Die Wiese zum Jenseits
Theresa bat mich, mich auf ihre Entspannungsliege zu legen und deckte mich warm und gemütlich zu. Sie band mir auch um den Kopf ein Tuch, das meine Augen bedeckte.
Meditationsmusik wurde angestellt und Theresa führte mich professionell und ruhig mit ihrer fast meditativen Stimme in einen Zustand der absoluten Entspannung. Es ging mir gut.
Nun führte sie mich eine Treppe mit 12 Stufen hinunter. Die Treppe war aus Naturstein und uralt. Jede einzelne Stufe war etwa 3 Meter breit und 50 cm lang. Sie erinnerte mich an die Treppe, die in dem Hof des Hauses, wo ich meine Kindheit verbracht hatte, vom Hof aus in die Garage führte. Zunächst verliefen die Stufen geradeaus, am Ende nach links.
Wir hielten an auf der 7. Stufe. Sie fragte mich, wie alt ich bin.
„14 Jahre."
„Und wo bist du?"
„Ich sitze auf einem Jägerstand im Wald mit meinem Freund Jörg."
Ich sah mich wie als Zuschauer mit meinem Jugendfreund auf einem Jägerstand sitzen. Wir küssten uns heftig. Dieser Anblick ließ mich schmunzeln, weil mir die kleinen Details meiner Jugendliebe schon ein wenig entfallen waren.
Wir gingen weiter und hielten an auf der Stufe 3. Wieder fragte sie mich, wie alt ich bin.
„Ich bin 7 Jahre alt."
„Und wo bist du?"
„Ich bin gerade mit meiner Oma in Apolda zu Besuch bei Tante Hiltrud."
Wieder sah ich mich aus der Perspektive einer Zuschauerin, mich, als 7-Jährige in einem blauen Strickkleid mit einem gelben Muster. Meine Haare waren kurz zu einem Pagenkopf frisiert. Ich stand in einer fremden Wohnung und meine Oma und Hiltrud saßen am Tisch und unterhielten sich. Dass ich mich in Apolda befand, wusste ich einfach.
Wieder gingen wir weiter zurück. Zurück in meinem Leben als Mandy.
Vor meinen geschlossenen Augen tauchten im Sekundentakt Bilder aus meiner Kindheit auf, die mir nicht mehr bekannt waren, die ich jedoch sofort als Bilder meines Lebens als Kind und sogar als Säugling erkannte.
Es ging mir gut.
Nach der letzten Stufe stand ich in einem dunklen Nebel. Ich war im „Nichts".
Es ging mir gut.
„Es ist ganz dunkel, ich kann nichts sehen", sagte ich.
„Sieh dich um, ob du eine Tür siehst", sagte Theresa.
Meine Augen suchten nach den Umrissen einer Tür, nach einem Lichtstrahl oder nach irgendetwas.
„Ja, ich sehe die Umrisse einer Tür."
„Gehe bitte hindurch. Dann kommst du in einen Garten."
„Ich bin in dem Garten", sagte ich.
„Du kannst dich hier in Ruhe umsehen, bis du weitergehen willst. Was siehst du?"
„Der Garten ist wunderschön."
„Beschreibe, was du siehst."
„Ich sehe einen Teich, in dem mein Hund herumspringt. Das Wasser plätschert aus einem Bach. Ich sehe riesige bunte Blumensträucher und wunderschöne eigenartige Pflanzen. Einer dieser Sträucher hat Blüten wie Osterglocken, nur viel größer und die duften so wahnsinnig gut. Ich sehe eine Wiese mit kleinen Gänseblümchen und Veilchen und anderen kleinen schönen Blumen, die ich nicht kenne. Es ist ganz leise."
„Was machst du gerade?"
„Ich liege im Gras und beobachte meinen Hund, der im Wasser tobt."
„Siehst du einen Weg oder eine Pforte?", fragte Theresa.
Ich sah mich um.
„Alles ist grün und schön und weit….Doch ja - da, ich sehe einen Weg."
„Dann geh den Weg entlang, wenn du bereit bist."
