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Ewig lockt das Weib - die klitorale Schönheit in der Provinz!

Autor: hablkunst | Erstellt am: 24.01.2010 | Gelesen: 779
Kategorie: Kunst - Kultur & Religion | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Kein Skandal in Wolnzach, die Hopfenmetropole zeigt sich tolerant

Manfred Habl
Manfred Habl
Friedrich M. Kern und Harald Kroiss waren die Protagonisten der Januarveranstaltung. Ein weiblicher Torso und ein Blumen ähnliches Gebilde fand sich neben den Foto von Peter Trapp, der die Musik stellte, auf dem dreiseitigen Flyer. Die sputnikartige Collage, mit Brustwarzen, bei H. Kroiss, machte den erwartungsfrohen Besucher da schon eher etwas wacher. Der ehrwürdige Rathauskeller zu Wolnzach war vielleicht auch deshalb, vor der Eröffnung, schon sehr gut besucht.

Die einfühlsamen Arbeiten von Friedrich M. Kern wurden viel gelobt und die bekannt gute Musik von Peter Trapp füllte das Tonnengewölbe. Vor den großflächigen, fleischigen, Fotocollagen von Harald Kroiss allerdings stieg der Hormonspiegel. Alles Verborgene der weiblichen Schönheit lag da, in floraler Anordnung, vor dem Auge des Betrachters. „Spiel mit der Wahrnehmung" war die einzige schriftliche Erklärung, die den oft fassungslosen Wolnzacher noch mehr mit seinem wankendem Gemütszustand alleine ließ. Der suchende Blick nach dem Verursacher der Verblüffung streifte spürbar durch die Menschenmenge. Der geschulte Voyeur taxierte gar ihm nicht bekannte, feminine Wesen als mögliche Modelle.

Wer jetzt einen moralischen Aufschrei der Entrüstung, erhofft oder befürchtet hatte, sah sich enttäuscht, das Volk bewahrte Haltung. Zwar tuschelte es viel, von des Kaisers neuen Kleidern, aber die gut erkennbare Klitoris auf vielen der Makro-Bilder wenigstens beim lateinischen Namen zu nennen, wurde tunlichst vermieden. Die Eröffnungsansprachen beschränkten sich dann auch noch auf die üblichen Verdächtigungen und gaben nicht wirklich Anlass zur Entrüstung. Ob jetzt das wolnzacher Ausstellungspublikum wirklich so liberal ist, oder eine fast niederbayrische Dickfelligkeit einen Skandal im zurückeroberten, schwarzen Sperrbezirk verhindert hat, war nicht erkennbar.

Elementarkunst nennt Harald Kroiss sein Gesamtwerk auf seinem Internetauftritt, www.harald-kroiss.de und wünscht eine angenehme Reise durch seine Arbeiten.

Unter Venus Monde o. Babylon Stars, kann jeder in Ruhe, vor dem Bildschirm, seine eigene Grenze von Moral und Kunst erkunden. Konzept-Foto-Composings.pdf

Manfred Habl

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