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Familie und Beruf: Legende oder Luxus?

Autor: KLARTEXT | Erstellt am: 18.08.2010 | Gelesen: 557
Kategorie: Beruf - Bildung & Karriere | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Unternehmen entdecken familienfreundliche Personalpolitik als Wettbewerbsfaktor

Düsseldorf/Köln/Mainz, 18. August 2010 - Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird für viele Unternehmen zum wichtigen Faktor, um Mitarbeiter zu gewinnen und zu binden. „Unternehmen sind kreativ geworden, wenn es darum geht, Familie und Beruf für ihre Mitarbeiter besser zu vereinbaren", berichtet das in Düsseldorf erscheinende Wirtschaftsblatt und bezieht sich auf den Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit des Instituts der deutschen (iwkoeln). 1300 Personalverantwortliche wurden befragt, auf welche Weise und aus welcher Motivation heraus sie die Vereinbarkeit von Beruf und Karriere unterstützen. Das meistgenannte Motiv laut Wirtschaftsblatt: „Die Unternehmen wollen qualifizierte Mitarbeiter halten oder neue gewinnen und die Arbeitszufriedenheit erhöhen. 80 Prozent erachten das Thema als wichtig, bei der ersten Befragung im Jahr 2003 waren es nur 46 Prozent."

Für den österreichischen Zukunftsforscher Peter Zellmann ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, von Kind und Karriere, noch immer eine Legende der modernen Arbeitswelt: „Sie ist insofern eine Legende, weil sie noch lange nicht umgesetzt und möglich ist", erläutert der Gründer des Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung (IFT) im Gespräch mit der österreichischen Tageszeitung Der Standard. „Auch weil das Schulwesen mit seinen ganztägigen Angeboten hinten nachhängt. Ein wichtiger Begriff, der falsch verwendet wird, ist Work-Life-Balance. Er unterstellt einen Gegensatz zwischen Work und Life. Eigentlich geht es um Work-Leisure-Balance, also um Arbeits-Freizeitausgleich. Also soviel arbeiten wie sinnvoll und notwendig, aber durchaus den anderen Lebensbereich mit einbeziehen." Der andere Lebensbereich, die Freizeit, macht laut Zellmann 53 Prozent der Lebenszeit aus.

Dessen ungeachtet steht für viele Experten außer Frage, dass derjenige, der dem Mitarbeiter neben der gut gefüllten Lohntüte mehr zu bieten hat, im Vorteil ist: ,,Um Leistungsträger zu locken und zu binden, reicht die Stellenausschreibung mit den üblichen Sozialleistungen und angenehmem Betriebsklima nicht mehr aus", bestätigt der Düsseldorfer Personalexperte Udo Nadolski. Der Geschäftsführer des auf Technical Recruitment und Outsourcing Services sowie Strategic Leadership spezialisierten Beratungshauses Harvey Nash ist sicher, dass es, um heute als Top-Arbeitgeber zu gelten, mehr braucht als das 13. Monatsgehalt. "Benefits, Nebenleistungen, Bonusausschüttungen, Gesundheits- und Kinderbetreuungsprogramme, die Möglichkeit der Arbeitsplatz- und Arbeitszeiteinteilung, Altersvorsorge, Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten gehören zum Paket, um als Arbeitgeber gefragt zu sein und Abwanderungstendenzen entgegen zu wirken, aber eben auch Werte, Glaubwürdigkeit, Fairness. Weil immer mehr Arbeitnehmer ihre Work-Life-Balance zum Kriterium für ihren Arbeitsplatz machen, ist der Faktor Einkommen nicht mehr der einzig entscheidende. Das gilt besonders für Leistungsträger und High Potentials, für die ein positives Arbeitsumfeld und gutes Betriebsklima zählen", so die Markterfahrung Nadolskis.

In Rheinland-Pfalz hat die Landesregierung in diesen Tagen sogar einen Unternehmensleitfaden für Familienfreundlichkeit vorgestellt. Für Landes-Familienministerin Malu Dreyer ist familienfreundliche Personalpolitik in Unternehmen dabei „kein Luxus, sondern ein handfester Wettbewerbsvorteil im Werben um Fachkräfte." Um Familienfreundlichkeit in Unternehmen zu fördern, ließ die Ministerin im vergangenen Jahr in einer Studie untersuchen, wie sich Familie und Beruf besonders für Männer besser vereinbaren lässt und welche guten Beispiele es bereits gibt, um eine gleichberechtigte Teilhabe am Familien- und Erwerbsleben für Väter zu ermöglichen. In einem Praxisleitfaden für kleine und mittlere Unternehmen www.vivafamilia.de/121.html werden Informationen beispielsweise zu Arbeitszeitgestaltung, Hilfen beim Wiedereinstieg in den Beruf oder Angebote vor und während der Elternzeit beschrieben.

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