärken wolle und ein System ohne klassischen Spielmacher bevorzuge, sieht man spätestens nach der Verpflichtung von Tim Borowski, dass ein Umdenken in München stattgefunden hat.
Ideenreicher FranzoseEigentlich sollte Franck Ribery sich im offensiven Mittelfeld tummeln und mit klugen Pässen das Flügelspiel über Hamit Altintop, Bastian Schweinsteiger oder Sosa antreiben. Dies gelang in der Hinrunde sehr gut. Die Bayern überzeugten mit Zauberfußball und wurden schon als Meister gehandelt. Doch nun kränkelt der kleine Franzose und es scheint, als fehle er an allen Ecken und Enden.
Doch ein Spielmacher?Der dribbelstarke Franzose zeigt eine Mentalität, die sein Team meist mitriss. Es gelang ihm durch feine Dribblings Lücken aufzureißen und er kann mit einem genialen Pass ein Spiel entscheiden. Alles gut? Nein, denn ein System, dass von der Leistung eines Spielers abhängig ist kann nicht funktionieren.
Das zeigen zwei Spiele sehr eindrucksvoll. Beim Start in die Rückrunde wirbelte Franck Ribery die komplette Rostocker Mannschaft durcheinander. Er sorgte für spielerische Highlights und führte die Bayern auf die Siegerstraße. Als er in Halbzeit zwei nur noch auf der Bank saß, schien es, als sei der ganze Spielwitz mit ihm draußen geblieben. Die Bayern agierten harmlos und ohne Ideen und kamen am Ende nur zu einem Zittersieg.
Schweini kein ErsatzGegen Werder Bremen sollte Bastian Schweinsteiger den kleinen Franzosen vertreten. Er kam mit der großen Verantwortung nicht zu Recht und so sorgte ein anderer Spielmacher für die ersten Höhepunkte. Werders Diego bereitete das erste Tor wunderbar vor und sorgte für viel Gefahr. Den Münchner fehlte eindeutig jemand, der das Spiel lesen und ordnen konnte, also ein Spielmacher.
Borowski oder wer?Wer soll Ribery bloß vertreten, wenn er verletzt fehlt? Der Neuzugang aus Bremen? Tim Borowski ist eigentlich auch kein Spielmacher und er kommt ja auch erst in der neuen Saison. Was also tun? Bastian Schweinsteiger kann diese Rolle nicht ausfüllen. Sei es aus technischen oder aus mentalen Gründen. Er ist ein Flügelspieler und muss zunächst einmal um einen neuen Vertrag bei den Bayern kämpfen. Wenn es nach dem Willen des Kaisers geht, dann hat nur ein Spieler das Zeug so jemanden wie „König Ribery" zu ersetzen – nämlich Toni Kroos! Das „Juwel" zeigt sofort wenn er den Platz betritt diese Bereitschaft zu kämpfen und er kann ein Spiel sofort lesen. Er erinnert ein wenig an den jungen Günter Netzer. Der trug damals die Nummer 10, jene Nummer, die Bayern Manager Uli Hoeneß für „seinen zukünftigen Spielmacher" reserviert hat. Kroos kann und wird zeigen, was in ihm steckt und er scheint der Messias zu sein, den die Münchner brauchen um dauerhaft erfolgreich zu sein.
Autor: Sebastian Bork