Im Februar 2008 wurde ein Artikel in einer bekannt Illustrierten veröffentlicht, in dem über folgendes Experiment berichtet wurde. Mehrere britische Haftanstalten nahmen an diesem Experiment teil. In der einen Hälfte, der beteiligten Gefängnisse, änderte man den Menü- bzw. Speiseplan, in dem die Männer zusätzlich zu ihrer normalen Kost Vitamine erhielten, in der anderen Hälfte der Haftanstalten nicht. Das Ergebnis: Die mit den Zusatzpräparaten versorgten Häftlinge prügelten sich deutlich weniger. Die Wissenschaftler der Oxforder Organisation Natural Justice zogen eine eindeutige Schlussfolgerung: „Ernährung formt nicht nur unseren Körper, sondern beeinflusst auch unser Verhalten." Das Experiment verdeutlicht einen Umbruch innerhalb der Ernährungswissenschaft. Die Frage, welchen Einfluss das Essverhalten auf unseren Bauchumfang hat, ist in den Hintergrund gerückt.
Ist Essen eine Sucht?
Probanden bekamen acht Stunden lang nichts zu essen, und dann zeigten ihnen die Wissenschaftler Bilder von Spaghetti, Hähnchen und Schokolade. Anschließend durften sich die Teilnehmer auch den Bauch vollschlagen, und die Bilder wurden ihnen noch einmal gezeigt. Dabei wurden von den Forschern um Kevin Le-Bar von der Duke University in North Carolina die Gehirnaktivitäten der Probanden gemessen. Das Ergebnis: Bei den hungrigen Patienten ist der Mandelkern, das Zentrum der Urgefühle des Menschen, auf dieselbe Weise aktiv wie bei Kokainabhängigen. Ein noch eindeutigeres Indiz dafür, dass Nahrungsmittel wie Drogen wirken, finden sich im Belohnungszentrum des Gehirns. Nervenzellen im Mittelhirn sondern den Bodenstoff Dopamin ab. Die Folge sind Glücksgefühle. Sieht ein Hungriger ein Steak, ist eine wahre Dopaminschwemme die Folge – genau so wie sie Kokain verursacht. Inzwischen essen Menschen so viel, dass bereits eine messbare Reizüberflutung im Gehirn stattfindet.
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