Ein kompletter Stein des neuen Marsmeteoritenfalls „Tissint“, mit unversehrter Schmelzkruste. Gewich
Berlin, 19. Januar. 2012 - Wissenschaftler der Washington Universität Seattle haben bestätigt, dass es sich bei dem im Oktober in der Tata-Region in Marokko aufgefundenen Meteoriten um seltenes Marsgestein handelt. Der Niedergang des Meteoriten war am 18. Juli 2011 über Teilen Südmarokkos beobachtet worden. Die Forscher erhoffen sich aus dem Material neue Erkenntnisse über die Geologie und die Existenz von Wasser auf dem Planeten Mars.
Forscher und Sammler seltener Gesteine aus dem Weltall befinden sich in heller Aufregung über die Entdeckung eines neuen Marsmeteoriten, der am frühen Morgen des 18.Juli vergangenen Jahres ca. 50 km südlich der marokkanischen Stadt Tissint niedergegangen war. Der Fall wurde von einem gelbgrünen Feuerball begleitet, der von einigen Bewohnern sowie dort stationierten Militäreinheiten beobachtet wurde. Kurz vor dem Absturz der Meteoritenfragmente war ein lauter Überschallknall über weiten Teilen des Drâa-Tales im Süden Marokkos zu hören. Jedoch erst im darauffolgenden Oktober wurden die ersten Fragmente des Meteoriten aufgefunden, in einer unwegsamen, abgelegenen Gegend etwa 50 km südlich des Ortes Tata. Seither konnten sieben Kilogramm dieses Materials geborgen werden, welches in den letzten Monaten intensiv von den führenden Meteoritenwissenschaftlern der Welt studiert wurde.
Am 17. Januar wurde durch die Meteoritical Society offiziell bekannt gegeben, dass es sich um einen äußerst seltenen Marsmeteoriten handele, ein basaltisches Gestein, ein sogenannter Shergottit. Der Meteorit hat den geographischen Namen „Tissint" erhalten.
Marsmeteorite stellen die einzige Quelle für die Forschung dar, Gesteinsproben des roten Planeten eingehend zu untersuchen. Die besondere Bedeutung dieses neuen Falles ergibt sich daraus, dass im Gegensatz zu den anderen Marsmeteoriten das Material nicht durch irdische Einflüsse und Verwitterungsprozesse kontaminiert wurde.
So erhoffen sich die Wissenschaftler durch die Untersuchung dieses ursprünglich erhaltenen Gesteins, neue Erkenntnisse zu gewinnen über die Entstehung des Marses und der Bedingungen, die einst auf ihm geherrscht haben könnten.
„Er zeigt minimale irdische Verwitterung. Das ist großartig für diejenigen unter uns, die etwas über die flüchtigen Elemente und den Wasserkreislauf auf dem Mars erfahren wollen. Sicher wissend, dass das, was man misst, echtes marsianisches Wasser ist - und nicht irdisches – und das ist wichtig.", so Dr. Carl Agee von der University of New Mexico.
Zudem könne Tissint Astrobiologen Chancen bieten, Anhaltspunkte zu finden, ob einst auf dem Mars Umweltbedingungen geherrscht haben könnten, die primitives Leben ermöglichten.
Die letzte Gelegenheit, derartige Untersuchungen an einem so frischen Marsgestein durchzuführen, liegt 49 Jahre zurück, als in Nigeria ein 18kg schwerer Marmeteorit fiel. Allein waren zu dieser Zeit die Analyseverfahren noch nicht so weit fortgeschritten, noch konnte der Ursprung des Gesteins vom Mars festgestellt werden. Insgesamt ist Tissint erst der fünfte Marsfall überhaupt.
Die Fundstücke dieses Meteoriten sind jedoch nicht nur bei Wissenschaftlern, sondern auch bei privaten Sammlern heiß begehrt und werden angesichts ihrer Seltenheit zu Preisen von ca. 600 bis 1000 US-Dollar pro Gramm gehandelt.
Die gefundenen Exemplare reichen von Stecknadelkopfgröße bis zu etwa einem Kilogramm, wobei viele der Steine beim Aufschlag auf die Erde zerbrochen sind. Einige wenige Stücke haben nahezu unversehrt den Boden erreicht und weisen vom Atmosphärenflug eine schwarz glänzende Schmelzkruste auf.
Die deutschen Fachhändler „Chaldnis Heirs", die sich im globalen Meteoritenhandel als führende Spezialisten insbesondere für die seltensten Mars- und Mondgesteine etabliert haben , konnten jetzt sich einige der schönsten und komplettesten Exemplare des Fundes sichern, um sie Forschungseinrichtungen und privaten Sammlern verfügbar zu machen.
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Chladnis Heirs ist eine seit 2007 bestehende Kooperation zweier deutscher Meteoritenexperten und Meteoritenhändlern, die spezialisiert ist auf die seltensten Meteoritenarten, insbesondere auf Neufunde aus Nordafrika. Als solche beliefern sie Forschungseinrichtungen, Universität, institutionelle und private Sammlungen.