Viel gibt es diese Woche aus Wirtschaft und Politik zu berichten. Nach Papandreou hat nun auch Berlusconi unter enormen Druck sein Amt nieder gelegt. Nach einer Parlamentsabstimmung konnte der Italienische Regierungschef keine Mehrheit erreichen. Er hat aber versprochen noch so lange im Amt zu verbleiben, bis die versprochenen Reformen für Italien durchgesetzt sind.
Im ersten Moment haben die Börsen in den USA und Asien positiv reagiert, die Aktienkurse sind gestiegen, der Euro konnte zulegen und Italiens Zinsen sind gesunken. Auch wenn noch keine neue Führungsspitze für des Euro-Krisenland feststeht, so ist doch für viele Anleger der Abgang Berlusconi's die Voraussetzung für eine positives Ende der Krise.
Der Markt konnte allerdings nicht lange profitieren, innerhalb weniger Minuten gab es dramatische Entwicklungen. Speziell im Anleihemarkt sind die Renditen für italienische Staatsanleihen mit 10 jähriger Laufzeit auf über 7.36% angestiegen. Das heißt, dass Italien auf alle neuen Schulden 7.36% Zinsen zahlen muss. Am Vortag waren dies noch 6.75%.
Aber nicht nur für Italien wird die Luft dünn, auch deutsche Bundesanleihen sind so hoch wie noch nie, seit der Einführung des Euro.
Der Anstieg über 7% ist deshalb so dramatisch und entscheidend, weil 7% als kritische Marke betrachtet wird und andere Länder, wie Irland, Griechenland und Portugal, bei 7% gerettet werden mussten. So ist es nicht überraschend, dass auch die Versicherungskosten gegen den Ausfall der italienischen Staatsanleihen auf ein Rekordhoch gestiegen sind.
Der Devisenhandel ist von der Entwicklung Italiens schwer belastet, der CFD Handel hingegen boomt durch die hohe Volatilität. Der Euro war in dieser Woche teilweise bis auf 1.3612$ abgerutscht.
Der Rücktritt von Berlusconi war erwünscht und als notwendig angesehen, allerdings steigert dies allein nicht die Glaubwürdigkeit der Reformen der italienischen Politiker. Was wird nun nach Berlusconi kommen? Ein Name wird immer wieder genannt – Justizminister Angelino Alfano. Die endgültige Entscheidung bleibt abzuwarten.
Griechenland konnte bis Mitte der Woche noch keine Entscheidung präsentieren und schürte damit die Unsicherheit der Finanzmärkte. Die lange Wartezeit auf eine neue Führung schiebt die Märkte ins Negative. Eine Entscheidung war für Montag oder Dienstag erwartet worden und streckt sich dahin.