Olympische Spiele in Vancouver 2010
Schön, feucht, bunt und cool – das waren die Olympischen Winterspiele in Vancouver 2010. Bilder die um die Welt gingen, Sportler die während der Spiele zu Volkshelden wurden und Momente die man nie vergessen wird. Olympiaherz, was willst du mehr!Doch die Olympischen Spiele fingen mit einem tragischen Paukenschlag an. Der georgische Rodelfahrer Nodar Komaritaschvili starb am Tag der Eröffnungsfeier bei einem Trainingsunfall und sorgte für weltweite Betroffenheit. Die Eröffnungsfeier stand kurzfristig auf der Kippe und viele Olympiafans fragten sich, wie die Olympischen Winterspiele weitergehen würden. Die Feier verlief bunt, zwar nicht fehlerfrei, aber definitiv spektakulär. Außerdem ist es den Organisatoren der Eröffnungsfeier gelungen, trotz der schönen Feier, den tragischen Unfall mit einzubauen. Ein großes Lob an alle, die den schlimmen Unfall von Kumaritaschvili nicht verschweigen wollten! Doch ein bekannter Künstler sagte einmal: "Show must go on" – die Spiele müssen weitergehen. Sie gingen auch weiter und mit einer riesigen Begeisterung. Besonders für Kanada waren diese 16 Tage unvergesslich. Das Land präsentierte sich von seiner besten Seite und Vancouver erwies sich als einer der schönsten Flecken der Welt. Für die atemberaubende Landschaft rund um die Olympiastadt gilt das uneingeschränkt. Die Menschen in der Olympiametropole zeigten sich gastfreundlich. Man konnte erkennen, dass durch Kanada ein richtiger Ruck ging. Dank der Winterspiele sind die Kanadier näher zusammengerückt. Kanada ist ein multikulturell geprägtes Einwandererland, das durch Spannungen in der Gesellschaft geprägt ist. Doch während der Spiele war nichts davon zu erkennen. Auch sportlich verlief Olympia für Kanada, wie ein Traum. Nachdem die Kanadier bei ihren letzten Heimspielen 1988 (damals in Calgary) ohne Goldmedaillen enttäuscht hatten, gab es diesmal 14 Gold-, 7 Silber- und 5 Bronzemedaillen für Kanada. Das Resultat: Platz 1 vor Deutschland (10 Gold-, 13 Silber- und 7 Bronzemedaillen) und den USA (9 Gold-, 15 Silber- und 13 Bronzemedaillen). Besonders hervorzuheben bei den Gastgebern: Alexandre Bilodeau. Der kanadische Freestyler holte das erste Gold für Kanada und versetzte ein ganzes Land in Extasse.
Aber nicht nur Kanada sorgte sportlich für Begeisterung, auch die deutschen Athleten konnten überzeugen. Platz 2 im Medaillenspiegel mit insgesamt 30 Medaillen sorgte für Zufriedenheit bei den Verantwortlichen und den Fans. Magdalena Neuner (zweimal Gold und einmal Silber), Maria Riesch (zweimal Gold) und André Lange (einmal Gold und einmal Silber) waren aus deutscher Sicht besonders erfolgreich. Aber auch alle anderen Medaillengewinner von Vancouver haben großartiges geleistet und verdienen höchste Anerkennung. Zu Recht wurden sie auf dem Münchner Rathausplatz von über 5000 begeisterten Fans jubelnd empfangen. Möglicherweise war diese Feier ein Zeichen und eine weitere Empfehlung für die Stadt München als Austragungsort für die Spiele 2018. Aber noch einmal zurück nach Vancouver. Abgerundet wurden die Spiele mit einer bunten Abschlussfeier, in der Kanada seine Gäste aus aller Welt feierlich verabschiedete.
Was bliebt uns von diesen glorreichen Spielen hängen? Natürlich bleiben die Gesichter der Spiele in unseren Gedächtnissen: Maria Riesch, Magdalena Neuner, Shaun White (Snowboard/ USA), Simon Ammann (Skispringen/ Schweiz), Yu-Ni Kim (Eiskunstlauf / Südkorea), Alexandre Bilodeau, aber auch der verunglückte Rennrodler Nodar Kumaritaschvili.
Ach ja, da war noch das Thema „Doping". Kein Sportler wurde des Dopings überführt. Sind die Spiele deshalb sauberer gewesen als in den vergangenen Jahren? Man darf es bezweifeln. Selbst Jacques Rogge hält Vancouver 2010 am Ende der Winterspiele für keine dopingfreie Zone. „Ich bin nicht naiv. Ich werde mein endgültiges Urteil 2018 fällen", sagte der >Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) mit Hinweis auf die achtjährige Lagerung der Proben.
Doch nach den Olympischen Spielen ist vor den nächsten Olympischen Winterspielen. Diese finden 2014 in Sotschi (Russland) statt. Dann können sich alle Olympiafans erneut auf großartige Spiele freuen.
Also: Bye, bye Vancouver und bis bald Sotschi!
Lars-Henrik Wacker, Kaiserslautern