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Experten fordern mehr Engagement von den Schulen

Autor: KLARTEXT | Erstellt am: 01.09.2010 | Gelesen: 389
Kategorie: Handel - Business & Wirtschaft | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Zu wenig Technikbegeisterung: Lähmt der Ingenieurmangel den deutschen Konjunkturmotor?

Köln/Düsseldorf, 30. August 2010 - Einen dramatischen Mangel an Ingenieuren analysiert das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln www.iw-koeln.de. Beinahe ein Drittel der naturwissenschaftlich-technisch Beschäftigten in deutschen Hochtechnologiefirmen sind  Ingenieure und Wissenschaftler. Gleichwohl könnten es nach IW-Untersuchungen noch mehr sein, denn viele offene Stellen sind unbesetzt. Allein im Juli dieses Jahres fehlten 36.800 Ingenieure. Ein wesentlicher Grund hierfür ist der zunehmende Nachwuchsmangel. Auf 1.000 erwerbstätige Ingenieure kamen im Jahr 2007 in Deutschland lediglich 35 Hochschulabschlüsse der Ingenieurwissenschaften, in Tschechien waren es 214, bei den französischen Nachbarn 73, in Belgien 111.

Das besondere Problem dieser Entwicklung: Gerade die Hochtechnologie, zu der Branchen wie der Maschinen- und Fahrzeugbau sowie die Chemische Industrie zählen, trägt maßgeblich zum aktuellen Aufschwung bei und ist Deutschlands Konjunkturmotor. Dies, so das Kölner Institut, sei zwar auch in anderen europäischen Staaten der Fall, doch habe die Konkurrenz dort weitaus weniger mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Somit würde die Politik hierzulande gut daran tun, die Situation zu entschärfen, beispielsweise indem in den Schulen Naturwissenschaften und Technik interessanter gestaltet würde, aber auch, indem es ausländischen Ingenieuren leichter gemacht würde, in Deutschland einen Job anzutreten.

„Vielleicht lenkt diese Entwicklung wieder den Blick darauf, dass das Interesse der Schülerinnen und Schüler an naturwissenschaftlichen Fächern ausbaufähig ist. Oft begegnen gerade die Pädagogen, die junge Menschen für neue Technologien begeistern sollten, den Bio-, Gen- und Informationstechnologien sowie den technisch angelegten Studiengängen und Berufen mit weniger Interesse", kommentiert der Personalexperte Udo Nadolski, Geschäftsführer des auf Technical Recruitment und Outsourcing Services sowie Strategic Leadership spezialisierten Beratungshauses Harvey Nash www.harveynash.de in Düsseldorf. Wenn die gymnasialen Leistungskurse in Mathematik, Physik und Chemie immer dünner besetzt seien, brauche man sich über den Mangel an Ingenieuren nicht zu wundern. Jugendliche Erfinder und Tüftler führten in Deutschland deshalb bisweilen ein Schattendasein, so Nadolski.

Der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) www.vde.de hatte bereits im Frühjahr auf die dramatische Entwicklung im Ingenieurswesen hingewiesen.

Knapp 80 Prozent von rund 1.300 befragten Unternehmen der Branche bestätigten damals, dass die Ingenieurbelegschaft zunehmend älter wird und zu wenige Nachwuchskräfte nachrücken. Insbesondere in den Bereichen Planung, Projektierung, Engineering, Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb und Marketing herrsche Personalmangel. In der Studie gaben 92 Prozent der Befragten an, dass Absolventen der Elektro- und Informationstechnik trotz Wirtschaftskrise gute Berufschancen haben. Um den Bedarf an Nachwuchs im Bereich der Elektro- und Informationstechnik zukünftig decken zu können, will demnach fast jedes zweite befragte Unternehmen auf Absolventinnen und Absolventen verwandter Fächer zurückgreifen – insbesondere auf Naturwissenschaftler und Informatiker.

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