Zur Berichterstattung in vielen Medien in den letzten Wochen rund um den Burschentag der Deutschen Burschenschaft in Eisenach bezüglich der Aufnahmekriterien in eine Mitgliedsvereinigung der Deutschen Burschenschaft erklärt die Freiburger Burschenschaft Saxo-Silesia:
Unsere Burschenschaft sieht sich in der Tradition der burschenschaftlichen Freiheitsbewegung von 1813 und damit einer Gemeinschaft aller derjenigen, die sich unabhängig von ihrem Lebensraum oder ihrer Abstammung zum deutschen Vaterland bekennen. Die Burschenschaft stellte für das Volk eine Freiheitsbewegung dar, welche Seite an Seite mit vielen europäischen Nachbarn für Freiheit, Einheit und bürgerliche Rechte kämpfte. Auf dem Hambacher Fest von 1832 wurde dies besonders deutlich.
Innerhalb des heutigen Verbandes Deutsche Burschenschaft, der sich als Nachfolger der urburschenschaftlichen Bewegung versteht, verortet sich die Burschenschaft Saxo-Silesia als liberaler Bund der Mitte.
I Aufnahme in die Saxo-Silesia:Die Aufnahme in die Burschenschaft Saxo-Silesia wird gemäß Ihrer Satzung wie folgt gehandhabt:
Dem Bewerber wird nach erstem persönlichen Kennenlernen § 1 der Satzung vorgetragen, der im Volltext lautet:
§ 1- Die Freiburger Burschenschaft Saxo-Silesia an der Albert-Ludwigs-Universität ist ein Lebensbund deutscher Studenten, die gewillt sind, die Tradition der burschenschaftlichen Freiheitsbewegung von 1813 und 1848 hochzuhalten und dem Wahlspruch "Ehre - Freiheit - Vaterland" in unserer Zeit Geltung zu verschaffen.
- Sie fordert von ihren Mitgliedern zielstrebige Arbeit zur Erlangung einer umfassenden Allgemeinbildung und gründliche Vorbereitung auf das angestrebte Berufsziel.
- Sie erwartet, dass jeder Saxo-Silese im persönlichen Umfeld und in der Öffentlichkeit für das Recht aller Menschen auf Freiheit und Würde eintritt, gleichgültig, welcher Rasse oder Religion sie angehören.
- Sie setzt sich für Freiheit, Recht und für den Frieden in Deutschland, Europa und in der Welt ein.
Auf die Einhaltung der Satzung wird der Bewerber per Handschlag verpflichtet, damit ist er Mitglied auf Probe, ein sog. "Fux". Nach Ende dieser Probezeit, die mit weiterem Kennenlernen und Erfüllen des Bekenntnisses durch aktives Handeln einhergeht, wird der Fux auf die Einhaltung der Satzung vereidigt und damit Vollmitglied (Bursch).
II Saxo-Silesia und die Deutsche BurschenschaftDarüber hinaus bekennt sich die Burschenschaft Saxo-Silesia zu den Zielen und Grundsätzen der Deutschen Burschenschaft.
In Art. 4 ihrer Verfassung heißt es:
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Der Grundsatz der Ehre fordert von jedem Burschenschafter eine lautere, aufrechte und wahrhaftige Haltung im Denken, Reden und Handeln. Die unantastbare Würde des Menschen zu achten und zu schützen, ist seine unbedingte Pflicht."
In Artikel 9 ihrer Verfassung zur Grundlage der Mitgliedschaft führt die Deutsche Burschenschaft folgendes aus:
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Die Burschenschaft bekennt sich zum deutschen Vaterland als der geistig-kulturellen Heimat des deutschen Volkes. Unter dem Volk versteht sie die Gemeinschaft, die durch gleiches geschichtliches Schicksal, gleiche Kultur, verwandtes Brauchtum und gleiche Sprache verbunden ist.Pflicht der Burschenschaften (und damit Ihrer Mitglieder) ist das dauernde rechtsstaatliche Wirken für die freie Entfaltung deutschen Volkstums in enger Verbundenheit aller Teile des deutschen Volkes, unabhängig von staatlichen Grenzen in einem einigen Europa in der Gemeinschaft freier Völker.„
Dieses Bekenntnis ist das ideelle Band, welches alle Menschen vereint, die sich zu den vorgenannten Werten und Inhalten bekennen. Gemäß einem vom Burschentag 2010 verabschiedeten Antra möchte die Deutsche Burschenschaft diese Menschen unter dem Dach eines freien und geeinten Europa wie folgt vereinen:
„
Die Deutsche Burschenschaft strebt den Aufbau und das Zusammenwachsen eines demokratisch legitimierten Europa auf den Fundamenten unserer christlich-abendländischen Kultur, des Humanismus sowie der Aufklärung unter Wahrung der regionalen und nationalen Identitäten an. Die Deutsche Burschenschaft will sich getreu ihrer fast zweihundert Jahre alten Grundsätze kritisch aber konstruktiv an diesem Einigungsprozess beteiligen."