Langsam sah ich mir noch einmal ganz genau diesen zauberhaften Garten an, dann machte ich mich neugierig auf den Weg.
„Ich gehe nun auf den Weg."
Ich lief barfuß und meine Zehen bohrten sich in feinen trockenen warmen Sand. Es war ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Ich lief zwar, fühlte mich aber schwerelos. Rechts und links des Weges war ein Kornfeld. Das Korn war fast so hoch wie ich. Links hinter dem Feld, war ein Wald zu sehen. So ging ich immer weiter auf diesem Weg, bis er sich gabelte.
„Der Weg gabelt sich jetzt", sagte ich.
Theresa antwortete: „Du kannst wählen, welchen Weg du gehen willst."
Der rechte hatte einen anderen Boden. Die Erde sah sehr dunkel und feucht aus. Auch das Wetter schien auf dem rechten Weg schlechter zu sein. Der linke hingegen schien genauso freundlich, warm und weich weiterzuführen. Ich wählte den linken und sagte:
„Ich will den linken", und ging weiter.
So ging ich neugierig immer weiter und genoss dieses irre „Schwerelosgefühl", die Sonne und die Leichtigkeit. Plötzlich stand ich in einem dunklen Wald und ich war wieder im „Nichts".
Theresa fragte mich: „Siehst du etwas?"
Ich hatte das Gefühl, nicht in der Lage zu sein, ihr zu antworten und glaube, ihr viele Minuten keine Antwort gegeben zu haben. Stattdessen fiel ich wie in einen Strudel aus Luft. Ich drehte mich kopfüber und sah nur wirre Bilder, die sich um mich herum bewegten, dann hörte ich plötzlich laute Knalle und sagte:
„Ich höre laute Knalle, -Schüsse-, glaube ich."
Es war mir jedoch egal. Es ging mir nicht richtig gut, aber auch nicht schlecht. Mir war einfach nur alles unglaublich gleichgültig.
Nach den Schüssen war wieder Stille. Und lange Zeit passierte gar nichts. Theresa fragte mehrere male, ob ich etwas sehe. Ich war jedoch nicht in der Lage, ihr zu antworten.
Nachdem so wohl noch ein paar Minuten vergangen waren, lag ich auf einer Wiese, saftig und grün, ohne Blumen – es war Herbst. Ich lag auf dem Rücken mit angewinkelten Beinen und meine Hände bohrten sich in das warme saftige Gras. Ich konnte die Erde und das Gras riechen und sah in den blauen Himmel.
Theresa fragte wieder: „Siehst du etwas?"
„Ich liege auf einer Wiese in einem Tal und sehe viele Hügel um mich herum. Auf den Hügeln rundherum sind Wälder."
Sie fragte: „Bist du ein Mann oder eine Frau?"
Ich stand auf und sah an mir herunter und traute meinen Augen nicht. Was ich da sah, erschrak mich fürchterlich. Ich war ein Mann, sehr dünn und lang. Und trug eine schrecklich schmutzige dunkle Hose und eine ebenso verdreckte Jacke.
Meine Augen glitten über meine behaarten dünnen langen Finger und ich hielt sie direkt unter meine Augen, um sicherzugehen, dass ich sie auch richtig sehe. Ich hatte riesengroße männliche Hände, die auf dem Handrücken dunkel behaart waren. Dann untersuchte ich mit den Händen mein Gesicht und fühlte einen Vollbart. Ich hatte schwarze etwas längere Haare und einen Vollbart!
Ich habe den Beweis erhalten und in dieser Rückführung noch viel viel mehr erfahren über mein Leben, damals, als Richard. Mehr dazu habe ich in dem Buch "Die Wiese zum Jenseits" niedergeschrieben, erhältlich unter:
www.die-wiese-zum-jenseits.comDas Unbewusste des Menschen bietet ungeahntes Wissen! Eine Rückführung zu machen, war eine grandiose Erfahrung mit sehr positiven Auswirkungen auf mein Leben im Allgemeinen.
Mandy Gerlach