Extreme Programming – schneller effektive Lösungen bei überschaubaren Projekten!
Das
Software Engineering beschäftigt sich mit Methoden, um ein planmäßiges Voranschreiten der Entwicklung sicherzustellen. Den größten Teil machen hierzu die verwendeten Vorgehensmodelle sowie die meist in UML umgesetzten Diagramme aus. Die klassischen, althergebrachten Vorgehensmodelle, die meist schon zu Beginn ein Muster für den gesamten Entwicklungsablauf vorgeben, wurden erst vor nicht einmal 20 Jahren um die agilen Modelle erweitert, die wesentlich dynamischer sind.
Eines hiervon ist das
Extreme Programming, kurz XP. Ziel ist hier nicht mehr die Einhaltung eines vorgegebenen Plans, sondern eine möglichst rasche Lieferung von Software. Hierbei können alle Phasen der Entwicklung, von der Anforderungsanalyse bis zur Testphase zu jedem Zeitpunkt beeinflusst werden. Das ganze geschieht, wenn man so will, mit einem Prototypen der zu erstellenden Software, der zum Endprodukt ausgearbeitet wird. Im Mittelpunkt steht hier vollkommen die Programmierung selbst.
Ein weiterer sinnvoller Ansatz von XP ist auch, dass es vorgesehen ist, die Arbeit in Zweierteams auszuführen. Das mag auf den ersten Blick sentimental wirken, bietet aber wesentliche Vorteile, da Fehler, die sich während den Programmierarbeiten einschleichen, von vier Augen einfach wesentlich schneller erkannt werden.
Für Softwareentwickler und Firmen, die noch nie agile Modelle verwendet haben, wäre es somit bestimmt sinnvoll, sich über deren Einsatz in manchen Bereichen Gedanken zu machen. Allerdings ist XP natürlich nicht in allen Bereichen einsetzbar. In sehr komplexen Anwendungen, so etwa beim Customizing einer SAP-Plattform, müssen alle Arbeitsschritte weiterhin bereits im Voraus klar definiert sein, da hier aufgrund der Architektur nachträgliche Änderungen an einer vorangehenden Phase in vielen Fällen einfach nicht mehr möglich sind.
Der Autor Hans Meyer schreibt neben seiner Tätigkeit als Journalist auch über Bücherregal weiss.