Ebenfalls auf dem Burschentag 2010 verabschiedete die Deutsche Burschenschaft in Bekräftigung des Art. 4 ihrer Verfassung folgende Resolution:
"
Die Deutsche Burschenschaft bekennt sich aus gegebenem Anlass zum Grundsatz der Menschenwürde, wie er in Artikel 4 der Verfassung der Deutschen Burschenschaft festgeschrieben ist und distanziert sich mit Nachdruck von jeglichem Rassismus. Die Deutsche Burschenschaft bekräftigt daher ihren Willen rassistischen Tendenzen, wo immer sie auftreten mögen, energisch entgegenzutreten."
Die Burschenschaft Saxo-Silesia weist alle Versuche zurück, die vorgenannten Grundlagen in extreme Richtungen innerhalb des Verbandes zu verschieben. Die Spaltung des Verbandes Deutsche Burschenschaft durch weitere Austritte von Burschenschaften der Mitte lehnt die Burschenschaft Saxo-Silesia ebenso ab wie die pauschale Diffamierung der in der sog. "Burschenschaftlichen Gemeinschaft" vertretenen Mitgliedsbünde als "rechtsextrem", oder "neonazistisch", auch diese Burschenschaften stehen in ihrer weit überwiegenden Mehrheit fest auf dem Boden oben skizzierter burschenschaftlichen Werteordnung.
Die freiheitlichen und basisdemokratischen Traditionen sowie die Autonomie der einzelnen Mitgliedsvereinigungen der burschenschaftlichen Bewegung zu bewahren, sieht sie als ihre Aufgabe und die der Mitte des Verbandes an. Die Deutsche Burschenschaft nicht extremistischen Tendenzen zu überlassen, ist uns ständige Verpflichtung. Die Burschenschaft Saxo-Silesia ist auch nach dem Burschentag 2011 sicher, dass die Deutsche Burschenschaft sich nicht von ihrem Markenkern als Hüterin der Freiheitsrechte entfernt hat.
Dazu einige Zitate aus den offiziellen Presseerklärungen der Deutschen Burschenschaft vom 17.06.2011 und 20.06.2011:
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(...)Ein insgesamt positives Resümee der viertägigen Verbandstagung mit rund 1000 Teilnehmern zieht der Sprecher der Deutschen Burschenschaft, Stefan Dobner (Münchener Burschenschaft Arminia-Rhenania). „Der Burschentag war ein großer Erfolg trotz der scharfen Kritik im Vorfeld." Es gab einen umstrittenen Antrag zu Aufnahmekriterien, der noch vor Beginn des Burschentages zurückgezogen wurde. „Es ist unfair und sachlich falsch, wenn einige Medien diesen umstrittenen Antrag als Meinung der Deutschen Burschenschaft darstellen. Entscheidend sind Beschlüsse, nicht Anträge", sagte Dobner.Was die Aufnahme in eine Burschenschaft angeht, zählt das tatkräftige Bekenntnis zur Burschenschaft, zu ihren freiheitlichen Traditionen und Werten, zum deutschen Vaterland und zur Kultur- und Schicksalsnation. Für die jüngere deutsche Generation ist das prägende historische Ereignis die Wiedervereinigung. Die Deutsche Burschenschaft setzt sich für das geeinte Deutschland in einem Europa der Vaterländer ein. (...)Im Ergebnis hat dieser Burschentag die Deutsche Burschenschaft gestärkt, betont Dobner:
„Statt der befürchteten Spaltung, die manche Medien offenbar auch gewünscht haben, haben die Diskussionen die Burschenschaft gestärkt in ihrem Willen, um eine gemeinsame Zukunft zu kämpfen", bekräftigte er(...)
Deutsche Burschenschaft tritt unwahren Behauptungen entgegenDer Burschentag in Eisenach nimmt eine positive Wendung. Umstrittene Anträge wurden zurückgezogen und versöhnliche Gespräche geführt. Immer noch geistern aber falsche Tatsachenbehauptungen durch einige Medien.
Dazu erklärt für die Deutsche Burschenschaft der Sprecher des Verbandes, Stefan Dobner (Münchner Burschenschaft Arminia-Rhenania) zur sachlichen Richtigstellung: „
Es ist und war zu jedem Zeitpunkt für jeden deutschen Staatsbürger möglich, Mitglied in einer Mitgliedsvereinigung der Deutschen Burschenschaft zu werden. Die kolportierte Behauptung, dies sei nur Bewerbern möglich, die von sogenannten Volksdeutschen abstammen, ist falsch.Der umstrittene Antrag auf Ausschluss der Mannheimer Burschenschaft Hansea, den eine einzelne Bonner Mitgliedsvereinigung eingebracht hatte, wurde schon am Mittwoch im Vorfeld des Burschentages zurückgezogen. Dieser Antrag wäre aber nicht satzungsgemäß gewesen und daher zwingend von der Tagesordnung gestrichen worden.(...)"
Freiburg, 24.06.2011
Jörg Haverkamp
Vorsitzender des Altherrenverbandes der Freiburger Burschenschaft Saxo-Silesia
Kapellenweg 4, 79100 Freiburg, E-Mail: haverkamp@burschenschaft-saxo-silesia.de