
Wer Privatversicherter ist, der merkt bei dem Schlagwort
Krankenversicherungsvergleich auf. Oft werden preiswerte Tarife in Aussicht gestellt, doch je günstiger die Tarife, desto schwächer die Leistungen. Ein typisches Merkmal sind die Tarife, die den Primärarzt vorschreiben. Bei genauer Prüfung fehlen oft auch Leistungen für Psychotherapie oder Leistungen nach dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker. Leistungen für Brillen, sind meist nur vorhanden, damit eine Erwähnung stattfindet. Die wirklich wichtigen Kriterien sind vielschichtiger. Was Vergleichsprogramme nicht leisten, ist die Analyse nach Tarifstruktur.
Das gute alte Eintarifsystem ist der ungeschliffene Diamant des Marktes. Auch wenn in einigen Volksparteien die Auffassung vertreten wird, das eine gute Private Krankenversicherung über eine Tarifvielfalt verfügen müsse, muss diese Annahme nicht zutreffen. Wenn Ihnen ein neuer Tarif vorgeschlagen wird, dann bedeutet das: Der alte Tarif ist so teuer geworden, dass jener praktisch nicht mehr verkauft werden kann. Eine solche Entwicklung kann nicht wirklich die gute Laune eines Vorstandsvorsitzenden erschüttern, denn noch während der Kunde überlegt, wie er die Beiträge im Alter finanzieren wird, hat der Vorstand seiner Privaten Krankenversicherung im Kurzurlaub eine ganz tolle Idee. Denn während dem Spaziergang über den Fairway zu Loch 18, entwickelt der Vorstandsvorsitzende eine geniale Strategie, nämlich einen neuen Tarif aufzulegen. Am Loch 19, dem Clubhaus, erklärt er seiner noch gut gelaunten Ehefrau, wie der neue Tarif die Mitbewerber vom Markt fegen wird.
Ganz einfach; wir nehmen überall ein wenig Leistung raus, kalkulieren etwas billiger und schon geht's los. Nun wird der Champagner gereicht, dann wird weiter gearbeitet. Wenn in nur jeder Altersgruppe im ersten Versicherungsjahr 10 neue Mitglieder gewonnen werden und die Schadenquote nur bei unter X % bleibt, ja dann können wir den Beitrag für mindestens 2 Jahre garantieren. Die erste Havanna flammt auf. Jetzt könnte es sein, dass dieser Tarif so erfolgreich ist, dass der Produktzyklus ganze 5 Jahre übersteht. Man ist zufrieden. Neue Tarife sollten wenigstens bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung für Ärzte und Zahnärzte leisten, damit ein Tarif dem guten Namen einer Privaten Krankenversicherung gerecht wird. Konservative Anbieter, wie Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit, verfolgen das kluge Ziel eines einzigen Tarifssystems, welches durch jeden neuen Kunden weiter gestärkt wird, was sich schlussendlich durch stabile Beiträge auszeichnet. Ein
PKV Vergleich ist eben nur so gut wie seine Interpretation.